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Eher an die Uni

Frühstarter mit Grips-Vorsprung

23.10.2007 | 18:00 Uhr

Halver/Hagen. Eigentlich ist Tobias Menne ein ganz normaler Schüler. Morgens geht der 18-Jährige zum Anne-Frank-Gymnasium in Halver, abends spielt er Handball in der A-Jugend der JHG Mark-Süd. Nächstes Jahr macht er sein Abitur, doch - und jetzt kommt das Außergewöhnliche - an der Universität studiert er schon jetzt. Tobias Menne ist einer von sieben Akademiestudenten aus Halver, die an der Fernuni Hagen Seminare belegt haben. Insgesamt sind etwa 75 Männer und Frauen im Alter von 18 Jahren und jünger in Hagen eingeschrieben. Das Interesse steigt.

Alle zwei Wochen versorgt die Uni den Jungakademiker aus Halver mit Material - 40 bis 60 Seiten stapeln sich dann auf dem Schreibtisch des Schüler-Studenten. Menne, der das Fach Mathematik belegt, hat 14 Tage Zeit, um sich durch den Papierberg zu arbeiten und anschließend acht Aufgaben zu lösen. Dafür gibt's Punkte, und für Punkte gibt's Seminarscheine. Die kann er nach seinem Abitur an jeder anderen Uni anrechnen lassen. „So spare ich später Zeit”, sagt er. „Außerdem kann ich mir schon jetzt einen Einblick verschaffen, was an der Uni verlangt wird.”

Zugegeben, ein ganz normaler Schüler ist Tobias Menne dann doch nicht. „Zu Hause mache ich für die Schule eigentlich gar nichts”, sagt er. Trotzdem steht in seinen Zeugnissen hinter dem Wort Mathematik „meistens eins plus”. Offenbar fliegen ihm die Unterrichtsinhalte nur so zu. „Deshalb habe ich nebenher noch Zeit für das Studium.” Gut eine Stunde brütet er durchschnittlich pro Tag über den Uni-Unterlagen. Schon seit zwei Jahren steht für ihn fest, dass er entweder Mathematik oder Elektrotechnik studieren will. 

Das Anne-Frank-Gymnasium schickt vier Mathe- und drei Informatikstudenten an die Uni und beteiligt sich sogar an den Gebühren. Im Zwei-Wochen-Rhythmus trifft sich die Gruppe in der Schule, um mit Lehrern über den „Nebenjob” zu sprechen. Schließlich dürfen die Leistungen im Unterricht nicht unter dem Studium leiden, betont Kuhlmann.

 „Wir sind bemüht, leistungsstarken Schülern im Rahmen der individuellen Förderung Anreize zu bieten”, erklärt Schulleiter Hans Beinghaus. „Unter Druck setzen wollen wir aber niemanden.” Deswegen sei die Teilnahme am Akademiestudium freiwillig. „Ohne Spaß, ohne eine gewisse Veranlagung geht das Ganze nicht”, sagt auch Tobias Menne. Er will das zweite Semester an der Fernuni ebenso durchziehen. Die Abitur-Vorbereitungen laufen dann gleichzeitig. „Das schaffe ich schon”, sagt er. Ein ganz normaler Schüler ist er dann wohl doch nicht. Und im Mathe-Unterricht langweilt er sich in letzter Zeit ab und zu.

Weitere Informationen über das Akademiestudium gibt die Fernuni Hagen unter  02331/9872444.

Martin KORTE

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