Bundesregierung plant freie Fahrt für Biker im Stau
15.06.2009 | 19:08 Uhr 2009-06-15T19:08:00+0200Hagen. Das Bundesverkehrsministerium plant, Motorradfahrern im Stau auf den Autobahnen Vorfahrt zu gewähren. Mit 15 Kilometern in der Stunde sollen die Biker über die Rettungsgassen an den Blechlawinen vorbeirollen. Doch das Land NRW stellt sich quer.
Die Bundesregierung plant freie Fahrt für Biker im Stau. Dafür soll die Straßenverkehrs-Ordnung geändert werden. Einziges Manko: Es bedarf der Zustimmung im Bundesrat. Eine Mehrheit ist nicht in Sicht, vor allem die NRW-Landesregierung ist gegen die freie Fahrt im Stau.
„Die Risiken und der Nutzwert stehen zurzeit auf dem Prüfstand”, berichtet Ingo Strater vom Bundesverkehrsministerium. Noch befinde sich „alles” in einer „Anfangsphase”. Widerstand kommt aus NRW. Aber auch dort gebe es Unterstützer. Vor allem von Mitgliedern der SPD.
Zustimmung der SPD
Bodo Wissen, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, begrüßt den Vorstoß der Bundesregierung. „Hier soll nur ein Gesetz der Wirklichkeit angepasst werden. Dass Biker an den Autos im Stau vorbeifahren und die Polizei in der Regel dabei zuschaut, ist Alltag.” Die Rettungsgasse sei breit genug, eine Gefahr bestehe bei angepasster Geschwindigkeit kaum. Nun gehe es um Rechtssicherheit.
Das Vorhaben der Bundesregierung sollte wohlwollend geprüft werden, sagt der passionierte Motorradfahrer, der vor „politischen Spielchen” mit einem „ernsten Thema” warnt: Es sei der Sache nicht dienlich, wenn es auf einmal heißen würde, dass die rebellisch-gedankenlosen SPD-Biker versuchten, die liberal-konservative Wackeldackel-Fraktion auszubremsen. Vielmehr sollte man sich die Fakten anschauen und dann entscheiden.
Motorradfahrer leiden im Stau besonders
Angesichts der Leiden der Motorradfahrer im Stau, fordert Wissen Solidarität bei den Autofahrern ein. „Im Stau sind Biker und Maschine der Überhitzung nahe. Wir sind ständig der Witterung ausgesetzt, das Gleichgewicht muss gehalten werden, die Muskeln schmerzen.”
Christian Görlitz von der Biker Union Deutschland hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Seit Jahrzehnten wartet er auf eine Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung. „42 000 Unterschriften haben wir kürzlich an Herrn Tiefensee überreicht. Es muss endlich etwas geschehen.”
Nur in den seltensten Fällen würde die Polizei einschreiten und 90 Euro Bußgeld verhängen oder Fahrverbote aussprechen. „Seit 1998 dürfen Biker in Österreich das, was Motorradfahrern in Deutschland verboten ist.” Die Zahl der Unfälle in der Alpenrepublik sei konstant niedrig geblieben.
Länder sind dagegen
Simone Wichmann vom Verkehrsministerium NRW macht den Bikern wenig Mut. „Alle Länder sind gegen die Freigabe der Rettungsgasse.” Zumindest habe es sich im Mai beim Bund/Länder-Fachausschuss für die Straßenverkehrs-Ordnung so abgezeichnet. „Die Risiken während des Stop-and-go-Verkehrs auf den Autobahnen sind einfach zu hoch. Wenn ein Autofahrer unvermittelt den Fahrstreifen wechselt oder sich plötzlich eine Tür öffnet, ist der Konflikt vorprogrammiert.” Die Landesregierung werde einer Vorfahrt für Motorradfahrer nicht zustimmen.

22:02
@ chevys:
Ich bin einmal in einem Truck mitgefahren, einfach, weil es mich interessiert hat. Nachtfahrt. Einfach gesagt: nur schrecklich, was da abgeht. Ich respektiere Euch Truckfahrer aufs höchste. Weil ich kennengelernt hab, was Ihr so erleben müsst.
