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Der Steuerbescheid lässt auf sich warten

22.02.2009 | 17:11 Uhr

Hagen. Die Bürger müssen in diesem Jahr deutlich länger auf ihre Steuerbescheide warten als sonst. Die Finanzämter sind überlastet. Aber auch sonst gilt es bei der Erklärung für 2008 einiges zu beachten. Die WESTFALENPOST gibt die wichtigsten Tipps.

Wer die Steuererklärung für 2008 abgibt, wird sich länger in Geduld üben müssen als sonst, bis die Rückzahlung kommt. Die Bearbeitung in den Finanzämtern dauert derzeit im Schnitt bis zu zwölf Wochen. Also doppelt so lange wie normalerweise üblich. Grund für die langen Wartezeiten ist die Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale.

Korrektur per Hand

Kosten für Handwerkerarbeiten wie Tapezieren und Malen sind absetzbar. Foto: Heinrich Hendel

Denn nach dem Urteil des Verfassungsgerichts zur Pendlerpauschale sind die Finanzbeamten erstmal damit beschäftigt, rund zwei Millionen Steuererklärungen aus den vergangenen Jahren per Hand zu korrigieren. Der Vorsitzende der Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, sagt, er könne sich an keine vergleichbare Situation erinnern. Nach seiner Einschätzung seien 10 000 zusätzliche Finanzbeamte erforderlich.

Die WESTFALENPOST gibt die wichtigsten Tipps für die Steuererklärung 2008.

Fahrtkosten:

  • Die Fahrten zur Arbeitsstätte können jetzt wieder ab dem ersten Kilometer angegeben werden. Angerechnet werden 30 Cent pro Kilometer für die einfache Strecke an jedem Arbeitstag. 2008 gab es durchschnittlich 221 Arbeitstage.

Handwerker: 

  • Wer im Haushalt vom Handwerker etwas renovieren oder reparieren lässt, kann die Kosten für die Arbeitszeit absetzen. Anrechenbar sind 20 Prozent von maximal 3000 Euro. Das kann man direkt von der Steuerschuld abziehen. Die Gutschrift gibt es etwa fürs Tapezieren oder Malern, oder die Reparatur von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine oder Herd. Sie müssen aber im Haus in Ordnung gebracht werden.

Haushaltsnahe Arbeiten:

  • Auch dafür lassen sich 20 Prozent von maximal 3000 Euro geltend machen. Absetzen kann man die Putzfrau, die auf Rechnung arbeitet. Bei Mietern sind das auch anteilige Kosten für Hausmeister, Gartenpflege oder Hausreinigung. Die Hausverwaltungen weisen das oft in der Nebenkostenrechnung aus. Prüfen Sie die Rechnung also darauf.

Kinderbetreuung:

  • Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren kann ein Alleinverdiener zwei Drittel der Betreuungskosten ansetzen - bis maximal 4000 Euro. Sind beide Eltern berufstätig, gilt das für Kinder bis 14 Jahre. Anerkannt wird der Kindergarten, der Hort oder die Tagesmutter. Musikstunden oder Nachhilfe indes nicht. Belege müssen Sie nicht mehr einreichen.

Arztkosten:

  • Die Ausgaben für die Praxisgebühr bei einem Arzt, Zuzahlungen für Medikamente oder die Kosten für eine neue Brille können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Die Kosten müssen aber über dem zumutbaren Betrag liegen. Der ist abhängig vom Einkommen.

Verschieben kann lohnen:

  • Bei einem Single (Einkommen 30 000 Euro) liegt er bei sechs Prozent der Einkünfte. Damit man über die Zumutbarkeitsgrenze kommt, lohnt es sich oft, teure Anschaffungen wie eine Brille ins nächste Jahr zu verschieben.

Gegenüber der Erklärung 2007 haben sich in diesem Jahr zudem einige Dinge geändert. So wurde etwa die steuerlich absetzbare Pauschale für Ehrenämter (2100 Euro) auch auf EU-Staaten ausgedehnt. Auch die Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen gilt jetzt EU-weit. Die Putzfrau für die eigene spanische Ferienwohnung etwa spart Steuern. Arbeitgeber können ihren Beschäftigten ab 2008 Aufwendungen bis zu 500 Euro jährlich für betriebliche Gesundheitsförderung steuerfrei gewähren. Darunter fallen etwa Kurse zu gesunder Ernährung, Rückengymnastik oder zur Suchtprävention. Eltern, die ihre Kinder auf eine Privatschule schicken, können 30 Prozent des Schulgeldes absetzen. Der Höchstbetrag liegt nun bei 5000 Euro. Vorher waren es nur 3000. Verpflegung ist aber nicht dabei.

Von Thorsten Keim

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Kommentare
23.02.2009
19:11
Der Steuerbescheid lässt auf sich warten
von Weg mit Hartz 4 | #2

Das wären dann schon mal in den letzen 5 Jahren 6 Mrd € (oder mehr!! wegen des Aufschwungs) sein können...

23.02.2009
19:09
Der Steuerbescheid lässt auf sich warten
von Weg mit Hartz 4 | #1

10.000 mehr Steuerbeamte? Und was ist aus den 200 mehr Steuerbeamten im Land geworden, die eingestellt werden sollten, um die ca. 1, 2 Mrd € Steuermehreinnahmen zu verwirklichen, die wegen fehlender Steuerbeamter pro Jahr dem NRW Haushalt fehlen (Steuerhinterziehung?) Mehrfache Anfragen im Linssen-Ministerium haben keine Antwort darauf gebracht. Die Steuerbeamten hätten sich übrigens selbst finanziert.

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