Das falsche Spiel mit Behördennamen im Netz
12.03.2010 | 19:18 Uhr 2010-03-12T19:18:00+0100
Hagen/Düsseldorf. „Die Menschen werden bewusst getäuscht”, schimpfte der Paderborner Landrat Manfred Müller jetzt im Landkreistag Nordrhein-Westfalen. Das Thema, das die Gemüter erhitzte: der Missbrauch von Behördennamen durch private Internetanbieter.
„Besonders im Bereich der Kfz-Zulassungen”, so Christina Stausberg, Pressesprecherin des Landkreistages, „wird durch amtlich aussehende Internet-Auftritte der Eindruck erweckt, es handele sich um kommunale Dienstleistungen.” Die Anbieter verwenden zum Beispiel die Internet-Adressen strassenverkehrsamt.de oder strassenverkehrsamt.net, um bei den ratsuchenden Bürgern den Eindruck zu erwecken, ihre Seiten seien durch die Kreise oder Kommunen genehmigt worden.
Info-Telefon für 1,99 Euro pro Minute
Wenn überhaupt, gibt es unscheinbare Hinweise darauf, dass es sich nicht um amtliche Dienstleistungen handelt: „Dies ist ein nicht-behördliches Informationsportal.” Gleichzeitig ist ein Info-Telefon im Angebot, bei dessen Benutzung der Anbieter 1,99 Euro pro Minute kassiert.
Besonders widersprüchlich wird es auf einer anderen Internetseite, die vorgibt, den Bürgern bei der Kfz-Zulassung zu helfen. Dort heißt es im Kleingedruckten: „Bitte beachten Sie, dass wir über diese Adresse keinerlei Informationen zu Straßenverkehrsämtern oder anderen Behörden oder deren Services und Leistungen geben können.”
Christina Stausberg weiß von Bürgern zu berichten, die trotzdem auf die angebotene Hotline hereingefallen sind und anschließend überrascht waren, welchen Preis sie über ihre Telefonrechnung für die „Beratung” bezahlen mussten: „Hier war schlechter Rat teuer. Und zwar sehr teuer.”
„Den privaten Internetdiensten geht es nur ums Geschäft”, stellt auch der Landkreistag fest. „Für uns ist das quasi unlauterer Wettbewerb”, ergänzt Manfred Müller, „die Bürger zahlen für Dienstleistungen, die sie bei der Kommune oder dem Kreis ohne Kosten erhalten.”
Gesetzliche Regelungen gefordert
Um dieser verwirrenden Art von Internetauftritten einen Riegel vorzuschieben, fordert der Landkreistag einen besseren Schutz der Verbraucher: „Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, um gegen Anbieter von privaten Serviceleistungen vorzugehen.”
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Netz zum Beispiel folgende Kreisseiten aufrufen:

08:33
da ist wohl ein Behördenmensch auf eine Betrügerwebsite herein gefallen. Immerhin kann er jetzt auch mitreden.
05:49
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23:23
van Helsing, vollkommen richtig erkannt.
Die Städte und Kommunen haben jahrelang - und teils sogar noch jetzt - gepennt bei ihrer Information an den Bürger.
Einfach mal selber versuchen die kommunale Verwaltungsstelle mit ihren wichtigsten Ansprechstellen und Telefon-Anschlüssen im örtlichen Telefonbuch wiederzu finden. Ein hoffungsloses Unterfangen. Die wenigsten Kommunen sind hier vorbildlich ausgerüstet. Von Internetpräsenz ganz zu schweigen. Teils pure Selbstdarstellung gewisserVverwaltungen ohne informellen Nährwert.
Und dann wird herumgejammert und der Bürger braucht sich nicht mehr zu wundern das dann von Abzockern für teures Geld wertlose Informationen geliefert werden.
20:03
Diese Internetadressen gibt es ja nicht seit gestern.
Warum haben die Städte und Kreise Jahrelang dazu geschwiegen?
Noch zwei Unsitten!
Schlüsseldienste mit den Anfangsbuchstaben A.
Hier gibt es Dienste, die haben 8 X A vor ihren Firmennamen.
Oder die Tage ein Brief bekommen, der Amtlich aussah. Beworben wurde eine Eintragung in einen Öffentlichen Anzeiger.
Kostenpunkt pro Jahr 980,00 EURO.
Werden bestimmt viele darauf herein gefallen sein.
05:49
> „Für uns ist das quasi unlauterer Wettbewerb”,
> ergänzt Manfred Müller, „die Bürger zahlen für
> Dienstleistungen, die sie bei der Kommune oder
> dem Kreis ohne Kosten erhalten.”
Ja, um diesem Wettbewerb Paroli bieten zu können wird nun in einem geheimen Sonderausschuß beraten, wie viel Kohle man dem Bürger für Beratungs-Dienstleisungen aus der Tasche ziehen könne.
2012 werden wir es wissen:
Ist dies der Schalter für KFZ-Zulassungen? - Das macht 20 Euro, bitte