Ärzte müssen Verdachtsfälle nicht mehr melden
16.11.2009 | 18:39 Uhr 2009-11-16T18:39:00+0100
Hagen. Wegen der rapide ansteigenden Zahl von Schweinegrippe-Kranken und der laufenden Massenimpfung müssen Ärzte in Deutschland nicht mehr jeden Verdachtsfall melden.
Es wird zunehmend schwieriger, die Statistiken über die Ausbreitung der H1N1-Infektionen zu pflegen. Die bestätigten jetzt Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert-Koch-Instistutes. Ärzte würden außerdem von Verwaltungsaufgaben entlastet. Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut erklärte, dass die bisherige Meldepflicht nicht mehr sinnvoll sei. „Die Influenza verläuft mild.” Bisher sei auch zudem nur bei einem der von den Ärzten gemeldeten Patienten das neue Grippevirus wirklich in einem Test nachgewiesen worden.
Ministerium: Überwachungssystem reicht aus
Nach einer Verordnung des Ministeriums zur Meldepflicht bei Schweinegrippe entfällt bei reinen Verdachtsfällen sowie Grippekranken ohne Labornachweis die Meldepflicht. Den Gesundheitsämtern müssen nur noch Todesfälle gemeldet werden, die in Verbindung mit der Schweinegrippe stehen. Außerdem müssen Fälle, in denen die Infektion nach Labor-Untersuchungen eindeutig nachgewiesen wurde, an die Gesundheitsämter und dann an das Robert-Koch-Institut gegeben werden.
Laut Ministerium reichen die weiteren Labormeldungen und das bestehende Grippe-Überwachungssystem durch ausgewählte Arztpraxen aus, um weiterhin einen guten Überblick über die Entwicklung der Schweinegrippe zu erhalten. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden haben sich seit Mai bundesweit etwa rund 55 000 Menschen mit dem Virus infiziert. Die meisten Patienten seien inzwischen wieder gesund.

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