Berlinale-Tagebuch
18.02.2010 | 16:32 Uhr 2010-02-18T16:32:00+0100
Wer mit dem Bus vom alten Zoopalast zum neuen Festivalstandort an den Potsdamer Platz fährt, kommt ganz dicht an ihr vorbei: „Gold-Else” nennen die Berliner liebevoll ihre Siegessäule, die jetzt dringend eine Runderneuerung braucht.
Weil die Arbeiten über ein Jahr dauern werden, haben sich die Verantwortlichen überlegt, die monumentale Baustelle mit „ästhetisch ansprechender” Werbung zu umkleiden. Ästhetisch bedeutet in diesem Fall „nicht kommerziell”, soll heißen, keine Fastfood-Kette oder Mode-Marke darf sich der Siegessäule zu schnöder Eigendarstellung bedienen. Da die Sanierungskosten mindestens vier Millionen Euro betragen, gibt es aber durchaus auch kritische Stimmen, die die edle Gesinnung der Berlin-Oberen als allzu abgehoben bezeichnen. Schließlich ist die Hauptstadt bekanntermaßen notorisch pleite und braucht eigentlich jeden Cent bitter nötig.
Der Senat seinerseits schert sich nicht um solche Kleingeister und Pfennigfuchser. Er hat ein gewaltiges Bild auf Vinylgewebe in Auftrag gegeben, das halbseitig die goldene Else von innen und halbseitig von außen darstellt. Else geht also nicht fremd.

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