Aber das ist ja ein anderes Thema, um das es hier grad net geht. Aber ich wollte das gesagt haben.
11:51
Ich spekuliere mal, dass alle Motorradfahrer auch Autofahrer sind und wahrscheinlich sogar mehr Kilometer im Jahr mit dem Auto zurücklegen. Also bestens beide Seiten kennen.
Hingegen kennt der weitaus größere Teil der Autofahrer das Motorrad, dessen Eigenschaften und Besonderheiten höchstens aus Prospekten oder dem Fernsehen.
11:50
Man man man, wenn man hier die Kommentare liest, also sorry, da braucht man sich nicht wundern wenn man in der ganzen Welt belächelt wird! Typisch deutsch sage ich nur!
Ich bin Berufskraftfahrer und fahre jeden Tag mehrere hundert Kilometer auf BAB! Was man da zu sehen bekommt ist nicht nur erschreckend sondern einfach nur traurig! 90 % der Fahrzeugführer verhalten sich nach dem Motto nach mir die Sintflut! Ich jedenfalls mache Platz wenn ein Biker kommt und das nicht nur weil ich selber auch Biker bin sondern weil ein klein wenig selbstloses Verhalten jedem in unserem Land gut tun würde! Nur weil man mal Rücksicht nimmt ist man nicht schlechter als die Anderen!
11:37
Es ist unglaublich welche Starrköpfigkeit die tollen Autofahrer an den Tag legen nur weil sie mit ihrer Blechbüchse nicht schneller im Stau vorwärtskommen als KRadler. Es ist lächerlich.
Am ehesten geilen sich doch alle Autofahrer an den 2 Personen von 100 auf, die wirklich Rowdies sind. Na und?
Bei uns rasen jeden Abend ZIG Autos vorbei (Kindergarten, Grundschue mit Spielplatz...) wo man zweifeln muss ob das Gehirn der jenigen aussetzt. Kümmert es die restlichen Autofahrer? Nein, natürlich nicht.
Und da ist das Verhältnis wahrscheinlich höher...
Soviel zum Thema Motorradfahrer sind bööööse und sie kommen in die Hölle)
Wer schonmal mit einer schwarzen Kombi 10 Minuten in der prallen Sonne gestanden hat wird sich nicht mehr lange überlegen wo der Sinn und Zweck ist. Macht einen Selbstversuch.. aber wahrscheinlich jammern die Meisten schon rum wenn sie im schwarzen Anzug in der Sonne stehen.
Ich bin KRadler und Autofahrer, mache freiwillig anderen Moppedfahrern platz und behindere sie nicht extra. Wenn ich DAS mache (so wie viele andere Autofahrer auch) kann ma sich gleich auf den Behindertenparkplatz stellen ohne Ausweis.
Der Unmut darüber resultiert zum größten Teil daraus, dass Autofahrer einfach nicht einsehen platz zu machen sondern in einer Kurve nochmal kräftig auf die Bremse latschen und sich daran freuen dass der KRadler hinten meckert...
Tut es euch dann so gut und senkt das Minderwertigkeitsgefühl?
Die bösen Motorradfahrer, die ja erstmal grundlegen alle Raser sind und meistens sterben weil sie zu schnell waren (was absolut nicht stimmt.. ) dürfen einfach nicht vorbei weil sie schneller sind als ich. Punkt...
In diesem Sinne finde ich die Idee gut weil es wahrscheinlich eh wieder ein paar Vollspaten an Büchsenfahrern gibt die sich selbst an dieses Gesetz nicht halten würden und sich dann auf der BAB quer stellen sollte ein Motorrad näher kommen.. es mindert den Stau, es tut KEINEM weh(!!) und Autofahrer werden (weil sie ja schon im Stau stehen) auch nicht behindert, weil sie sich ja gegenseitig behindern. Es ist falscher Stolz oder Dickköpfigkeit oder Dummheit... aber vorallem lächerlich wie sich die Autofahrer dagegen wehren..
