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CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel

25.05.2009 | 22:50 Uhr

Meschede/Straßburg. Wenn man aus dem Sauerland kommt und oben auf der CDU-Liste steht, dann muss man sich um die Wahl keine Sorgen machen. Peter Liese kämpft sich für den Sitz im EU-Parlament trotzdem quer durch Südwestfalen. Er wirbt dabei auch für Europa.

Auf Wahlkampftour in Südwestfalen: Peter Liese wirbt in Wickede für sich und seine Partei. Foto: Lutz Risse

Wie heißt der Kandidat der CDU in Südwestfalen für die Wahl zum Europäischen Parlament am 7. Juni? A: Peter Fox. B: Peter Liese. C: Peter Lustig. Eine Scherzfrage? Nein. Sondern ein Element des Gewinnspiels auf einem Wahlwerbe-Faltblatt der CDU, das die Bürger kürzlich in ihrem Briefkasten vorfanden. Wer diese und drei weitere Fragen zur Politik in der EU richtig beantwort, kann schicke Reisen nach London, Prag, Brüssel oder Paris gewinnen. Politische Überzeugungsarbeit im Jahr 2009.

Sicherer Listenplatz

Im Grunde hat Peter Liese diesen Firlefanz gar nicht nötig. Der überzeugte Sauerländer kandidiert für die CDU auf einem bombensicheren Listenplatz. Auch in der kommenden Legislaturperiode wird Liese wieder im Europäischen Parlament sitzen - allein ein erdrutschartiger Stimmeneinbruch der CDU bei der Wahl am 7. Juni könnte das noch verhindern. Dazu wird es nicht kommen. Peter Liese weiß das.

Und trotzdem tingelt er seit Wochen durch Südwestfalen, diskutiert auf Marktplätzen mit potentiellen Wählern, verteilt Broschüren und spannt Polit-Prominenz aus Brüssel und Berlin vor seinen Wahlkampf-Karren. Mit Guttenberg in Iserlohn, mit Schäuble in Siegen, mit Hans-Gerd Pöttering wieder in Iserlohn.

Mit wem? Pöttering ist immerhin Präsident des Europäischen Parlaments, doch die meisten Bürger kennen ihn nicht. Brüssel ist weit weg.

Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt

„Sehr viele politische Entscheidungen der EU haben direkte Auswirkungen auf die Menschen in Südwestfalen” sagt er. Stimmt. Doch in die Köpfe der Bürger will das offenbar nicht rein. Die Wahlbeteiligung in Deutschland ist bei der vergangenen Wahl auf 43 Prozent gefallen. Das nervt den Kinderarzt, auch wenn er in seinem Wahlkreis überdurchschnittlich gute Werte erzielt hat.

Europapolitik ist kompliziert, sie lässt sich nur schwer in knackige Parolen pressen. Richtlinientexte umfassen nicht selten mehrere hundert Seiten. Andere EU-Parlamentarier geben auf, Peter Liese kämpft sich durch die Papierberge. Beharrlich verfolgt er seine Ziele. „Die Nervensäge aus Brüssel” titelte neulich die Süddeutsche Zeitung in einem kurzen Porträt über den Mann aus Meschede und schrieb: „Einer wie Peter Liese ist der ideale Mann, um im bürokratischen Dschungel der Brüsseler Behörden breite Schneisen zu schlagen.”

Bekanntheitsgrad lässt zu wünschen übrig

Europawahl (für online)

Das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit richtet sich derweil eher auf andere. „Die Show liegt mir nicht”, sagt der 44-Jährige. Neben den Selbstdarstellern, die an keiner Kamera vorbeilaufen können, wirkt er zurückhaltend, sogar schüchtern. Wenn er bei Fototerminen mit Prominenten versucht, ihre Gesten zu imitieren, spürt der aufmerksame Beobachter, dass ihm solches Gehabe im Grunde genommen unangenehm ist. Aber es gehört wohl zum Geschäft. Viele Bürger kennen Liese nicht, obwohl er in Südwestfalen sehr aktiv und auch sehr präsent ist. In Umfragen unserer Zeitung hielten ihn viele Leser entweder für Frank Elstner oder den Bürgermeister, egal in welcher Stadt. „Das spricht nicht gegen mich, sondern wohl eher gegen den Bürgermeister”, kontert Liese. „Schließlich sollte er sich ganz besonders durch Bürgernähe auszeichnen.”

Sacharbeit im Hintergrund, in der zweiten Reihe, das ist eher sein Ding. So gelang es ihm beispielsweise, nach dem Orkan Kyrill EU-Fördermittel in Höhe von gut 68 Millionen Euro für die Krisenregion Südwestfalen loszueisen. Während die Landesregierung in Düsseldorf die Ausmaße der Katastrophe völlig unterschätzte, nutzte Liese seinen Kontakte in den EU-Behördenetagen, wo er gut vernetzt ist. Seinen Einfluss sollte deshalb niemand unterschätzen.

Umweltschutz steht im Vordergrund

Schwerpunkte seiner Arbeit setzt der Sauerländer beim Umweltschutz - was nicht immer allen CDU-Kollegen behagt. Viele Vorschläge, etwa dass die Fluggesellschaften für die Verschmutzung der Atmosphäre mit Klimagiften bezahlen sollen, sind ihnen schlicht zu grün. Liese nennt das dagegen „kluge Umweltpolitik zum Schutz von Natur und Arbeitsplätzen”. Wenn es jedoch um die Türkei und ihre zukünftige Rolle in der EU geht, dann steuert Liese streng auf dem konservativen CDU-Kurs. „Enge Partnerschaft ja, Vollmitgliedschaft nein.”

Das steht übrigens auch so in der vierten Frage des Gewinnspiels seines Flugblatts.

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Martin Korte


Kommentare
26.05.2009
21:55
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von dasKollektiv | #6

der ist ja sogar zu Feige seine Vita auf der Homepage anzugeben, hat der schon mal gearbeitet???

26.05.2009
20:40
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von Elektrosteiger | #5

Wie hieß das noch???

Opa nach Europa???

26.05.2009
20:23
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von protech | #4

... was die Kandidaten so alles wollen.
Ist denen eigentlich bewußt, daß nicht sie es sind, die zu Wollen haben - sondern der Wähler bestimmt, wer etwas zu wollen hat!
Wer solche Typen und solche Parteien wählt ist selber Schuld...!

26.05.2009
13:42
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von Lichtbringer | #3

Der will nach Brüssel weil er da noch weniger arbeiten muß, dafür mehr Geld bekommt und dann bis an sein Lebensende ausgesorgt hat.
So gesehen möchte ich auch gern nach Brüssel - von mir aus auch für NRW...
Schreibt Ihr für mich jetzt auch nen Bericht?

26.05.2009
09:21
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von FMGO50 | #2

Wenn man zur Zeit die Westfalenpost liest, nur Liese Liese über alles! Wird diese versteckte Werbung eigentlich bezahlt?
Mir graut davor wenn die nächsten beiden Wahlen zusammen gelegt werden, dann wird die WP so schwarz das sie im Kohlenkeller Schatten wirft.

25.05.2009
23:20
CDU-Kandidat Liese will für Südwestfalen nach Brüssel
von töteteuropa | #1

... und Mißfelder?
Will der zum Mars?

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