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Doppelmord in Störmede

Beide Mordopfer sind identifiziert

26.08.2010 | 11:37 Uhr
Beide Mordopfer sind identifiziert

Lippstadt/Geseke. Viel Licht hat die Obduktion der beiden Leichen auch nicht in den Doppelmord
von Geseke gebracht, der
am Dienstagnachmittag den kleinen Ortsteil Störmede aufgeschreckt hatte.

Zwei Männer waren gegen 14.53 Uhr vor einem 5er BMW in der Ringstraße mit mehreren gezielten Kopfschüssen getötet worden. Die feststehenden Fakten hatte der Paderborner Staatsanwalt Dietmar Sauerland gestern Nachmittag bei der Pressekonferenz im Polizeigebäude Lippstadt schnell aufgezählt: Die beiden Toten sind identi­fiziert.

Dietmar Sauerland: „Bei der einen Person handelt es sich um den 45-jährigen Halter des 5er BMW, der am Tatort stand.“ Der Mann ist verheiratet, hat zwei Kinder, lebt aber von seiner Familie getrennt. Er wurde in der Ukraine geboren, kam vor mehreren Jahren nach Deutschland und hat inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit. Er ging keiner beruflichen Tätigkeit nach. Staatsanwalt Sauerland: „Zumindest keiner, die uns bekannt ist.“

Gegen den 45-Jährigen, der im Raum Lippstadt wohnt, hat die Polizei bereits wegen des Handels mit Drogen ermittelt. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

Der zweite Mann - er ist 41 Jahre alt - wurde in der „Russischen Föderation“ geboren. Über seinen Familienstand und seinen Beruf ist nichts bekannt. Ob er als Besucher oder Urlauber in Deutschland war, steht nicht fest. Auf jeden Fall wurde er in jüngster Zeit häufiger mit dem 45-jährigen Deutsch-Russen im Raum Lippstadt gesehen.

Beide Männer wurden durch gezielte Kopfschüsse hingerichtet. Sie waren sofort tot. Der Leiter der Mordkommission, Kai Oldenburg: „Es war keine emotionale Tat.“ Auf Spekulationen, dass der Mord in Störmede geplant war - die enge Gasse und die Kaltblütigkeit der Ausführung sprechen dafür - will sich die Polizei nicht einlassen. Ebenso macht sie keine Angaben darüber, ob die Getöteten bewaffnet waren oder ob sie Drogen bei sich hatten. Die berühmten „ermittlungstaktischen Gründe“ zwingen Polizei und Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt zum Schweigen.

Die von der Kriminalhauptstelle Dortmund und der Kreispolizeibehörde Soest eingerichtete 18-köpfige Mordkommission untersucht nun mit Spezialisten des Landeskriminalamtes die umfangreichen am Tatort gesicherten Spuren.

Staatsanwalt Sauerland: „Deshalb können wir zum Motiv für die Tat und zu dem oder den möglichen Tätern noch keine näheren Angaben machen.“ Auch ob eine oder zwei Waffen bei der Hinrichtung eingesetzt waren, bleibt vorerst das Geheimnis der Ermittler. Um weitere Erkenntnisse gewinnen zu können, bittet die Kripo mög­liche Zeugen, die unmittelbar nach der Tat „Auffälliges“ in der Ringstraße beobachtet bzw. den dunklen Pkw gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 02941 / 91000 bei der Mordkommission zu ­melden.

Obwohl Staatsanwalt Sau-erland bei der Preisgabe von Fakten sehr zugeknöpft ist, gibt er sich hoffnungsfroh, dass der Doppelmord von Störmede schnell aufgeklärt werden kann: „Nach unseren jetzigen Erkenntnissen sieht es nicht nach einem ungeklärten Tötungsdelikt aus.“

Volker Dörken

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