Eine Kultur des Hinsehens ist gefragt
14.09.2009 | 19:04 Uhr 2009-09-14T19:04:00+0200
München/Hagen. Seinen Mut, vier Kindern zu helfen, hat ein Münchner Geschäftsmann mit dem Leben bezahlt. Mit 22 Tritten und Schlägen haben ihn zwei Jugendliche zu Tode geprügelt. Dennoch appellieren Experten weiterhin an die Zivilcourage der Bevölkerung.
„Zivilcourage ja - Hinsehen und Handeln muss die Devise lauten”, sagt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt (LKA) NRW und fügt hinzu: „Sie müssen nicht den Helden spielen”. Keinesfalls sollten Helfer ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen. Stattdessen rät Scheulen dazu, per Handy den Notruf zu aktivieren, Aufmerksamkeit auf das Geschehen zu lenken und Umherstehende direkt anzusprechen. Auf einen Hilferuf allein reagierten die wenigsten.
„Verantwortungsdiffusion”, nennt Nadine Bals, Geschäftsführerin der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ), dieses Phänomen. Je mehr Menschen zusammenstünden, desto weniger würden tatsächlich helfen und tauchten stattdessen in der Masse unter. „Sprechen sie deshalb Personen gezielt an wie zum Beispiel: 'Sie dahinten in der schwarzen Lederjacke, rufen sie bitte die Polizei'”, rät auch Bals.
Polizeiangaben zufolge sollen sich auf dem S-Bahnhof Solln zur Tatzeit laut Zeugenaussagen etwa 15 weitere Personen aufgehalten haben. Unklar sei jedoch, ob zu dieser Zeit bereits auf den 50-Jährigen eingeschlagen wurde. Mehrere Zeugen hätten allerdings die Polizei informiert.
Nach dem Tod des Mannes, bei dem es sich um den Vorstandschef eines Dachziegelunternehmens, Dominik B., handeln soll, werden indes erste Forderungen nach besserer Überwachung der S-Bahnstationen sowie mehr Kontrollpersonal laut. Und nach einem schärfen Jugendstrafrecht. „Das ist absurd” sagt Nadine Bals. Das Jugendstrafrecht sei, entgegen aller Vorurteile, nicht lasch, sondern sehr flexibel. Und es ziele in erster Linie nicht auf Vergeltung, sondern darauf, erneuten Straftaten vorzubeugen. Haft allein ändere nichts an den Rahmenbedingungen, unter denen eine Straftat begangen würde, so Bals
Die Staatsanwaltschaft in München wirft den 17 und 18 Jahre alten Schlägern Mord vor. Als Höchststrafe im Jugendstrafrecht würde sie eine Haftstrafe von zehn Jahren (im Erwachsenenstrafrecht 15) erwarten. „Dieses Strafmaß wird in Deutschland etwa drei- bis fünfmal pro Jahr verhängt”, sagt Nadine Bals. Der Bedarf nach einem höheren Strafmaß sei damit gar nicht gegeben.
Klaus Boers, Kriminologe an der Universität Münster, gibt zudem zu bedenken: „Das Strafmaß hat keine abschreckende Wirkung, das Entdeckungsrisiko schon.” Aus pädagogischer Sicht sei eine Haftstrafe von mehr als fünf Jahren bei Jugendlichen nicht sinnvoll. In schweren Fällen ist es aber auch im Jugendstrafrecht möglich, bei einer Freiheitsstrafe ab sieben Jahren eine Sicherungsverwahrung zu verhängen. Eine Analyse des Falls in München sei nach so kurzer Zeit noch nicht möglich. Dennoch bewertet Boers das Verhalten der Täter, indem sie ihrem Opfer nachstellten, sowie das hohe Maß an Aggressivität, indem sie mehrfach und gezielt zutraten, als „ungewöhnlich”. Seiner Ansicht nach wäre es denkbar, dass die Situation nicht eskaliert wäre, hätte der 50-Jährige eine zweite Person an seiner Seite gehabt.
