GmbH für alles rund um Sorpesee
04.08.2010 | 10:48 Uhr 2010-08-04T10:48:00+0200
Sundern.Volkswagen baut Autos. Obo Bettermann steht für perfekte Elektroinstallation. Wer Mennekes sagt, meint industrietaugliche Stecker. Was aber macht eine gemeinnützige Gesellschaft wie die Sorpesee GmbH in Sundern-Langscheid?
„Wir sind dazu da, die touristischen Einrichtungen an der Sorpetalsperre zu bewirtschaften, zu fördern und neue zu schaffen“, beschreibt Martin Levermann die Ziele der Sorpesee GmbH, deren Geschäfte er seit dem vergangenen Jahr führt. Dafür hat er 60 Mitarbeiter im Einsatz, je 30 von ihnen in Vollzeit und Teilzeit.
Originäre Aufgabe der Gesellschaft ist laut Levermann der Betrieb der vier Campingplätze am Seeufer, von denen einer auf dem Gebiet des Sunderner Ortsteils Amecke, die übrigen drei auf Langscheider Terrain liegen. „Damit sind wir der drittgrößte Campingplatzbetreiber in Nordrhein-Westfalen“, sagt der 46-Jährige. Insgesamt zähle man am Sorpesee 700 Dauerstehplätze. Dies sei willkommen, weil es eine verlässliche Summe in die Kasse bringe.
175000 Übernachtungen
Die GmbH verbucht demnach pro Jahr etwa 175 000 Übernachtungen von Dauercampern, dagegen schliefen Durchgangscamper nur 25 000 Mal am Ufer des Sorpesees. „Die meisten Camper bei uns kommen aus der näheren Umgebung, also dem Märkischen Kreis und dem Raum Dortmund“, erzählt Levermann. Nein, Holländer sehe man seltener. Für die beginne das Sauerland wohl erst in Winterberg.
Neben dem Campingbetrieb hat die gemeinnützige Gesellschaft eine Fülle von Aufgaben von der Stadt Sundern übertragen bekommen, die 80 Prozent der Anteile an der Sorpesee GmbH hält; die übrigen 20 Prozent gehören dem Ruhrverband. Zu diesen Aufgaben zählt die Unterhaltung des Kurbetriebs in Langscheid - Haus des Gastes und Kurpark mit Minigolfanlage eingeschlossen. Gleiches gilt für das Bad im Haus des Gastes, das Langscheider Strandbad, ein Lehrschwimmbecken im Ortsteil Hachen und das Hallenbad in Sundern.
Rekord verpasst
Eigentlich hatte Martin Levermann gehofft, dass die Sorpesee GmbH angesichts guter Besucherzahlen zum Sommeranfang im Strandbad einen Rekord aufstellen könnte. Doch leider habe das schlechte Wetter der vergangenen Tage einen Strich durch diese Rechnung gemacht. „Jetzt werden wir wohl in diesem Jahr 40 000 Besucher zählen. Das ist aber auch nicht schlecht“, sagt er.
Seit ihrer Eröffnung im vergangenen Sommer bewirtschaftet die Sorpesee GmbH auch die Seepromenade in Langscheid inklusive Seebühne. „Bewirtschaften heißt in diesem Fall Reinigung, Abfallentsorgung, Verkehrssicherung, Winterdienst, Pflege der Grünanlagen, und Parkplätze sowie Werbung und Organisation von Veranstaltungen“, sagt Levermann. Dazu gehört auch das farbenfrohe Ereignis „Sorpe in Flammen“ im August.
„Etwas Ärger hat es anfangs mit einigen Besuchern gegeben, als in diesem Jahr Gebühren für die neu eingerichteten Parkflächen eingeführt wurden“, erzählt der 46-Jährige. Das habe sich mittlerweile gelegt, wohl auch weil die Preise moderat seien. „Mit den Gebühren nehmen wir höchstens 30 Prozent der Gelder ein, die uns die Anlagenpflege um den See kostet“, berichtet Levermann.
Wartung und Pflege
Er geht davon aus, dass auch Wartung und Pflege des 17 Kilometer langen Radweges um die Talsperre in Zukunft zu den Aufgaben der Sorpesee GmbH hinzukommen wird. Noch wird das 2006 gebaute Teilstück entlang der Straße zwischen Langscheid und Amecke von der Landesbehörde StraßenNRW gepflegt. Einiges vor hat die Gesellschaft auch mit Campingplatz 3 etwa auf Mitte des Seeuferverlaufs. Hier sollen ein Klettergarten und ein Outdoor-Ressort aus sogenannten Finn-Häusern entstehen. „Die bieten mehr Komfort als das Zelten und können für Familien interessant sein, die einen Kurzurlaub am See machen wollen“, sagt Levermann.
Reich wird die Sorpesee GmbH damit nicht werden. „Wir sind auch nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Für den Betrieb der defizitären Bäder bekommen wir noch Zuschüsse von der Stadt“, sagt der Geschäftsführer. Er rechnet vor: „Wir haben eine Bilanzsumme von 9 Millionen Euro und machen etwa 1,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Unser Gewinn ist im Prinzip eine schwarze Null.“

18:24
Für alles rund um? Das hört sich ja prima!
Und der Online-Redakteur hat wieder?