Wir jammern ja auch nicht rum weil es AUTOBahn und nicht Motorrad- und AUTOBahn heißt, oder?
Ich bin begeistert...
Gruß, ein Auto UND Motorradfahrer
00:49
Vorschlag: Jeder, der gegen dieses Gesetz ist, muß eine Lederkombi anziehen, und sich bei sonnigem Wetter in einen Stau stellen.
Ein Motorrad ist schneller aus dem Weg als ein Auto, wenn Rettungsfahrzeuge kommen.
In Österreich funktioniert es doch. Auch mit der gegenseitigen Rücksichtnahme. Warum bei uns nicht.
Wenn ich so manche Kommentare lese, weiß ich wieder, warum ich auch im Auto so ungern auf Deutschlands Autobahnen unterwegs bin.
12:02
Ich wiederhole mich: Und wieder einmal ist auch zum betreffenden Thema deutlich zu erkennen, wie hoch der nackte Neid von NUR Autofahrern auf die Motorradfahrer ist. Dumme Kommentare von Leuten, die nicht die geringste Ahnung vom Motorrad fahren besitzen. Sogar von Drohungen und Gewalt gegen Motorradfahrer ist hier von seitens der Autofahrer zu lesen (#27 von einrad und #32 von weg_damit).
Liebe Autofahrer: Lasst die Mopeds doch einfach durchfahren. Was soll das eigentlich. Sie fahren langsam an euch vorbei und weg sind sie. Und wenn dann wirklich einmal kurz ein Rettungswagen kommt, werden die Zweiradfahrer schon eine Lösung finden, garantiert.
Und nochmal zu #32 von weg_damit: Schon möglich, dass sich 95% der Motorradfahrer nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, allerdings werden mit Sicherheit 95% aller Verkehrsverstöße von Autofahrern verübt.
07:57
Es ist einfach nur peinlich, was hier so von sich gegeben wird.
Fazit: Warum soll es anderen Menschen besser gehen als mir oder meinen Mitreisenden selbst auch wenn dazu die Möglichkeit besteht?
Also muss ein Gesetz her, dass alle Cabriofahrer verpflichtet, das Verdeck zu schließen und alle Autofahrer müssen die Heizung auch bei mehr als 30 Grad Außentemperatur einschalten . Motorradfahrer Helm zu und schön eingereiht bleiben.
Endlich lässt sich der Gleichheitsgrundsatz durchsetzen!
07:27
@ BS:
Ich käme nie auf die Idee, ständig in den Rückspiegel zu schauen, um einem Motorradfahrer ggf. das Einordnen vor mir zu ermöglichen, weil die armen Motorradfahrer überfordert sind, sich anzustellen. Das Problem ist, was ist, wenn ein Rettungswagen naht: Muss ich dann als Autofahrer grundsätzlich so viel Platz zum Vordermann lassen, damit der Motorradfahrer dem Rettungswagen Platz machen kann? Oder muss der Rettungswagen hinter dem Motorrad her fahren? HIer merkt man doch, dass keiner darüber nachdenkt! Was ist mit Leuten, die kleine Kinder im Auto haben. Diese leiden noch viel mehr - also sollten auch die die Rettungsgasse nutzen. Nein, ich bin kinderlos!
01:19
@ rapid:
Mein hochgezüchteter Big Block Motor wird im Stand aufgrund der Hitze und der offenen Ansaugung auch sehr schnell heiss. Und dann muss ich die Warme Luft in den Innenraum leiten... was für eine Qual. Sie können ja im Stau noch den Helm abnehmen oder die Schutzkleidung aussziehen. Aber ich sitze in einem Ofen! Also eine Rettungsgasse für über 6 Liter Hubraum bilden! ;-)
21:33
#26 rapid
Das hört sich ja so an, als ob Motorräder verkehrsuntauglich sind. Dann sollte man besser über ein Verbot nachdenken.