Um so wichtiger sei „eine Kultur des Hinsehens”, wie Kriminalrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Zentralen Geschäftsstelle der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, sagt. Wer aus dem tragischen Tod des Münchner Geschäftsmannes folgere, im Zweifelsfall besser nicht einzugreifen, der ziehe den falschen Schluss. „Nur eine starke Gemeinschaft sorgt für ein zivilisiertes Zusammenleben und ein friedliches Miteinander.”

02:28
Ich werde mich solange ich dafür nicht verurteilt werde schön heraushalten, wenn jemand totgeschlagen wird. Ich habe keine Lust darauf, dass vermindert schuldfähige Jugendliche mich umbringen.
Ich sehe aber genau hin. Versprochen.
15:49
Es hilft einzig und allein der Zusammenschluss von Mutigen. Alle sind aufgefordert, in solchen Fällen wie in Solln Zivilcourage zu zeigen. Wer nicht mitmacht, macht sich mitschuldig. Das muss einfach jedem klargemacht werden. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass man diejenigen, die in Solln vorbeischauten als der Mord passierte, nicht strafverfolgt werden. Es mag ja sein, dass nach dem Gesetz dies heute nicht möglich ist. Dann sind die entsprechenden Gesetze Sch.....Hoffentlich bekommen die, die hätten Helfen können und hätten müssen, tägliche Alpträume bis zu ihrem Lebensende!!! Und hoffentlich bekommen sie selbst bei so einer Attacke mal was auf die Fresse.
13:21
Es sei auch ein Apell an alle jungen Menschen gegeben, die vllt noch ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihren Eltern haben, weiht sie ein bei Straftaten, nehmt nichts hin, schliesst euch mit anderen Jugendlichen zusammen. Gemeinsam könnt ihr gewaltbereiten viel besser paroli bieten. Lasst euch n i e m a l s einschüchtern.
Wenn ältere kleinere abziehen wie in München, die drei Jugendlichen die vier Kinder:
Es weren nicht die r i c h t i g e n Fragen gestellt, wie: - Wieso nennt man sie nicht Strassenräuber??
Warum sagt die Presse niemals Mutiger Erwachsener stellt sich gegen Strassenräuber und wird getötet
Merkt man das, warum nicht?? Dann würde man nämlich merken, diese Strassenräuber gibts ja auch bei uns, in unserem Kaff und Dorf, nicht nur in München, in Berlin oder Hamburg. Nein, hier in Recklinghausen, Waltrop, Marl und Datteln auch.
DAS NICHT BENENNEN UND FALSCH BENENNEN IST A U C H EINE KULTUR DES WEGSCHAUENS!
08:56
Dann stellt mal ein paar Polizisten ein, damit auch jemand hinsieht.
01:27
Stattdessen rät Scheulen dazu, per Handy den Notruf zu aktivieren,
Und dann? Hat der Kriminalist nicht mit bekommen, dass der Getötete genau das schon lange vor dem Aussteigen gemacht hat? Wo war die Polizei?
Mehrere Zeugen hätten allerdings die Polizei informiert Und was bringt das? Nochmal, wo war die Polizei?
Sich auf das Handy zu verlassen ist lebensgefährlich, wenn ich nicht sicher sein kann, dass die Polizei auch kommt - was allerdings innerhalb von 3 Minuten passieren sollte, sonst ist es zu spät.
Jedes Warenhaus verhängt bei kleinsten Diebstählen Hausverbot. Wehret den Anfängen, schon bei kleinsten Pöbeleien oder agressiven Verhalten sollten die Verkersbetriebe dies auch tun. Das verhindert vieleicht eine Verbrecherlaufbahn. Ohne Auto und im Winter in einer Millionenstadt nicht mehr in U-Bahn oder Bus zu dürfen, ist ziemlich abschreckend