Im Käfig ist fast alles erlaubt
06.03.2009 | 19:01 Uhr 2009-03-06T19:01:00+0100Köln. Es soll eine ganz große Show werden, am 13. Juni in der Kölnarena. Die Kampfsportorganisation „Ultimate Fighting Championship” (UFC) bittet erstmals auf deutschem Boden zum Wettkampf. Die einen sehen im Ultimate Fighting einen Kampfsport wie jeden anderen, für Kritiker ist es pure Brutalität.
Ultimate Fighting, Free Fight, Mixed Martial Arts (MMA): Es gibt viele Bezeichnungen für diesen „Kampfsport”, vielleicht genauso viele wie die Kampfstile, die er in sich vereint. Boxen, Kung-Fu, Karate, Jiu-Jitsu und einiges mehr ist erlaubt im achteckigen Kampfring. Dieser wird durch einen Käfig umschlossen, der beiden Kombattanten scheinbar keinen Ausweg offen lässt. Sie schlagen auf sich ein. Treten zu. Häufig fließt Blut. Doch selbst wenn einer taumelt und zu Boden fällt, bedeutet es noch lange nicht das Ende. Weiterkämpfen ist strengstens erlaubt. Deshalb wird der Gegner fest mit den Beinen umschlossen. Die Fäuste schlagen weiter auf ihn ein. Solange, bis er ein Zeichen zur Aufgabe gibt.
Zwischenzeitlich nicht zugelassen
Die UFC bedient als größte MMA-Organisation in den USA seit 1993 äußerst werbewirksam das Zuschauerinteresse, stand aber aufgrund der vermeintlichen Brutalität der Kämpfe stets in der Kritik. Die Wettkämpfe wurden Mitte der 90er Jahre in 36 US-Bundesstaaten verboten, durch die offizielle Einführung eines Regelwerks 2000 aber wieder zugelassen. Volle Hallen und klingende Kassen sind bei jeder Kampfveranstaltung garantiert. Nun möchte man durch die Kölner Auflage auch auf dem europäischen Festland Fuß fassen. „Schon jetzt haben sich allein bei Eventim mehr als 15 000 Ticket-Interessenten angemeldet”, sagt Veranstalter Marek Lieberberg zufrieden.
Innenministerium wird die Veranstaltung beobachten
„Das Ganze hat mit Sport nichts mehr zu tun, das ist Brutalität und reine Geldmacherei”, beklagt Alexander Mazur, Pressesprecher des Deutschen Boxsportverbandes. „Es ist ein Exzess, der Regeln soweit ausgeweitet hat, um nur das Extrem verhindern zu können. Ich habe wenig Verständnis dafür, dass selbst Kinder die Veranstaltung besuchen dürfen. Ich sehe da überhaupt keinen pädagogischen Anknüpfungspunkt”, kritisiert auch Jörg Thiele, Professor für Sportpädagogik an der Technischen Universität Dortmund. Viele sind gleicher Meinung. Deshalb wird auch das NRW-Innenministerium ein Auge auf die Veranstaltung werfen.
Auch dort gibt es Regeln
„Wir haben sehr viele und sinnvolle Regeln. Sie sind zehnmal härter als im Boxen”, hält Andreas Stockmann, Präsident des deutschen Amateursportverbands Free Fight Association (FFA), entgegen. Er sagt auch: „Es ist sicherlich ein harter Kampfsport, aber es ist ein Sport.”
Doch selbst Stockmann kann die Großveranstaltung der US-Organisation UFC mit all ihrer Werbewirksamkeit nicht uneingeschränkt begrüßen. „Der Zeitpunkt ist verfrüht. Unser Sport ist für europäische Augen noch sehr erklärungsbedürftig. Gerade was das Weiterkämpfen am Boden betrifft.” Dem Zugrunde lägen konsequente Strategien, die, zugegeben, leicht den Eindruck von Gewalt vermitteln würden. „Dass das, was wir machen, nicht allen gefällt, ist klar”, bekennt Stockmann. „Aber unser Sport ist geprägt von Respekt. Das wird oft übersehen. Für uns ist die Veranstaltung eine Chance, Vorurteile auszuräumen.”

16:03
@Wofgang Stach
Von welcher Recherche reden sie den eigentlich? Der Artikel spiegelt doch alles wider was man bei einem Besuch dieser Verantsaltung zu sehen bekommt. Einzig muss ich eingestehen, dass die Beschreibung des Käfigs etwas zu wertend rüber kommt, da ich schon einsehe, dass er auch als Schutz der Kämpfer gesehen werden kann.
Wenn diese Sportart nur von Spezialisten richtig bewerted werden kann, die vorher ausführlich recherchiert haben, dann hat der Sport doch eh nichts in der Öffentlichkeit zu suchen. Weil ich auch nicht glaube das der grösste Teil des Publikums jetzt da sitzt und untereinander diskutiert hast du gesehen, er hat ihn jetzt mit dem Handrücken in die Fresse gehauen, er hat damit Brasilianisches Jiu-Jitsu angewand und nun kontert sein Gegner mit einem Kung Fu tritt....nein, sorry das glaube ich einfach nicht.
