Deutschland droht ein Stau-Sommer
24.06.2009 | 08:29 Uhr 2009-06-24T08:29:00+0200Hagen/Stuttgart. Der Segen der Gelder aus den Konjunkturpaketen für den Ausbau der Fernstraßen wird in diesen Sommerferien zum Fluch. Die Urlaubsfahrt droht „dank” zahlreicher Baustellen im Stauchaos zu versinken.
Eine Studie zeigt auf, dass durch bessere Planung und optimierte Arbeitsabläufe an Autobahnbaustellen die Zahl der Staus deutlich reduziert werden könnte.
Der ADAC hat seine Stau-Datenbank 2008 ausgewertet und konstatiert Folgen des Aufbaus Ost: Die neuen Bundesländer spielten bei der Stau-Verteilung so gut wie keine Rolle, heißt es. Dagegen seien die Autobahnen in Westdeutschland spürbar in die Jahre gekommen. Und: „Massiv betroffen von täglichen Verstopfungen der Schnellwege sind vor allem NRW und Bayern.”
Hausgemachte Probleme bei der Baustelleneinrichtung
Trotz wachsenden Verkehrsaufkommens und notwendiger Sanierungarbeiten sind manche Probleme dennoch hausgemacht. Das fängt schon bei der Baustelleneinrichtung an: „Die Absperrungen werden aufgebaut und dann passiert erst einmal gar nichts”, sagt Jörg Kaiser (38), Geschäftsbereichsleiter Schlanke Produktion und Logistik bei der Unternehmensberatung Porsche Consulting in Bietigheim-Bissingen. „Das ist die pure Verschwendung.” Aus Sicht des Diplom-Bauingenieurs könnten Autobahnbaustellen viel schneller fertig gestellt werden, wenn bei den Arbeiten unnötige Wartezeiten und überflüssige Zeitpuffer vermieden würden.
Porsche Consulting vermittelt Unternehmen, wie im Straßenbau durch präzise Planung die einzelnen Arbeitsschritte, an denen oft unterschiedliche Firmen beteiligt sind, sinnvoll gekoppelt und synchronisiert werden können. Dabei orientiert man sich an der straffen, prozessorientierten Organisation der Autoherstellung. „Der Gesamtablauf muss in einem einheitlichen Takt, in einem kontinuierlichen Fluss erfolgen.” Von der Bereitstellung des Gussasphalts im Mischwerk, über den Lkw-Transport zur Baustelle bis hin zur optimalen Auslastung der Fertigungsmaschine und den Mitarbeitern der Einbaukolonne.
Ausnutzung der Ressourcen
Ein „Fertiger” (Asphaltmaschine) kann z.B. pro Stunde 300 t Asphalt verarbeiten. Die tatsächliche Leistung liege aber häufig bei nur 180 t, sagt Kaiser, der derzeit zum Thema Autobahnbau promoviert. Hier lasse sich die Bauzeit fast halbieren. Nicht nur die Verkehrsteilnehmer profitieren von den Zeiteinsparungen: „Die Kosten für Arbeiter und Maschinen würden gleichzeitig um ca. 40 % niedriger ausfallen, weil keine Wartezeiten mehr verschwendet werden.”
2008 wurden 130 000 Staus mit einer Gesamtlänge von 375 000 km auf deutschen Autobahnen gemeldet. Laut Bundesverband der Deutschen Industrie verursachen Staus auf deutschen Straßen einen volkswirtschaftlichen Schaden von 102 Milliarden Euro.
Stauverteilung nach Bundesländern (Quelle ADAC):
- NRW: 39 %
- Bayern: 20 %
- Hessen und Baden-Württemberg: je 8 %
- Berlin: 7 %
- Niedersachsen: 6 %
- übrige Länder: 12 %.
Rangliste der Stau-Ursachen auf Fernstraßen:
- hohes Verkehrsaufkommen: 66 %
- Unfall: 16 %
- Baustelle: 15 %
- defektes Fahrzeug: 3 %.
Nach einer Studie von Porsche Consulting entsteht pro Jahr durch Baustellenstaus auf deutschen Autobahnen ein volkswirtschaftlicher Schaden von 37 Milliarden Euro. Wenn die Bauzeiten um nur 20 bis 25 % reduziert würden, ließen sich die Verluste durch Staus um fünf bis zehn Milliarden Euro senken. „Und das ist noch sehr konservativ gerechnet”, sagt Kaiser.
Die Bauprojekte der Zukunft müssen nach Ansicht des Bauingenieurs eine Gesamtplanung haben - die alle Firmen zusammen bringt und zentral steuert. Doch die ganzheitliche Betrachtungsweise ist nicht von jetzt auf gleich in die Köpfe der Beteiligten zu bringen. „Das ist ein großer Sprung”, sagt Kaiser. „Viele Bauleiter müssen das Umdenken erstmal lernen und mit jahrzehntelangen Gewohnheiten brechen.”

16:34
Das erzählt man uns jedes Jahr.
12:01
Man alle habe in Deutschland kein Geld wieso fahren die dann überhaupt in den Urlaub?
Bleibt zu Hause Streicht mal die Wohnung oder sonst was und schon ist das Problem gelöst!
Wir hier am Bodensee die keinen Bezug zu den Turis haben würden sich freuen endlich keine Langen Staus mehr weil so ein blöder Turi sich die Landschaft anschauen möchte und auf der Strasse wo man sonst 120 Fahren darf nur 60 fahren kann.
Ja bleibt zu Hause und ich Spare mir im Sommer 20 Minuten pro Tag um zu und 20 Minuten von der Arbeit.
09:54
Was Herr Porsche da erzählt ist allgemeines Geschwätz ohne Substanz. Wie Unternehmensberater, die sich ins Geschäft bringen wollen, halt reden.
Die Leute aus der Praxis brauchen bestimmt keinen Wissenschaftsfuzzy, der noch nie eine Baustelle vor Ort gesehen hat. Eine Baustelle ist keine Autofabrik, sondern vergleichbar mit der Herstellung eines Prototyps, lieber Herr Porsche-Consult.
09:18
Einfach mehr Bauarbeiter einstellen!
Aber das ist ja von der CDU so nicht gewollt.
Finanziell profitieren sollen schließlich nicht die Bürger, die die Notstanddsreparaturen auf den Autobahnen, Schulen etc. finanzieren müssen, sondern einzig und allein profitieren sollen nur die Firmen mit noch satteren Gewinnen.