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Schulpolitik

Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium

23.08.2009 | 08:53 Uhr
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium

Düsseldorf. Das „G8”-Gymnasium ist nach Ansicht von Lehrern, Gewerkschaften, Eltern und Ministerium in NRW ein Erfolgsmodell - trotz einiger „Geburtswehen” und anfänglicher Beschwerden. Doch manche Probleme bleiben: teure Schulbücher, fehlende Mensen und Nachteile für Real- und Hauptschüler.

75 Prozent der Eltern begrüßten den um ein Jahr verkürzten Bildungsgang, betont die Landeselternschaft. Weil Eltern ein „Gymnasium zweiter Klasse” vermeiden wollen, lehnen sie die Wahlfreiheit zwischen acht und neun Schuljahren ab.

Am Montag erhalten die Eltern von Gymnasialschülern eine Info-Broschüre zum „G8”. Der Vorsitzende der rheinischen Direktorenkonferenz an Gymnasien, Konrad Großmann, sieht die Chance im „G8”, die Schulzeit ganztags effektiver zu nutzen.

Doppelstunden schaffen Räume

  • Ergänzungsstunden können im Ganztag zur Förderung eingesetzt werden.
  • Doppelstunden oder 90-Minuten-Einheiten schaffen Räume für vertiefenden Unterricht.
  • Lehrpläne werden gekürzt.

Problem aber bleiben:

  • Viele Schulen können sich neue Schulbücher mit ans „G8” angepassten Inhalten nicht leisten.
  • Bisher verfügen nur rund 40 Prozent der Gymnasien über eine Mensa, in weiteren 55 Prozent sind Mensen im Bau oder zumindest in Planung. Für den Ganztag braucht es Räume für eine Mittagsbetreuung.
Schulministerin Barbara Sommer: G8-Gymnasium ist ein Erfolgsmodell. Foto: Michael Kleinrensing

In 15 der 629 NRW-Gym-nasien läuft das verkürzte G8-Modell schon seit Jahren: Schüler kamen bereits 2009/10 in die gymnasiale Oberstufe.

„Keine Überforderung”

Das Ergebnis skizziert Sommer so: „Es kommt nicht zu Leistungseinbußen, wenn Schüler ein Schuljahr weniger haben.” Auch eine Überforderung durch eine schnellere Vermittlung des Stoffs sei ausgeblieben.

Lehrer und Eltern bestätigen dies. Luise Berg-Ehlers, Direktoren-Sprecherin in Westfalen-Lippe, begrüßt eine Entlastung der Schüler durch weniger Hausarbeiten und verkürzte Lehrpläne. Philologen-Chef Peter Silbernagel freut sich, dass das „G8”-Modell pädagogisch vernünftig und für Schüler weder „krankmachend noch Kindheits gefährdend” sei.

Allerdings sieht der Chef der Lehrergewerkschaft VBE, Udo Beckmann, im verkürzten „G8” größere Probleme für gute Real- und Hauptschüler beim Schulformwechsel in der Sekundarstufe I aufs Gymnasium. „Die Auswirkungen auf die Durchlässigkeit des Schulsystems wurden nicht bedacht.” Bereits im Schuljahr 2008/09 schafften nur 34 Hauptschüler den Sprung zum Gymnasium. 2005 waren es 113.

Wilfried Goebels

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Kommentare
27.08.2009
06:49
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von Andreas Kruse | #17

Das ist eine glatte LÜGE !

75% der Anwesenden der Versammlung des eingetragenen und FDP nahen Vereins Landeselternschaft der Gymnasien in NRW waren dafür. Die Eltern, Schüler und Lehrer in NRW sind dazu nie befragt worden, sonst hätte es G8 nie gegeben und wir hätten einen Haufen Probleme weniger in der Schule. Seit Bildung keinen Wert an sich mehr darstellt und wirtschaftliche Maßstäbe gesetzt werden, geht es mit unserem Gymnasium bergab. Der europäische Vergleich ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Aber das will in Düsseldorf keiner hören. Die sind dort so borniert und arrogant. Eine Rückkehr zu G9 wäre für unsere Kinder das Beste. Dafür müssten die Eltern aber auf die Straße gehen und sich mehr engagieren. Das was hier im Moment passiert ist verkappte Sparpolitik zu Lasten unserer Kinder. Daran ändern auch die jüngsten Investitionen aus dem Konjunkturpaket nichts. Das ist Augenwischerei.

