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Bund droht Blamage

25.08.2009 | 20:18 Uhr

GM prüft Verzicht auf Verkauf von Opel

Jetzt verhandeln sie also wieder, die Bundesregierung und General Motors. Und es ist nur zu hoffen, dass das monatelange Gefeilsche um die Zukunft von Opel nun endlich in eine Einigung mündet. Es ist höchste Zeit! Der Verhandlungsmarathon zerrt nicht nur an den Nerven der tausenden Beschäftigten, die um ihre Arbeitsplätze bangen. Er entwickelt sich auch zunehmend zur peinlichen Polit-Posse.

Sollte GM den Verkauf von Opel an Magna oder RHJ tatsächlich grundlegend in Frage stellen und statt dessen, den Autobauer selbst halten wollen, wäre die Bundesregierung bis auf die Knochen blamiert. Die Amerikaner hätten damit sämtliche Rettungsbemühungen und Gespräche ad absurdum geführt; und der deutsche Staat wäre außen vor. Die Folgen einer solchen Kehrtwende für Opel sind ungewiss. Fraglich ist auch, ob der US-Autokonzern sich diese überhaupt leisten könnte - nach der gerade erst mit massiver Staatshilfe abgewendeten Pleite.

Sicher ist nur eines: Für die Bundesregierung wäre ein gescheiterter Opel-Verkauf kurz vor Wahl ein Debakel. Das weiß auch GM. Und deshalb ist es zumindest nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der Konzern den erwogenen Rückzug vom Verkauf gezielt gestreut hat, um die deutsche Seite vor den Verhandlungen über die Konzepte von Magna und RHJ unter Druck zu setzen und Zugeständnisse zu erreichen. Verhandlungstaktik also statt ernstgemeinter Absicht.

Sicher ist all dies nicht, aber immerhin durchaus möglich. Es wäre bei weitem nicht das erst Mal, dass aus dem Interessen-Dickicht im Poker um Opel vermeintliche Neuheiten verkündet werden, die später der Wirklichkeit nicht mehr stand halten.

Sven Nölting

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