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Arnsberg ist Vorreiter für Südwestfalen

14.04.2011 | 18:12 Uhr
Arnsberg ist Vorreiter für Südwestfalen
Der Innensenator von Berlin, Ehrhart Koerting (SPD), spricht in Berlin zum Start des Regelbetriebs der einheitlichen Behoerdennummer 115. Foto: dapd

Hagen.115 - diese dreistellige Telefonnummer soll ab sofort die Bürgernähe zur Verwaltung verbessern: Das Projekt „D115“, die einheitliche Behördennummer, ist in den Regelbetrieb gestartet – die Liste der Teilnehmer in Deutschland ist allerdings übersichtlich. Was in Berlin als Bürgerservice angepriesen wird, ist im Raum Südwestfalen noch nicht angekommen. Einzig die Stadt Arnsberg ist über die 115 zu erreichen.

„Wir haben uns um die Teilnahme am Pilotprojekt beworben, da bei uns die Voraussetzungen gegeben waren“, weiß Karin Schneck, Projektleiterin der Stadt Arnsberg. Seit 2003 ist dort ein Service-Telefon für die Bürger eingerichtet. Sieben Mitarbeiter der Stadt Arnsberg stehen für Auskünfte zu verschiedenen Dienstleistungen zur Verfügung: Bürger werden am Service-Telefon zur Müllentsorgung beraten, Missstände werden aufgenommen. Zum Start der Pilotphase des Projekts „D115“ im März 2009 wurde dort zusätzlich die einheitliche Behördennummer freigeschaltet. Im vergangenen Jahr erreichten die Arnsberger Verwaltung rund 100 000 Anrufe über das Service-Telefon, 2000 kamen über die 115. „Wir liegen mit zwei Prozent der Anrufer im Mittelmaß und sind zufrieden“, sagt Schneck. Durch das Call-Center würden die Mitarbeiter der Verwaltung erfolgreich entlastet.

„D115 befindet sich im Aufbau. Ihre Region ist derzeit noch nicht angebunden, bitte wenden Sie sich direkt an Ihre zuständige Behörde“ – Diesen Satz hören Bürger, die aus Hagen versuchen, die Stadtverwaltung über die 115 zu erreichen. „Die Stadt Hagen hat bereits ein gut aufgestelltes eigenes Call-Center. Bei einer Beteiligung am Pilotprojekt hätten wir finanziell tätig werden müssen“, erklärt Michael Kaub, Sprecher der Stadt. Derzeit denke man über eine interkommunale Zusammenarbeit nach. In Dortmund ist die 115 beispielsweise bereits seit März 2009 freigeschaltet.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis verschaffe man sich laut Pressesprecher Ingo Niemann derzeit einen Überblick über die Kosten einer Teilnahme. Im Kreis Olpe werde erst einmal beobachtet, welche Akzeptanz und welchen Nutzen dieses Projekt findet und bringt, so Kreis-Sprecher Hans Werner Voß.

Deutschlandweit haben derzeit rund 15,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger in sieben Bundesländern mit der 115 den direkten telefonischen Draht in die Verwaltungen. Doch warum wurde gerade jetzt der Regelbetrieb aufgenommen? Die Erklärung ist einfach. Der zweijährige Pilotbetrieb ist vorbei. „Das ganze Projekt basiert auf Freiwilligkeit. Wir versuchen natürlich weiterhin, dass sich möglichst viele Kommunen und Landesbehörden an der Verwaltungskooperation beteiligen. Dabei herrscht kein Zwang von oben, höchstens Zwang durch Erfolg“, sagt ein Sprecher des Bundesministeriums des Inneren. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht vor, dass die 115 bis Ende 2013 in ganz Deutschland zur Verfügung steht. Ob dies ein realistisches Ziel sei, dazu wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Kathrin Klottka

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