Tennis kann ich auch gut oder ******** finden, ohne dass ich weiss was top spin ist. Wenn das ein Journalist nicht weiss und trotzdem ein Artikel über Tennis verbreitet, den spreche ich auch nicht seine Seriösität ab.
19:37
wieder mal ein schlecht recherchierter artikel, dabei gibt es mittlerweile genug vernünftige quellen (selbst wenn der schreiberling des englischen nicht mächtig sein sollte).
Deshalb wird der Gegner fest mit den Beinen umschlossen
die sog. guard ist vorallem eine defensive reaktion desjenigen, der aus der rückenlage verteidigt...nicht umgekehrt. außerdem bricht der schiedsrichter den kampf ab, wenn einer der sportler nicht mehr in der lage ist sich zu verteidigen.
Hat sich denn die Frau Wördehoff wenigstens ein match angeschaut, macht nicht den eindruck!
das ein vertreter des boxsportes ein erfolgreiches konkurenzprodukt nicht loben wird, versteht sich von selbst.
bitte nicht immer alles von unerfahrenen praktikanten schreiben lassen!
19:20
Es waere sicherlich nicht schlecht gewesen, haette sich die Artikelschreiberin, sowie ganz besonders auch der Kommentarschreiber, vorher etwas mit dem Thema Ultimate Fighting beschaeftigt, und recherchiert. So macht es auf jeden Fall den Eindruck, als haette ein Praktikant den Artikel geschrieben, der vorher noch nie etwas von dem Thema gehoert hat. Macht keinen serioesen Eindruck.
12:11
Es ist wirklich traurig, daß Frau Wördehoff sich nicht informiert hat, was der von der UFC betriebene Kampfsport in Wirklichkeit ist, nämlich ein nach strengen Regeln aufgebauter Kampfsport, bei dem der Schutz des Kämpfers im Vordergrund steht.
Hier die 31 UFC-Regelverstöße:
Regelverstösse:
1. Kopfstösse, auch Kopfnüsse.
2. Griffe in die Augen.
3. Beissen.
4. Haare ziehen.
5. Einhaken der Finger in Nase, Mund etc. (“Fish hooking”).
6. Angriffe gegen die Genitalien.
7. Griffe in Körperöffnungen oder Cutverletzungen des Gegners.
8. Hebel gegen Finger und Zehen.
9. Schläge gegen die Wirbelsäule oder den Hinterkopf.
10. Gerade gezogene Ellbogenstösse.
11. Schläge gegen den Hals oder Griff an die Luftröhre.
12. Kratzen, zwicken oder Verdrehen der Haut.
13. Griffe ans Schlüsselbein.
14. Tritte gegen den Kopf eines sich am Boden befindlichen Gegners.
15. Kniestösse gegen den Kopf eines sich am Boden befindlichen Gegners.
16. Stampfattacken gegen einen sich am Boden befindlichen Gegner.
17. Nierentritte mit der Ferse.
18. Den Gegner mit dem Kopf oder Genick voraus auf die Matte werfen.
19. Den Gegner aus dem Ring oder Käfig werfen.
20. Festhalten an der Hose oder den Handschuhen des Gegners.
21. Anspucken des Gegners.
22. Unsportliche Attacken, die zur Verletzung des Gegners führen.
23. Festhalten an den Ringseilen oder am Zaun.
24. Beleidigungen im Ring oder Käfig.
25. Angreifen des Gegners während der Rundenpausen.
26. Angreifen des Gegners, während der Ringrichter sich um ihn kümmert.
27. Angreifen des Gegners, nachdem die Runde abgeläutet wurde.
28. Absichtliches Ignorieren der Anweisungen des Ringrichters.
29. Feigheit, beispielsweise Vermeiden des Körperkontaktes mit dem Gegner, absichtliches oder wiederholtes Ausspucken des Mundstücks oder Vortäuschen einer Verletzung.
30. Eingreifen der Begleiter.
31. Werfen des Handtuchs während des Wettbewerbs.
Zudem ist das Schlagen mit der durch einen Dreiviertelhandschuh geschütze Fäuste weitaus weniger schlimm als Schläge mti Boshandschuhen, die physikalisch eine viel größere Wucht auf den Kopf ausüben. So ist dann bei rund 100 Großveranstaltungen die bislang schlimmste Verletzung ein Unterarmbruch gewesen, keine Gehirnblutung, keine schwere Hirnverletzung, kein Koma, wie es regelmäßig beim Boxkampf vorkommt!
Wurde dieses Regelwerk auch Professor Thiele vorgelegt? Oder wurde ihm nur gesagt, es komme ein Kampfsportart nach Deutschland,wo alles erlaubt sei? Dann ist seine Antwort verständlich, im ersteren Fall aber nicht!
