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Die große Waffenschmelze

12.11.2008 | 16:58 Uhr

Kreis Soest. Sie liegen auf Dachböden und im Keller oder stehen versteckt im Besenschrank: Hunderte von Waffen, die nicht mehr benutzt werden, gibt es nach Einschätzung der Kreispolizeibehörde in privaten Haushalten im Kreis Soest. Zug um Zug werden diese nun eingesammelt bzw. freiwillig abgegeben.

Denn eine neue Rechtslage macht den Besitz so genannter „Erbwaffen” teuer.

Werner Mutsch und Michael Schürenberg (li.) präsentieren einen Teil der abgegebenen Waffen. Foto: Limbrock

Seit dem 1. April 2008 müssen Besitzer von geerbten Schusswaffen diese in einem Waffenschrank aufbewahren oder aber sie durch ein „Blockiersystem” unbrauchbar machen. Beides ist teuer und kostet jeweils über 100 Euro. „Die Waffenbesitzer rüsten deshalb lieber ab”, verdeutlicht Kreispolizeipressesprecher Winfried Schnieders.

140 solcher Waffen - in der Regel Kleinkaliber-Gewehre und Handfeuerwaffen - wurden allein gestern vom Landeskriminalamt aus Soest nach Wuppertal gebracht. Dort kümmert sich das „Landesamt für zentrale polizeiliche Dienst (LZPD)” um die fachgerechte Entsorgung. „Die wandern alle in den Hochofen”, erklärte Direktionsleiter Michael Schürenberg auf Anfrage.

Allein im Kreis Soest gibt es 20 000 registrierte Langwaffen und 8 500 Kurzwaffen. Damit ist jeder 10. Bürger im Kreis statistisch gesehen im Besitz einer Schusswaffe. Viele von ihnen sind durch Erbfälle an eine Pistole oder ein Gewehrs gekommen.

„Die meisten von ihnen”, so Schürenberg, „wissen damit gar nichts anzufangen und verstauen die Waffe irgendwo.” Damit das nicht irgendwann teuer wird, rät die Polizei, sich rechtzeitig von dem Erbe zu trennen.

Von Hans-Albert Limbrock

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