Deutsche lässt die Krise kalt
23.07.2009 | 17:57 Uhr 2009-07-23T17:57:00+0200Hagen. Was ist bloß mit den Deutschen los? Das Volk, sonst als Gemeinschaft zuverlässiger Schwarzseher und Pessimisten berüchtigt, bleibt ausgerechnet in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 1929 total gelassen.
Trotz täglich neuer Horrormeldungen über Kurzarbeit, Entlassungen und düsteren Wachstumsprognosen hält sich die Konsumlust auf einem hohen Niveau, wie die Gesellschaft für Konsumforschung festgestellt hat. Die Deutschen, als Sparweltmeister belächelt, gaben das Geld mit vollen Händen aus.
„Das ist ein bisschen wie im Berlin der 1920er Jahre”, meint Andrea Gröppel-Klein, Professorin am Institut für Konsum- und Verhaltensforschung des Saarlandes. „Wir genießen das Hier und Jetzt, gönnen uns was - wer weiß, ob wir es uns in einigen Jahren noch leisten können”, so die Konsumforscherin. Zudem sei die Krise medial täglich präsent, aber tatsächlich sei sie bei den meisten Deutschen noch immer nicht persönlich angekommen. Unsere Zeitung präsentiert einen kleinen Krisenführer.
Haus bauen
Schon lange war es nicht mehr so billig, ein Haus zu bauen. In diesem Monat sind Kredite mit fünfjähriger Zinsbindung für effektiv knapp unter vier Prozent zu haben. Grundvoraussetzung ist aber ein ausreichender Grundstock an Eigenkapital. Die grobe Faustregel liegt bei 20 Prozent des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notar- und Maklergebühren.
Finanzen ordnen
Die meisten Anleger haben in den letzten eineinhalb Jahren dramatische Verluste erlitten. Doch mit jedem Monat Rezession wächst die Hoffnung auf steigende Kurse. Denn während der Arbeitsmarkt als sogenannter nachlaufender Indikator erst spät auf die Rezession reagiert, eilt der Aktienmarkt in der Regel voraus: Mindestens ein halbes Jahr bevor die Wirtschaft wieder anzieht, sagen Experten, steigen auch die Aktienkurse. Doch Vorsicht! Das Gros der Mittel sollte dennoch in Tagesgeld oder kurzfristige Festgeldangebote investiert werden. Denn trotz sinkender Zinsen gibt der Markt noch immer attraktive Angebote her. Auch für die Zeit nach der Krise, wenn hohe Inflationsraten drohen, kann man sich wappnen indem man schon jetzt inflationsgeschützte Anleihen kauft.
Auto verschrotten
Selten war es so günstig, ein Auto zu kaufen. Abwrackprämie (wohl noch bis September), Rabattaktionen und niedrige Inflation machen es möglich. Für viele Navigationssysteme geben zahlreiche Händler ebenfalls Rabatte. Die könnten später den besten und schnellsten Weg aus der Krise weisen.
Absichern
Vielleicht sollte man jetzt noch schnell eine Lebensversicherung abschließen. Immerhin haben sich die Versicherer bislang als vergleichsweise krisenfest erwiesen. Zudem dürfte der Garantiezins über kurz oder lang sinken. Wer erst dann abschließt, hat das Nachsehen. Die Verbraucherschützer widersprechen indes. In einer Krise soll man sich nicht mit lang laufenden, teuren Versicherungen belasten. Besser sei es, das Geld zur Bank zu bringen. Zur Bank? Zurück zu „Finanzen ordnen”.
Pflanzen
SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagt, die Krise sei eine große Chance für „grünes Wachstum” - nehmen Sie ihn doch beim Wort. Besonders wachstumsstark: Kletterpflanzen.

23:03
Auf jeden Fall haben wir viele Nullen in unserer sog.politischen und ökonomischen Elite des Landes.
22:13
Besser alle Käufe vorziehen, als demnächst ein Brot für eine Million Euro kaufen, sobald die Wahlen vorbei sind. Die EU will ja noch ein paar Banken sterben lassen, darunter auch schon staatlich gerettete auch z.B. die WestLB könnte darunter sein, die ja schon von den Sparkassen gestützt wurde.
Ob dann die Deutschen wie die Argentinier vor ein paar Jahren mit Schuhen an die geschlossenen Banken klopfen und ihr Geld fordern??
Für Banker ist ja alles nur virtuell - Nullen können hinter und vor einer eins stehen.
20:51
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20:50
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18:21
Spätestens im Herbst, wenn die Krise bei den Leuten angekommen sein wird, ist Schluss mit lustig. Vielleicht kaufen die Bürger auch noch ordentlich, wohlwissend am Horizont droht Hartz4
14:51
EXPORTLATIGKEIT bleibt gefährlich !
deutschland ist viel zu abhängig vom export geworden, in den wachstumsjahren gab das die illusion von starker wirtschaft; in wirklichkeit ist das zeichen von unausgewogenheit u. abhängigkeit.
wir brauchen export um unsere importe als rohstoffarmes land zu bezahlen, wir müssen aber nicht exportweltmeister oder vizemeister sein.
die politik sollte schnellstens mal den deutschen binnenmarkt ankurbeln u. für hinreichende löhne für schwer arbeitende menschen sorgen.
wenn die mehrheit der arbeitenden bevölkerung nichts von der ganzen Wirtschaftspolitik hat, geht sie in den inneren widerstand = käuferstreik , arbeit ohne engagement, auswanderung etc.
die berliner regierung will überall an führender stelle mitmischen siehe klimaabkommen, afghanistaneinsatz, entwicklungshilfe etc. merkt aber garnicht, dass es dem durchschnittsbürger immer schlechter geht. bei owachstum bis 2015 werden die sozialsysteme in der jetzigen form nicht mehr finanzierbar sein, auch nicht mit Reichensteuer ! - nötig ist eine wirtschaftspolitische rundumerneuerung wie bei ludwig erhard !
09:29
Herr Keim, Ihr Hinweis auf besonders wachstumsstarke Kletterpflanzen ist nicht ganz glücklich. Kletterpflanzen brauchen IMMER einen stärkeren Halt als sie ihn selbst haben.
Was hat Deutschland von der Kletterpflanze, wenn der Halt dann plötzlich wieder wegknickt?
Besser wäre es, wenn die Pflanze Wachstum sich als wahre deutsche Eiche erweisen würde!
Eine Eiche kann selbst den stärksten Unbilden standhalten.
Nur, mit Hartz IV und Agenda 2010, da wird man NIE Wachstum in Deutschland generieren können. Da wird selbst eine Kletterpflanze nur ein kümmerlicher Wasserschößling, dem sein baldiges und endgültiges Ende bevorsteht.
09:23
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06:45
Lieber Nutten das Geld geben, da weis man was man hat...
22:12
@ 5 soll George Orwell heissen.