Ein Wagenrennen mit Verspätung
20.11.2009 | 18:30 Uhr 2009-11-20T18:30:00+0100
Gelsenkirchen. Wenn schon das vor 50 Jahren abgedrehte Hollywood-Spektakel „Ben Hur” die Mutter aller Monumentalfilme ist, dann sollte die Showproduktion „Ben Hur live” alles bisher Dagewesene in Veranstaltungsarenen sprengen.
Gesprengt sind kurzfristig die beiden Termine in Gelsenkirchen in der kommenden Woche.
In einer Presseerklärung, die auch auf der Internetseite der Schalker Arena abgedruckt ist, informiert Veranstalter Art Concerts aus Mörlbach am Starnberger See über die Verschiebung der für den 27. und 28. November geplanten Monumentalshows auf Freitag, 5., und Samstag, 6. Februar 2010. Wegen technischer Probleme an den Galeeren und anderen beweglichen Kulissen und damit verbunden Sorgen um die Sicherheit der mehr als 300 Darsteller müsse die laufende Tournee - nach fünf Stationen und nur zwei Monate nach der Premiere - für acht Wochen unterbrochen werden. Neben Gelsenkirchen ist auch Wien betroffen.
Die Süddeutsche Zeitung (SZ) dagegen berichtet von „großen Schwierigkeiten” der Produktionsfirma Art Concerts. Deren Chef Franz Abraham habe gegenüber dem Blatt zugegeben, mit der Bezahlung der Mitarbeiter im Rückstand zu sein - „aber immer nur vier bis sechs Wochen”. Beobachtung der SZ: Es mehrten sich die Gerüchte einer Zahlungsunfähigkeit.
"Kein Grund zur Panik"
Davon will Art-Concerts-Sprecher Thorsten Kurzawe („Kein Grund zur Panik”) nichts wissen - auch nicht von einem drohenden Ausfall der Gastspiele auf Schalke im kommenden Februar. „Das will ich nicht hoffen, schließlich will dann meine komplette Familie zuschauen.” Art Concerts habe „keine größeren finanziellen Schwierigkeiten”, sagt Kurzawe und ergänzt, dass jedes größere Unternehmen in diesen Zeiten zu kämpfen habe. Für die beiden Gelsenkirchener Termine seien bereits 30 000 Karten verkauft worden.
Das Sandalen-Spektakel „Ben Hur” wird vom Veranstalter als „größte Monumental-Show der Welt” gerühmt. Nach der Premiere in der Münchner Olympiahalle mit Schauspieler Ben Becker als Erzähler jubelte der Münchner Merkur angesichts des temporeichen Wagenrennens, der Gladiatoren-Kämpfe und einer antiken Seeschlacht über eine „atemberaubende und spektakuläre” Aufführung.
Gewisse Verstimmungen
Im Vorfeld der Schalker Ben-Hur-Festspiele freilich hatte es bereits gewisse Verstimmungen gegeben. Die geplanten Spielorte Düsseldorf („Dome”) und Dortmund (Westfalenhalle) mussten offenbar gegenüber Schalker Finanzkraft den Kürzeren ziehen. Die Rheinische Post zitierte im Sommer Art-Concerts-Projektleiter Tobias Bartelmus: „Wir haben ein Angebot der Arena auf Schalke bekommen, das wir nicht ablehnen konnten.”

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