Flache Flunder fürs Freizeitvergnügen
28.05.2010 | 19:09 Uhr 2010-05-28T19:09:00+0200
Hagen.Der neue Flach-Computer hat auch viele Menschen in Südwestfalen in seinen Bann gezogen. Viele Fans haben sich am Freitag schon auf ihr iPad gefreut. Die meisten von ihnen guckten allerdings in die Röhre.
Vor dem Elektronikmarkt in Hagen-Hohenlimburg warten am Freitagmorgen einige Kunden darauf, dass das Geschäft endlich öffnet. Grund ist nicht der Verkaufsstart des iPads, sondern ihr neuer Fernseher für die Fußball-WM, wie sie sagen.
Eine halbe Stunde vergeht, dann kommen sie aber doch noch. Diese Fans, die es unbedingt mitnehmen möchten und doch enttäuscht werden. „Wann ist es wieder lieferbar?“ kommt es ihnen schließlich über die Lippen. Bis September könne es dauern, heißt es. Vom iPad gibt es zum Verkaufsstart einfach zu wenige Exemplare.
Manche Beobachter schütteln ob des großen Bohei um das Apple-Produkt nur mit dem Kopf. Die Begierde nach dem flachen Computer ist nicht für jeden nachvollziehbar. Logisch, denn die Faszination erschließt sich erst, wenn man das iPad in seinen Händen hält und es benutzt.
Mit Fingerspitzengefühl
im Bilderbuch blättern
Für Testzwecke stand unserer Zeitung ein 16-Gigabyte-Gerät zur Verfügung. Kaum ist es eingeschaltet, wird der Wunsch schon größer, es zu berühren. Dieser flache und circa DINA4-Blatt-große Computer ist so leicht und wirkt so anziehend. Spiegelglatt ist seine Bildschirmoberfläche. Die Finger gleiten flink von einer Applikation zur nächsten. So macht schon das Starten eines Programms gleich doppelt Spaß.
Und es wird noch besser und sinnvoller. Fast schon LP-große Albencover erscheinen in der digitalen Musiksammlung. Der Finger saust von einem Album zum nächsten, als ob man entlang eines langen Regals voller Schallplatten von LP zu LP blättert.
Auch Videos sind auf dem Gerät eine Augenweide. Zwar lässt sich mangels DVD-Laufwerk kein Film ins Gerät einlegen, aber dafür gibt es ja den Online-Shop, der vor Filmen und Serien nur so strotzt. Ansonsten lässt sich die Zeit auch prima mit kostenlosen Clips wie Tagesschau-Nachrichten oder den besten Szenen aus der Harald-Schmidt-Show vertreiben.
Nun zur digitalen Spielwiese: Spätestens damit manifestiert sich das bereits angedeutete Staunen zu einem Dauerzustand. Eine Kugel muss durch ein Labyrinth balanciert werden. Ganz wie beim Original aus Holz rollt der Ball in die Richtung, in die man den Computer neigt. Verblüffend! Jetzt noch ein Rennspiel. Da hält der Tester kein iPad mehr in seinen Händen, nein nun ist es ein Lenkrad eines Formel1-Boliden!
Jetzt wird es aber mal Zeit für handfestere Dinge. Schließlich sollte das Gerät nicht nur aus Vergnügungssucht eine Anschaffung wert sein. Mindestens eine ordentliche E-Mail-Funktion sollte schon drin sein. Ob das klappt, obwohl eine ordentliche Tastatur fehlt? Klar, sie wird einfach eingeblendet. Egal ob Web-Adressen oder Textdokumente - die nötigen Zeilen lassen sich damit flott schreiben. Texte zu lesen: ein tolles Feature. Das Kinderbuch „Winnie the Pooh“ war vorinstalliert. Dank des Touch-Screens lässt es sich, ganz wie bei der Papier-Variante, durchblättern. Ganz so wie auch Zeitschriften und Tageszeitungen. Sie sind am digitalen Büdchen schon käuflich zu erwerben. Bislang jedoch haben die Verlage lediglich digitale Kopien ihrer Printprodukte ins virtuelle Schaufenster gestellt. Da muss eigentlich noch mehr kommen. Schließlich bietet das iPad mit seiner Vernetztheit doch viel mehr Möglichkeiten.
Alle Möglichkeiten, die der flache Computer bietet, scheinen beileibe noch nicht ausgeschöpft. Das betrifft auch die Funktion als Einnahmequellen für Apple. Praktisches und für viele Menschen notwendiges Zubehör wie ein Kartenleser für Digitalkamerachips oder eine Tastatur kosten extra, wie auch alle Programme (von 1,79 bis 79 Euro). Richtig ärgerlich: Ein USB-Anschluss fehlt, bis auf YouTube können nicht alle Internetvideos abgespielt werden. Das sollte Apple verbessern.
Fazit: Apple ist es gelungen, ein Produkt zu kreieren, das man bislang eigentlich nicht vermisst hat. Nach dem Ausprobieren reift allerdings die Überzeugung, es fortan nicht mehr missen zu wollen.

23:45
Der eine kauft BILD,der andere Dauerkarten und wieder andere Elektronikschrott.
DU bist Deutschland!
Gute Nacht.
12:10
Wer mit seinem Geld nichts besseres anzufangen weiß, der kauft halt so einen unnützen ******
17:35
Da kann man sich nur freuen, daß die geistige Elite unseres Landes erneut nach Höherem strebt, während sich Apple mit schnödem Mammon zufrieden gibt…
13:03
Genau, ich finde es auch total unverschämt dass Apple für das Zubehör auch noch Geld verlangt. Andere Unternehmen geben ihre Produkte doch kostenlos raus... o_O
10:21
Was die WAZ hier zu diesem Thema abzieht, könnte durchaus wieder einmal als Dauer-Werbesendung überschrieben werden.