Gastlichkeit ist Trumpf im Sauerland
28.10.2010 | 17:57 Uhr 2010-10-28T17:57:00+0200
Schwerte.Das Sauerland kann sich schmecken lassen. Und es wird dafür gefeiert. Beim Westfälischen Gastronomiepreis 2010 gingen vier von sechs Preisen an Gastronomen und Hoteliers aus der Region.
Die Gastronomie als Ersatz für das Lagerfeuer, an dem sich die Höhlenmenschen einst wärmten, so sieht es Gastgeber Tobias Bäcker bei der Preisverleihung in der Rohrmeisterei Schwerte. Zum dritten Mal hatte das Westfalen-Magazin das Restaurant des Jahres sowie das Landhotel oder den Gasthof des Jahres gesucht. Nachdem 2008 gut 120 Gastronomen 8600 Stimmen ihrer Gäste in dem damals neu aufgelegten Wettbewerb gesammelt hatten, waren es in diesem Jahr schon 23 000 Menschen, die „ihren“ Gastgeber in mehreren Kriterien bewerteten. „Dabei ist den Kunden der Service das Wichtigste“, sagt Gerhard Besler, Herausgeber des Westfalen Magazins und einer der Initiatoren des Gastro-Preises. Daneben wird das „Wohlfühl-Ambiente“ gewürdigt, das ein Haus zu bieten hat. Da spiele jeder Gastgeber in einer anderen Liga, für alle gelte aber: Das Wichtigste ist der Gast.
„Power, Power, Power und arbeiten mit Herz“
Für Astrid und Matthias Hoffmann ist genau das ein Prinzip der Arbeit. Im vergangenen Jahr landete der Familienbetrieb auf Platz zwei, 2010 hat Astrid Hoffmann den Sieger-Pokal in Schwerte entgegengenommen und fröhlich ihr Rezept für den Erfolg verraten: „Power, Power, Power und arbeiten mit Herz!“ Wieviel Energie die Rumbecker in ihren Betrieb stecken, hat auch die Jury beeindruckt. Eine eigene Landwirtschaft garantiert, dass die Küche immer frisch beliefert wird. „Und Matthias Hoffmann ist überall, in der Küche, beim Gast, auf dem Hof“, sagt Juror Rainer Bierwirth, Experte für Wein und Spirituosen.
Zweiter Gewinner des Abends war das Winterberger Hotel Astenblick. In der Kategorie Restaurant erhielt Dirk Engemann von seinen Gästen jede Menge Lob. Und nun einen Preis für seine engagierte Art, dem Gast zu begegnen und sein Team zu Bestleistungen zu motivieren.
Ein Verwöhnprogramm für die Gastronomen
Apropos Bestleistungen: Die durften die Gastronomen, die nur selten selbst verwöhnt werden, in der Schwerter Rohrmeisterei genießen. Fünf Köche aus Westfalen servierten Edles mit bodenständigen Wurzeln. „Lecker Reh“ (in drei Variationen wirklich gut und von Steckrüben-Püree begleitet) oder „Sauerbraten vom Steinbutt“ (guter Fisch, der mit seinem fantasievollen Namen den Gaumen herausforderte) oder ein „Sandwich vom Pulpo“, dem als Gruß der Molekularküche Balsamico-Kaviar zur Seite lag. „Agar Agar wird mit Hilfe von Stickstoff zu diesen Kugeln“, erklärt Denis Penz, der 20 Jahre in der Sterneküche zu Hause war und nun mit einem eigenen Haus im Münsterland auf künftige Meriten beim Westfälischen Gastronomiepreis hofft. „Es ist verwunderlich, dass es in Westfalen erst seit drei Jahren einen solchen Preis gibt“, sagt der Berliner Penz. „Und es ist gut, dass sich nun so viele beteiligen.“ Ein wenig neidisch ist er allerdings schon, dass die Kollegen aus dem Sauerland bei dem Preis so gut wegkamen. „Da muss das Münsterland noch aufholen.“
Auf den Plätzen in der Kategorie Landhotel/Gasthof landeten aus Südwestfalen: 2. Haus Hilmeke (Lennestadt), 3. Sauerländer Hof (Eslohe), 4. Landhotel Donner (Meschede), 6. Hotel zur Mühle (Iserlohn) und Hotel Gnacke (Nordenau), 8. Waldhotel Schinkenwirt (Olsberg) sowie 9. Landcafé Sebastianshof (Warstein).
In der Kategorie Restaurant gab es auch weitere Ehrungen für südwestfälische Betriebe: 4. Hotel Sunderland (Sundern), 5. Hotel Deimann (Schmallenberg), 6. Milius Restaurant (Hagen), 10. Haus Hochstein (Eslohe).
Weitere Infos zu dem Preis unter www.westfaelischer-gastronomiepreis.de

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