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Dekane fordern die Rückkehr zum Diplom

17.11.2009 | 11:00 Uhr
Dekane fordern die Rückkehr zum Diplom

Dortmund. An der TU Dortmund fordern 8 von 16 Dekanen das Diplom zurück. Parallel zu den Bachelor- und Masterstudiengängen sollte der Diplomstudiengang angeboten werden. Grund: die hohe Anerkennung des deutschen Diploms im Ausland. Doch das Innovatiosministerium sieht keinen Grund zur Veränderung.

Es riecht nach Revolution. Parallel zum derzeitigen Bildungsstreik, bei dem auch einige Hörsäle in NRW bestreikt wurden, fordert die Mehrheit der Dekane der TU Dortmund: Wir wollen das Diplom zurück! Grund dafür ist die hohe Anerkennung, die das deutsche Diplom im Ausland genießt. Doch aus dem Innovationsministerium heißt es, es gebe keinen Grund zur Veränderung.

Frustrierte Studenten

Viele Studenten sind frustriert. Seit dem Start der Bachelor- und Masterstudiengänge sind die Sorgen groß. Überfüllte Hörsäle und Seminare, zu wenig Professoren für zu viele Studenten und zu wenig Zeit für zu viel Stoff. Die sechs Regelsemester bis zum Bachelorabschluss empfinden viele als nicht ausreichend. Zudem bangen die Studenten um ihren internationalen Ruf, da das deutsche Diplom ein Qualitätsmerkmal war und noch immer ist. Mit einem bundesweiten Aktionstag, wie zum Beispiel Flashmobs in Bochum, wollen die Studierenden heute wieder auf die Missstände aufmerksam machen.

Nun erhalten die protestierenden und besorgten Studenten überraschend Hilfe von ihren Professoren. Acht von sechzehn Dekanen haben sich an der TU Dortmund indirekt gegen Bachelor und Master ausgesprochen. Wörtlich heißt es in der Entschließung: die Fakultätskonferenz unterstütze „die Bemühungen von Fakultäten, (...) im Rahmen eines Pilotprojekts parallel zu Bachelor/Master bewährte Studiengänge wie das Diplom mit den zugehörigen akademischen Qualitäten anzubieten.” Die Diplomordnungen lägen noch in den Schreibtischen, für viele wäre eine schnelle Wiedereinführung kein Problem.

Micky-Maus-Abschlüsse

Doch das geht nur parallel zum Bachelor und Master, denn der kann durch den Bolognaprozess nicht mehr abgeschafft werden. Der Dekan der Fakultät für Statistik, Dr. Walter Krämer, bezeichnete BA und MA gegenüber der Campuszeitung pflichtlektüre sogar als „Micky-Maus-Abschlüsse - gesichtslos und nicht zu unterscheiden.”

Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP) erfuhr von der Forderung erst von der Ruhrgebiets-Campuszeitung, denn - anders als von den Dekanen gewollt - hatte die Unirektorin Ursula Gather den Beschluss nicht an das Wissenschaftsministerium weitergeleitet. Der Minister zeigte sich überrascht. Er sieht die Universitäten auf einem guten Weg, zudem sei es durch das Hochschulfreiheitsgesetz nicht möglich, das Diplom wieder einzuführen.

Beispiele aus anderen Bundesländern zeigen, dass es auch anders geht. Dort können Studenten noch immer auf Diplom ihr Studium beginnen, denn anders als in NRW gibt es dort noch kein Immatrikulationsverbot zu Diplom-Studiengängen. Vor allem deswegen wollen Walter Krämer und seine Dekankollegen an ihrer Forderung festhalten. Die Unterstützung der Studierenden ist ihnen sicher.

Katrin Schmidt

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