„Chancen für Menschen mit Behinderung“
26.04.2011 | 18:16 Uhr 2011-04-26T18:16:00+0200
Olsberg.(step) Der demografische Wandel mit dem drohenden Fachkräftemangel in der Region Südwestfalen könnte sich als Chance für Menschen mit Behinderung erweisen.
Davon geht der Geschäftsführer der Behinderteneinrichtung Josefsheim in Olsberg-Bigge, Hubert Vornholt, aus. „Noch haben manche Arbeitgeber möglicherweise Vorbehalte. Doch zukünftig werden gut qualifizierte Menschen mit Behinderung die Lücken schließen können, die der Fachkräftemangel reißt“, sagte Vornholt bei einer Veranstaltung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). Der Verband hatte Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu einem „Meeting Mittelstand“ ins Josefsheim Bigge eingeladen.
Immer mehr älteren Menschen wird zukünftig immer weniger Nachwuchs gegenüber stehen. Junge Erwachsene wandern aus ländlichen Regionen ab, zum Beispiel um in den Städten zu studieren, und kommen anschließend nicht zurück. Die Folge: Ein Fachkräftemangel, der zum Teil schon heute spürbar ist.
„Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müssen wir schon heute handeln“, sagte Vornholt. „Denn nur wenn es uns gelingt, ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben, werden wir auch in Zukunft die Qualität unserer Angebote und Dienstleistungen aufrecht erhalten können.“
Das Josefsheim hat deshalb nach seinen Worten im Oktober ein Projekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement auf den Weg gebracht. Im ersten Schritt seien Mitarbeiter und Menschen mit Behinderung zu ihrer Arbeitszufriedenheit befragt worden. „Nun geht es darum, aus diesen Erkenntnissen Maßnahmen abzuleiten, die dauerhaft in unseren betrieblichen Abläufen und Strukturen verankert werden“, erläutert Projektleiterin Julia Besse. „Ziel ist es, zufriedene Mitarbeiter dauerhaft an das Josefsheim zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen .“
Wiedereingliederung
Eine weitere Maßnahme zur Bewältigung des demografischen Wandels ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement - für langzeiterkrankte Mitarbeiter der Weg zurück in den Beruf. Etwa könne es darum gehen, Reha-Bedarf frühzeitig zu erkennen oder den Arbeitsplatz an die Bedürfnisse des Mitarbeiters anzupassen. Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen mit einer Verringerung von Fehlzeiten bis zu 30 Prozent Kosten sparen könnten.

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