23.08.2009
10:11
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von esreicht | #16

Meine Güte Herr Redakteur. In welcher Realität leben Sie und woher beziehen Sie Ihre Informationen? Die Landeselternschaft? Die ist von der CDU/FDP derart vor den Karren gespannt worden, dass dort die vielen kritischen Stimmen gar nicht mehr berücksichtigt werden. Das führt dazu, dass sich die Elternverbände inzwischen durch Fragebogenaktionen (Stadtschulpflegschaft Paderborn u. a. sei hier erwähnt) eigene Befragungen durchführen und der Gedanke besteht, sich von der Landeselternschaft zu trennen.
Ich habe gestern morgen bereits ihren Kommentar in der WP gelesen, der meinen Blutdruck bedenklich zum Ansteigen brachte. Als betroffene Elternteile sind wir hier mehr als im Thema. Und dann lassen sich die Medien auch noch so vorführen. Offenbar ganz bewusst.
Da bei uns nun nach längerer Beobachtung ihrer Berichterstattung das Fass sozusagen übergelaufen ist, werden wir unser Abo kündigen.

22.08.2009
21:12
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von Flasche | #15

Wird ein Unterrichtsfach mit drei Stunden pro Woche unterrichtet und werden davon zwei Stunden zu einer Doppelstunde zusammengelegt, bedeutet dies, dass die SchülerInnen zwar mitunter einmal in der Woche einen vertiefenden Unterricht erfahren dürfen, dann aber eine längere Pause bis zum nächsten LErn- und/oder Wiederholungsschritt haben. Zu bedenken ist auch, dass Frau sommer nun um behutsamen Umgang mit den Hausaufgaben bat, ohne aber zu bedenken, dass die eigenen Verwaltungsvorschriften durchaus umfänglichere und auch notwendige Zeiten pro Tag für die Hausaufgaben anberaumen.

22.08.2009
20:24
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von dummberger | #14

Wenn Schüler und Lehrer so schlampig arbeiten würden wie Journalisten, könnten wir den Laden schon längst zumachen. Da wird eine Zahl von 75 % Eltern genannt, die mit G8 zufrieden ist. Wie ist die Zahl ermittelt worden? Von wem? Repräsentativ? Wurden nur betroffenen Elern befragt oder Eltern im allgemeinen? Wie wurde ermittelt, dass Lehrer G8 als Erfolgsmodell sehen (das wird ohne weitere Erklärung einfach in den Raum gestellt)? Mit welchem Prozentsatz haben sie sich dafür ausgesprochen?
Was hat das Abitur nach 12 Jahren mit Ganztagsschulen oder 90 Min-Rhythmus zu tun? Wieso sind Ganztagsschulen oder verlängerte Schulstunden von G8 abhängig? Doppelstunden sind z.B. in Waldorfschulen schon immer praktiziert worden. Warum die Kürzung der Lehrpläne jetzt unter positiv verbucht wird, wird auch nicht näher erläutert. Außerdem könnte man den Lehrplan auch für eine 9jährige Schulzeit entrümpeln.
Alles in allem ein Artikel, der nichts aussagt und anscheinend nur als Werbemaßnahme für G8 dienen soll.

22.08.2009
20:16
Blockierter Kommentar.
von daniel.otto | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.08.2009
18:50
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von isolde | #12

Alle, die ich kenne sind absolut dafür!

22.08.2009
16:47
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von B. Schmitz | #11

Ich möcht mal wissen, wer wieder befragt wurde. Die Menschen mit denen ich spreche, sind alle dagegen. Aber wie immer in der Politik wird es so gedreht wie es gerade passt und wenn es nicht passt, wird es passend gemacht.

22.08.2009
16:42
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von esatikanen | #10

Ich persönlich kenne auch niemanden, mich eingeschlossen, der mit diesem G8-Unsinn zufrieden wäre. Aber wahrscheinlich hat man sich mit den vermeintlichen 75%-Befürwortern nur verrechnet, auch so eine Auswirkung dieser verfehlten Schulpolitik.

22.08.2009
16:41
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von l. | #9

Also erstens ist G 8 in NRW keine schwarz-gelbe, sondern eine rot-grüne Einrichtung, denn die Verantwortung für die Einführung 2005 fiel noch unter die vorherige Regierung und deren Kultusministerin Hannelore Schäfer. Ob das ein Erfolgsmodell ist, wird die Zeit zeigen - momentan gibt es noch eine Menge Baustellen, aber auch die Fortschritte sind zu sehen. An den Schulen reagieren wir inzwischen nach den gemachten Erfahrungen - und die brauchten wir nun mal - mit Veränderungen der Organisationsstruktur, mit neuen pädagogischen Konzepten, besonders bei der individuellen Förderung, und mit einer Erweiterung des Ganztags- und Übermittags-Betreuungsangebots und kommen dabei voran. Trotzdem werden Probleme bleiben, aber: G 8 war und ist - politisch - gewollt, selbst wenn einige - z. B. hier in NRW SPD und Grüne - das heute lieber unter den Teppich kehren möchten. Es bedarf vor allem einer weiteren finanziellen Anstrengung, um daraus wirklich einen Erfolg zu machen. Hier ist das Land gefordert!

22.08.2009
16:38
Drei Viertel der Eltern loben achtjähriges Gymnasium
von computerprinzessin | #8

Ich bin froh, daß meine Kinder noch das G9-Abi gemacht haben.

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