Glaeske: Neue Arzneien sind viel zu teuer
06.02.2010 | 13:20 Uhr 2010-02-06T13:20:00+0100
Hagen. Der Gesundheitsweise Prof. Gerd Glaeske hat wirksame Maßnahmen gegen den Anstieg der Arzneimittelkosten gefordert, bezweifelt aber, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sich zu diesem Zweck „mit der Pharma-Industrie anlegen wird”.
Glaeske, Mitglied im Gesundheits-Sachverständigenrat, machte sich gestern dafür stark, dass die gesetzlichen Krankenkassen mit den Herstellern auch die Preise für neue, innovative Medikamente verhandeln und Höchstbeträge festsetzen können. Dies ist bislang nicht der Fall, die Hersteller können die Preise weitgehend nach eigenem Gutdünken festlegen; entsprechend teuer sind diese Arzneimittelinnovationen. „Da muss Rösler etwas tun”, verlangte Glaeske im Gespräch mit dieser Zeitung: „Kein Arzneimittel darf mehr ohne Preisverhandlung in den Markt.”
"Einsparpotenzial bei Apothekern"
Weil aber der Koalitionsvertrag vorsieht, dass die Aufgaben des Arzneimittel-Prüfinstituts IQWiG überprüft werden und dessen bisheriger Leiter Sawicki gehen muss - „alles auf Druck der Pharmalobby”-, zweifelt der Arzneimittelexperte Glaeske, dass der FDP-Minister hier tätig wird.
Einsparpotenzial sieht Glaeske auch bei den Apothekern. Das Festhonorar, das sie erhalten - aktuell 5,80 Euro - könne noch weiter um einen Euro gesenkt werden. „Völlig absurd” nannte Glaeske den Vorwurf der Apotheker, die Kassen würden Einnahmen durch Rabattverträge heimlich in die Verwaltung stecken.

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