Arbeiterführer gegen Arbeiterführer in NRW
08.04.2010 | 18:35 Uhr 2010-04-08T18:35:00+0200
Düsseldorf. DGB-Landeschef Guntram Schneider (SPD) will im Falle eines Wahlsiegs der SPD bei der Landtagswahl am 9. Mai neuer Arbeitsminister in NRW werden.
„Ich will NRW zum Bollwerk gegen Schwarz-Gelb machen”, sagte Schneider nach seiner Nominierung für das Schattenkabinett von SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft.
Der wortgewaltige Arbeiterführer ist für Überraschungen gut. Jahrelang hat er mit dem selbsternannten „Arbeiterführer” Jürgen Rüttgers (CDU) im Bündnis für Arbeit zusammengewirkt. Jetzt will er Rüttgers aus dem Amt des Ministerpräsidenten vertreiben. Schneider, der von Rüttgers für die gemeinsame Krisenbewältigung gerade erst den Zukunftspreis überreicht bekam, befürchtet „atmosphärische Störungen” im Klima mit der CDU, hofft aber auf fairen Umgang. „Ich bin, wenn es so kommen sollte, kein Gewerkschaftsminister, sondern für alle offen.”
Hannelore Kraft feiert den 58-jährigen DGB-Landeschef als großen Coup im Wahlkampf. „Wir wollen gemeinsam Herrn Rüttgers und Herrn Laumann ablösen.” Die hätten den Arbeitnehmern in den letzten Jahren viel versprochen, aber wenig gehalten, behauptet Kraft. Korrekturbedarf sehen die Genossen beim Ausbau der Mitbestimmung im öffentlichen Dienst und im Kampf gegen Leiharbeit und Dumpinglöhne.
Schneider, der im Herbst 2009 mit einer Kandidatur für den Bundestag scheiterte, will bis zur Wahl seine öffentlichen Auftritte als DGB-Chef ruhen lassen. Gleichwohl sei der DGB nicht neutral, sondern politisch unabhängig. An eine Koalition mit der Linkspartei glaubt Schneider nicht. „Ein Teil ist nicht regierungsfähig, ein Teil nicht regierungswillig.” Warum es ihn ins Team Kraft gezogen hat? „Ich mag starke Frauen.”
Mehr als einmal hat Schneider den Regierungschef Rüttgers in der Vergangenheit für seinen Sozialkurs gelobt. Jetzt will er ein Durchregieren von Schwarz-Gelb verhindern. Dabei pflegt Schneider den engen Kontakt mit Amtsinhaber Karl-Josef Laumann (CDU). Kraft dankte Schneider dafür, dass der nach der Funkstille zwischen Gewerkschaften und SPD wegen der Agenda 2010 einen neuen Gesprächsfaden geknüpft hat.
Als Lohn der SPD winkt ein Ministeramt, falls Rot-Grün gewinnt. Dann will Schneider als DGB-Chef zurücktreten.

22:49
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20:26
Einer so verlogen wie der andere!
Denen müsste mal am 9. Mai ein richtiger Denkzettel verpasst werden. Die bösen Rechten von pro NRW wären dda genau das richtige :)
11:59
Nicht zu fassen, wie sich die Genossen gegenseitig die Pöstchen zuschieben. Rau holt Clement rein, Clement holt Kraft rein, Kraft holt Schneider rein usw. Wenn es im Bundestag nicht klappt, dann eben in NRW oder andersrum. Diese Liste könnte man endlos fortsetzen. Das sind nur noch Funktionäre und keine Volksvertreter! So kann NRW nicht regiert werden.
19:59
Tja - vielleicht klappts ja jetzt mit dem Landtag?!
Zum erbrechen!