Deutscher Staatsanwalt ermittelt gegen Herdeckerin
02.08.2010 | 17:47 Uhr 2010-08-02T17:47:00+0200
Hagen/Penya Rocha.Hagen/Penya Rocha. Eine überraschende Entwicklung im Wanderdrama von Südspanien: Nach dem Tod des fünfjährigen Alexander in der Nähe von Cordoba, hat sein 60-jähriger Vater bei der Polizei in Schwelm schwere Vorwürfe gegen seine Ehefrau Tanja K. erhoben
Dese Vorwürfe haben den Hagener Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer dazu veranlasst, gegen die 40-jährige Tanja K. aus Herdecke ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Denn es ist nicht auszuschließen, dass die Mutter ihren Sohn Alexander vorsätzlich getötet hat. Deshalb will Oberstaatsanwalt Rahmer überprüfen, ob ein Totschlag, eine Aussetzung mit Todesfolge oder sogar ein Mord vorliegt.
Akuter Wassermangel
Der vermisste Junge aus Herdecke war am 23. Juli nach dreitägiger Suche in einem unwegsamen Berggelände nahe der andalusischen Ortschaft Espiel (2400 Einwohner) gefunden worden. Neben dem Fünfjährigen lagen zwei Rucksäcke und mehrere leere Wasserflaschen. Tanja K. - seine Mutter, mit der er Urlaub in Spanien machte - war drei Tage zuvor unter Schock und mit Schürfwunden übersät nördlich von Cordoba aufgegriffen worden. Sie gab eine Vermisstenmeldung nach ihrem Sohn auf. Die Polizei fahndete sofort mit Suchhunden und Hubschraubern nach dem Kind.
Nach Berichten der spanischen Polizei ergab die Obduktion des Fünfjährigen, dass er bei 40 Grad verdurstet sein muss. Akuter Wassermangel habe zu einem Hitzeschlag und zu allgemeinem Organversagen geführt. Anzeichen für Gewalteinwirkungen gebe es nicht. „Der Junge hatte sich“, so beschreibt es die Polizei, „unter ein Gebüsch gekauert, um sich in der Gluthitze vor der Sonne zu schützen.“
Vater zweifelt an natürlichem Tod
Diese Darstellung bezweifelt der Vater von Alexander, der in Dortmund wohnt. Vier Monate hatte er nichts mehr von Frau und Kind gehört. Trotzdem flog Hans-Detlef nach Cordoba, um seinen Sohn zu identifizieren. Bereits beim deutschen Konsulat in Malaga soll der 60-Jährige Zweifel am „natürlichen Tod“ seines Sohnes geäußert haben. Das Konsulat nahm Kontakt mit den spanischen Behörden auf und sprach auch mit Tanja K., die immer noch im Krankenhaus lag. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Zurück in Deutschland ging Hans-Detlef K. am vergangenen Mittwoch zur Polizei in Schwelm und wiederholte dort seine Bedenken. Am Samstag wurde Tanja K. im Krankenhaus von Cordoba vorübergehend festgenommen und verhört. Der spanische Untersuchungsrichter legt der 40-jährigen fahrlässige Tötung zur Last. Die Herdeckerin wurde freigelassen, darf Spanien aber nicht verlassen.
Ich möchte alle Ermittlungsunterlagen haben
Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer nahm noch am Mittwoch um 16.15 Uhr über die Verbindungsbeamtin des Bundeskriminalamtes in Madrid Kontakt zum Untersuchungsrichter in Penya Rocha auf. So konnte er verhindern, dass der Leichnam des kleinen Alexander eingeäschert wurde.
Über ein formelles Rechtshilfegesuch, das in spanischer Sprache abgefasst ist, bat er am Freitag den Untersuchungsrichter um die Unterlagen. Wolfgang Rahmer: „Ich möchte alle Ermittlungsunterlagen sowie den Obduktionsbericht haben, und ich möchte wissen, ob bei dem Jungen eine toxikologische Untersuchung gemacht wurde.“ Der Untersuchungsrichter habe zugesagt, alle notwendigen Akten per Kurier an die deutsche Botschaft in Madrid zu schicken, denn er habe keinen Scanner, um die Unterlagen per E-Mail nach Hagen senden zu können. Diese Aufgabe übernimmt nun die Botschaft.
„Und erst wenn ich diese Unterlagen gesichtet habe“, so Wolfgang Rahmer, „kann ich sagen, wie es weitergeht.“ er wisse nicht, wo sich Tanja K. aufhalte. Sollten sich aber ausreichende Anhaltspunkte für ein vorsätzliches Tötungsdelikt ergeben, „werde ich einen Haftbefehl erlassen“.

19:25
@eric
erstmal klar, keiner würde sein Kind in der Wildnis allein lassen, könnte ich mir auch nie vorstellen.
Und.... wie kann man nur im Hochsommer in dieser heißen Gegend einen Wanderurlaub machen! Da bewegt sich doch kein vernünftiger Mensch mehr als nötig.... und dann noch mit so einem kleinen Kind, ist einfach nicht normal.
Normaler wäre es gewesen, wenn sie es in der Eifel gemacht hätte. Also, so ganz echt ist die Mutter nicht in der Welt, ich denke, sie ist eine Psychisch Kranke.
01:04
@Kundin: ja, wenn die Mutter sich querstellt... Soll ja nicht wenige geben, die meinen, das Recht gepachtet zu haben.
Ich wohne in Spanien, hatte den Vorfall teilweise anhand von Original-Aussagen der beteiligten Zeugen und Polizisten im TV mitverfolgt. Die Mutter konnte zunächst nicht sagen, wo ihr Sohn war. Erzählte dann, dass sie wieder in Deutschland zurück war, dann, dass der Sohn bei seinem Vater wäre. Auch aufgrund dieser vielen unterschiedlichen Aussagen wurde das Kind nicht mehr rechtzeitig gefunden.
Egal was die deutsche Justiz macht: kein(e) Spaner(in) würde sein/ihr Kind alleine in der Steppe zurücklassen. Unter keinen Umständen. Die Rechtslage ist dort eindeutig strenger und das sind dort Tatbestände, die nicht unter den Tisch zu kehren sind. Auch wenn ggf. aus deutscher Sicht es logisch wäre, dass 1 Person ohne Kind evtl. schneller Hilfe holen könnte.
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Interessanter Bericht, jedoch der Name des Kindes war doch TIM oder irre ich mich? Besonders in so einem Fall finde ich es traurig, wenn der Berichterstatter nicht einmal die Namen weiss...
10:40
Ich bin alleine die Mutter von siebenjährigen Junge und wir kennen die Umgebung von Cordoba gut. Wenn ich über diesen Vorfall lese, gehen meine Haare hoch, weil ich spüre, dass diese Mutter ihr Kind auf die grausamste weise ermordet hat. Das was kein Unfall, sie hat dass nur so arrangiert und abgespielt, dass wie ein Unfall aussieht. Hoffentlich finden die Ermittler genügend Beweise um diese Frau lebenslänglich wegzusperren. Leider bringt nicht auf diesem Welt kleinen unschuldigen Jungen zurück.