Dave Gahan dirigiert die Masse
01.11.2009 | 11:54 Uhr 2009-11-01T11:54:00+0100
Oberhausen. Schwere Krankheit, Drogenprobleme, Solokarrieren – vieles hätte in den letzten drei Jahrzehnten für Depeche Mode das Aus bedeuten können. Doch das Trio ist lebendiger als je zuvor. Das zeigten die Briten am Samstag in der ausverkauften Oberhausener Arena.
Der Depeche-Mode-Fan an sich ist kein homogenes Wesen. In der ausverkauften Arena in Oberhausen drängen sich am Samstag Junge und Alte, Männer und Frauen, mehrheitlich in schwarz gekleidet. Am Montag müssen sie wieder im Büro sitzen, heute lassen sie sich in eine andere Welt versetzen. Eine Welt der Synthesizer und der religiösen Symbolik.
Selten gibt es heute noch Konzerte, bei denen Fans Band-T-Shirts einer alten oder der aktuellen Tour tragen (Tokio Hotel einmal ausgenommen). Doch die Depeche-Mode-Anhänger zeigen: „Wir waren dabei, wir sind dabei - und wir bleiben dabei.“ Nicht ohne Grund gelten die Deutschen als die treuesten Fans der Band. 13000 von ihnen wollten Depeche Mode bei ihrer „Sound Of The Universe“-Tour sehen. Und dem schon mehrfach totgeglaubten Sänger Dave Gahan huldigen.
Eine "Best of Depeche Mode"-Show
Die Fans sind willig; sie sind dankbar. Dankbar für die kleinste Geste von Sänger Gahan, der die Masse mit nur einem Fingerschnippen in Hysterie versetzt. Man muss nicht beschreiben, was passiert, wenn er lasziv die Hüften kreisen lässt, mit dem Mikrofonständer tanzt oder mit halbnacktem Oberkörper und ausgebreiteten Armen vor der Menge steht. Depeche Mode haben leichtes Spiel in Oberhausen.
Sie sind keine Männer der vielen Worte. Sie singen – einen Hit nach dem anderen. Das neue Album „Sound Of The Universe“ dient eher als Vorwand, um eine „Best of Depeche Mode“-Show zu zelebrieren. Als pünktlich um 21 Uhr die Arena dunkel und die Bühne hell wird, gibt es pflichtbewusst „In Chains“. Es folgt „Wrong“. Die Engländer haben es nicht nötig, mit ihrem Hit zu warten. In 30 Jahre Bandbestehen haben sich so viele Hymnen angesammelt, dass dafür auch zwei Stunden Konzertzeit nicht reichen werden.
Martin Gore kann auch singen
Es folgen “Walking in my shoes“, “It’s No Good“, “Precious“, “Enjoy the Silence”. Dave Gahan erscheint dabei als der Mann fürs Grobe. Im positiven Sinne. Er macht die Show; er ist die Show, während Andrew Fletcher brav hinterm Keyboard und Martin Gore bescheiden am linken Bühnenrand stehen. Das Publikum ist Gahan-fixiert. Daher muss er die Bühne verlassen, damit Martin Gore die ungeteilte Aufmerksam gehört, als er mit „Freelove“, „Home“, „Miles Away/The Truth Is“ die Arena in Feuerzeugstimmung versetzt. Martin Gore schreibt zwar den Großteil der Lieder, spielt sonst aber hauptsächlich die Saiteninstrumente. Dabei kann auch er singen, und das sogar sehr gut.
Fotos vom Depeche-Mode-Konzert in Oberhausen finden Sie hier.

19:47
Ich bin zwar (leider) nicht da gewesen, aber es erscheint mir etwas zweifelhaft, dass Martin Gore ausgerechnet das von Dave Gahan geschriebene Miles Away/The Truth Is gesungen haben soll?! Möglicherweise war das Jezebel, das singt Martin nämlich auch auf dem Album.
14:50
Dave verlässt doch immer zum Martin Part die Bühne, das ist doch nicht ungewöhnlich und bekannt. Besonder die Ja schon öfters auf Depeche Mode Konzerten waren sollten es wissen nich wahr cossmo...
09:35
So ist es. Gahan nahm sich auch schon bei vergangenen Konzerten eine Pause. Und das erst seitdem er krank ist.
20:51
da ich gestern auch dabei war, vermute ich eher, das dave gahan die bühne aus gesundeheitlichen gründen zwischenzeitlich verlassen musste.
wer schon öfter auf dm konzerten war weiss, dass normalerweise beide auf der bühne bleiben.
aber das konzert war soooo geil