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Walter Sittler in Der...

Der Kommissar könnte mehr

11.09.2009 | 17:44 Uhr

Das ZDF zeigt am Samstag den sechsten Film aus einer Krimireihe mit bescheidenen Ansprüchen.

Hagen. Wunderschöne schwedische Landschaften, ein beliebter Hauptdarsteller und ein paar auch immer wieder gern gesehene Morde - das müsste doch ein sicherer Quotenbringer im deutschen Fernsehen sein. In der Tat. „Schwarzer Engel” ist bereits der sechste Film aus der Reihe Der Kommissar und das Meer (Sa., ZDF, 20.15 Uhr).

Walter Sittler als Kommissar Robert Anders hat diesmal viele Verdächtige zur Auswahl. Architekt Viktor Algard (Johan Hedenberg) liegt nach der Feier zur Eröffnung der neuen Kongresshalle von Visby tot im Aufzug. Das Herz? Nein, Gerichtsmedizinerin Ewa (Inger Nilsson) und ihr neuer Kollege Mats (Martin Wallström) stellen fest: Es war Gift. Im Champagner? Die Flasche trägt Fingerabdrücke von Viktors Geliebter Sylvia (Regina Lund). Die Ehefrau Elisabeth (Marie Richardson) hat die Party frühzeitig verlassen. Sagt zumindest ihr Bruder, der Apotheker Göran (Christer Fant). Aber der war auch auf seinen Schwager nicht gerade gut zu sprechen.

Und wie sich herausstellt, hat Viktor mit dem Geld seiner Frau ein Haus für seine Geliebte gekauft, in dem auch sein Sohn Simon (Christian Hollbrink), der seinen Vater hasste, häufig übernachtet hat. Ist Sylvia etwa nur vom Sohn zum Vater gewechselt? Fragen über Fragen. Dann brennt ihr Haus. Dann kommt sie bei einem Autounfall um. Und am Ende stellt sich der Fall völlig anders da, als er anfangs schien.

Das hätte im Prinzip ganz spannend werden können. Aber dazu ist auch etwas Interesse an den Figuren notwendig. Doch die und deren Dialoge bleiben so eindimensional und oberflächlich, dass man sich vorkommt wie in einer Mischung aus einer ZDF-Sonntagsschnulze und einem 30 Jahre alten „Derrick”. Alles, was man sieht, wird auch gesagt und dazu noch überdeutlich im Mienenspiel ausgedrückt. Für den unaufmerksamen Nebenbei-Zuschauer offenbar, der nur begreift, was er drei Mal serviert bekommt. Da bleibt kein Platz für Zwischentöne, da schafft auch extremer Musikeinsatz keine Gefühlstiefe.

Aber Walter Sittler bleibt sympathisch, und Gotland ist ein Traum. Das reicht offenbar dem ZDF. Schade.

Harald Ries

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