Herrn Mazur zu fragen, ist gleichbedeutend mit dem Bock zum Gärtner zu machen. Die UFC hat sich in den USA nicht nur zum größten Konkurrenten ds Pro Wrestlings, sondern auch zum größten Konkurrenten des Boxkampfes entwickelt.
So hatten z.B. die drei letzten UFC-PPVs in den USA Buyrates von jeweils mehr als einer Million Leuten, und das bei einem PPV-Preis von 50 $! Beim Boxen hat es zuletzt bei den Mayweatherkämpfen etwas höhere Buyrates gegeben, bei den anderen Kämpfen lagen sie stets unter einer halben Million! Und dann erwartet man eine objektive Aussage von Herrn Mazur!
Wenn Frau Wördehoff vom europäischen Festland spricht, so hätte es bei einem journalistisch seriös aufgebauten Artikel zwingend dazugehört, auf Großbritannien und irland zu verweisen, wo die UFC schon seit Jahren als Sport etabliert ist und wo es keinerlei Probleme gibt, auch nicht mit dem Jugendschutz.
Wenn man sich etwa ansieht, wann UFC-Kämpfe und wann Boxkämpfe durch den Ringrichter abgebrochen werden, wundert es einen nicht mehr. Jeder Boxzuschauer hätte wohl protestiert bis zum geht nicht mehr, wenn ein Kampf in einer derartigen Phase abgebrochen worden wäre, wie es vor zwei Monaten in Dublin beim Kampf Coleman vs. Rua der Fall war!
Und gibt es beim Boxen die Regel, daß ein Kämpfer, der durch KO oder TKO verliert, automatisch erst einmal gesperrt ist und erst nach einer ärztlichen Untersuchung wieder mit dem Sport beginnen darf?
Früher gehörte zum (seriösen) Journalismus die Recherche! Heute scheint dies leider ein Fremdwort zu sein!
Wolfgang Stach
Herausgeber von Fighters Only Germany
10:11
Wir selbst waren auch bei der offiziellen Pressekonferenz anwesend. In unserem großen Artikel auf unserer Webseite (StrikezoneDortmund.eu) haben wir über den Erklärungsbedarf des MMA gegenüber dem normalen Zuschauer eingehend berichtet.
Die Pressekonferenz selbst war sehr proffessionell strukturiert und sehr erklärend aufgebaut.
In den USA, wo dieser Sport einen höheren Stellenwert und eine bessere Akzeptanz hat, sind solche Darstellungen unnötig.
Bei der Markt-Einführung der UFC in England hat es ähnliche Bedenken und Kritiken gegeben.
Nunmehr ist dort die UFC dort etabliert und akzeptiert.
Dieses Entwicklungspotenzial sehen wir in Deutschland ebenfalls. Allerdings sollte man den Kontakt zur Basis (lokale Kämpfer und geregelter Verbandsarbeit (FFA)) nicht verlieren. Wenn es hier nicht nur um kommerzielle Dinge geht, darf der sportliche Aspekt nicht in den Hintergrund gestellt werden bzw. in seinem Schatten stehen.
Wir wünschen uns definitiv ein sportliches Spektakel am 13.06. mit guten Kämpfen und ein gutes Gelingen für den Start in Deutschland.
Mit sportlichen Grüßen
Frank Mach
(www.K-1StarsLive.com)
(www.StrikezoneDortmund.eu)
00:00
Der Pressesprecher des Deutschen Boxsportverbands hält nichts von MMA? Welche Überraschung, wenn MMA einigermaßen Fuß fasst, ist er seinen Job los.
Naturlich ist MMA brutal, aber das ist wohl jeder Kampfsport. Trotzdem ist der Box-Sport akzeptiert, genauso wie niemand etwas gegen Ringen hat oder keiner ein Problem in einem Jiu Jitsu-Turnier sieht. Was ist jetzt so schlimm daran, wenn es Leute gibt, die alle diese Kampfsportarten beherrschen und im Wettkampf kombinieren können?
Mag sein, dass es erlaubt ist, beispielsweise auf einen am Boden liegenden Gegner einzuschlagen. Das heißt nicht, dass man auf einen wehrlos am Boden liegenden Gegner einschlagen darf - sobald das eintritt, greift der Ringrichter ein, wirft sich zur Not dazwischen und beendet den Kampf. Ansonsten ist gerade der Kampf am Boden einer der interessantesten Bestandtteile dieses Sports. Wer sich MMA zum ersten Mal anschaut, wird überrascht sein, wie schnell sich der scheinbar Unterlegene Kämpfer am Boden kontern kann und vom Boden aus die Überhand gewinnt.
Meiner Meinung nach ist Mixed Martial Arts nichts, was im Nachmittags- oder Kinderprogramm laufen sollte, aber auf jeden Fall ein sehr interessanter Sport.
Vor allem im Gegensatz zu so mancher Freak-Show a la Valuev im Boxen.