Douglas spürt in Deutschland keine Krise
11.08.2009 | 15:56 Uhr 2009-08-11T15:56:00+0200Hagen. Im Handel mit Duft, Büchern, Schmuck und Süwaren steuert die Douglas-Gruppe auch in der Wirtschaftskrise unbeirrt auf Wachstumskurs. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 (bis 30.9.) steigerten die Hagener ihre Erlöse um 2,7 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro.
„Wir haben uns vor allem in Deutschland auch im 3. Quartal des Geschäftsjahres gut behaupten können”, bilanzierte Douglas-Chef Henning Kreke. Zufrieden äußerte äußerte er sich vor allem über die Töchter Thalia (Bücher), Christ (Schmuck) und Hussel (Süßwaren), die allesamt auch auf vergleichbarer Fläche (also ohne Neueröffnungen) ihren Umsatz ausgebaut haben. Dabei profitierte insbesondere Hussel vom guten Ostergeschäft, das die Einbußen in den Monaten zuvor mehr als kompensierte. Trotz des Zwangs zum Kostensenken sei es richtig gewesen, nicht bei Service, Sortiment und Ambiente zu sparen, erklärte Kreke.
Spurlos geht die Krise allerdings auch an Douglas nicht vorbei: Der Umsatz der 14 Appelrath-Cüpper Damen-Modehäuser ging weiter zurück. Und im Kerngeschäft Parfümerien, das fast 60 Prozent der Konzernerlöse erwirtschaft, basiert das ausgewiesene Wachstum (+2,2 Prozent) einzig auf der Eröffnung von europaweit 69 neuen Filialen. Ohne sie musste Douglas Einbußen von 1,4 Prozent hinnehmen, so dass der Umsatz auf vergleichbarer Fläche auch konzernweit leicht (0,9 Prozent) unter dem Vorjahresniveau blieb.
Kern des Problems ist das einst so wachstumsstarke Parfümerie-Geschäft im Ausland: Während sich Parfüm und Kosmetik in Deutschland kaum schlechter verkauft als im Boomjahr 2008, macht sich insbesondere in den krisengeschüttelten Märkten Spaniens, Portugals, Italiens und Frankreichs eine Konsumflaute bemerkbar. Insgesamt verbuchte Douglas im Ausland daher auf vergleichbarer Fläche ein Umsatzminus von 2,6 Prozent.
Diese Wachstumsschwäche spiegelt sich auch in den Erträgen wider. So schrumpfte das Vorsteuer-Ergebnis aus dem operativen Geschäft um 11,8 Prozent auf 120,5 Mio. Euro - und wird sich auch bis Ende September kaum weiter verbessern, da der Konzern den Löwenanteil der Erträge stets schon in seinem ersten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft einfährt. Zusätzlich schmälern in diesem Jahr Belastungen von bis zu 30 Mio. Euro durch die Schließung unrentabler Parfümerien im Ausland das Ergebnis.
Anders als nicht wenige andere Einzelhändler ist Douglas von roten Zahlen aber weit entfernt. Unterm Strich verdiente der Konzern im ersten Dreivierteljahr 73,6 Millionen Euro, 14 Millionen weniger als vor Jahresfrist.
In ihren europaweit mittlerweile 1999 Fachgeschäften beschäftigen die Hagener 23 916 Mitarbeiter (+241).

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