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Modellversuch

Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren

05.02.2009 | 08:02 Uhr

Düren. 4657 Frauen suchten mit ihren Kindern im Jahr 2007 Schutz in einem der 62 Frauenhäusern in NRW, 9700 Täter wurden der Wohnung verwiesen, 20 410 Fälle häuslicher Gewalt wurden insgesamt registriert.

„Seit 2002 haben sich diese Zahlen verdoppelt”, sagte NRW-Familienminister Armin Laschet anlässlich einer Tagung des Landkreistages zum Thema „Intervention gegen häusliche Gewalt - Vernetzung in den Kreisen”. Für den Minister ein Ergebnis örtlicher Kooperationen und wachsender Senisibilisierung für die Facetten der Beziehungsgewalt. Doch das reicht Laschet nicht: „Häusliche Gewalt muss aus der Tabu-Zone heraus.”

Niedergelassene Ärzte sollen für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisiert werden. Foto: WP

Wie das geschehen kann, zeigt das Netzwerk Gesundheit im Ennepe-Ruhr-Kreis. Seit 2004 versuchen unter der Führung der Frauenberatungsstelle verschiedene Anbieter des Gesundheitswesen, die Versorgung gewaltbetroffener Frauen zu verbessern.

„Gewalt entsteht nicht plötzlich.” Wolfgang Brodd

Seit März 2008 gehört das „Gesine”-Projekt zu einem bundesweiten Modellversuch, in dem speziell niedergelassene Ärzte für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisiert werden sollen. „Wir haben inzwischen 27 Ärzte für den EN-Kreis gewinnen können, die nun in Schulungen auf den Umgang mit dem Thema Gewalt vorbereitet werden”, erläutert Projektleiterin Marion Steffens. Dabei geht es nicht nur darum, offensichtliche, gewalttätige Übergriffe zu dokumentieren und so gerichtsverwertbar zu machen, sondern den Blick zu schärfen für versteckte Symptome. „Viele Frauen kommen mit diffusen Schmerzsyndromen zum Arzt”, erklärt Steffens. „Hier kommt es darauf an, die Wahrnehmung zu schulen, an der Gesprächführung zu arbeiten, die Aufmerksamtkeit insgesamt zu erhöhen.” Hat eine Frau den schweren Schritt getan und sich einem Arzt anvertraut, soll sie im EN-Kreis nicht mit einer langen Liste möglicher Hilfe-Anbieter nach Hause geschickt werden. „Uns geht es darum, früh ganz konkrete Angebote zu machen”, sagt Steffens.

Nicht die Opfer, sondern die Täter hat ein Projekt im Kreis Soest im Blick. Gemeinsam mit dem Zentrum für Forensische Psychiatrie des Landschaftsverbandes in Lippstadt wurde eine Therapiegruppe für gewaltbereite Männer eingerichtet. Hier sollen die Täter Strategien für eine gewaltfreie Konfliktlösung erlernen. „Gewalt entsteht nicht plötzlich, hier müssen die Männern lernen, sich selbst zu beobachten”, erläutert Psychologe Wolfgang Brodd. In 50 Therapiestunden sollen die Täter nicht nur die eigene Haltung analysieren, sondern ihre Taten auch aus der Perspektive des Opfers betrachten. Zum Schluss erarbeitet jeder Teilnehmer einen „persönlichen Rückfallpräventionsplan”.

Täter und Opfer stehen im Fokus der unterschiedlichen Institutionen, die sich mit dem Thema häusliche Gewalt beschäftigen. Noch zu wenig beachtet werden, so die Erziehungswissenschaftlerin Luise Hartwig, die Kinder, die täglich mit Gewalt konfrontiert werden. „Selbst wenn sich die Aggression nicht gegen die Kinder richtet, lernen sie doch Gewalt als Konfliktlösungsmittel kennen.” Die Rollenmuster würden von Jugendlichen später häufig übernommen, eine neue Generation gewaltbereiter Männer und Frauen, die die Opferrolle ertragen, würde heranwachsen.

Therapiegruppe für Männer, Infos bei Dr. Bettina Linnhoff, 02921 - 30 21 47. Netzwerk Gesine, EN-Kreis: www.gesine-net.info

Rund ums Thema:

Susanne Schlenga

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Kommentare
06.02.2009
03:57
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von Zuschauer | #22

... und selbstmitleid ... oO

06.02.2009
03:39
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von mutti8mal | #21

Sicher die Frau wurde als Kind schon gedemütigt und geschlagen und kennst gar nicht anders. Warum das so ist kann ich dir auch nicht sagen vielleicht weil ich mir noch nie traute ( Minderwertigkeitskomplexe) einen Mann an zu sprechen der mir sympatisch war,ich wurde von den Männern ausgesucht.
Das kann mir nicht mehr passieren ich bleibe nun solo aus Selbstschutz.

06.02.2009
03:11
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von Zuschauer | #20

Ja, die Frau hab ich schon immer für gewalttätig gehalten, aber das hat ja nichts mit dem Rausschmiss zu tun!

Ich arbeite an einem Hauptbahnhof und beobachte da recht viel. Auch sehe ich was für junge Mädels mit welchen Kerlen abhängen. Da war ne Gruppe von mehreren Kerlen (ich schätze alle um die 20) und ein junges Mädchen (höchstens 13!). Die Kerle waren wohl allen bekannte, da die quasi täglich da abhängen, bestimmt auch polizeilich bekannt. Das junge Mädchen hat sich denen ganz schön an den Hals geworfen, war auch entsprechend gekleidet. Dann verschwanden alle... Halbe Stunde später kam das Mädchen reichlich verstört wieder zurück in den Bahnhof und faselte was von Vergewaltigung. HAHAHAHAHAA! Genau, denn sie wollte ja bestimmt nur spielen...

Ne, mir können 1000 Leute was von ihren Erfahrungen erzählen und mir 1000 ABER geben... Die Frauen/Mädchen sind in den meisten Fällen selbst schuld und bestimmt keine Unschuldslämmer! Wenn das Mädchen tatsächlich vergewaltigt worden ist (ich glaub aber sie wollte das und wollte die Jungs anschließend nur noch einen reinwürgen...) dann ist sie selbst schuld daran!

Und wenn eine rau STÄNDIG an gewalttätige Männer gerät (jaja...), dann stimmt da wohl auch mit der Frau nicht!
Es gibt genug vernünftige Kerle - aber die sind komischerweise alle Single.

06.02.2009
02:56
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von mutti8mal | #19

Weil die sich so gut verstellen können bis sie der Meinung sind das sie die Frau im Besitz haben und dann erst ihr wahres Gesicht zeigen. Oder hast du der Frau angesehen das die dich mal vor die Tür deiner Wohnung setzt wie du geschrieben hast???

06.02.2009
02:02
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von Zuschauer | #18

Das bringt mich gleich zum nächsten Punkt: Warum stehen Frauen eigentlich so auf Schlägertypen?
Diese typischen Machos haben meistens nicht nur eine Frau und werden von allen angehimmelt (Genug Beispiele selbst gesehen und man blicke nur mal kurz in eine Talkshow...).
Ich würde mich selbst als durchschnittlichen Typen bezeichnen, Ziemlich friedlich! Die Frauen rennen mir nicht hinterher! Zwischen meinen doch sehr langen Beziehungen hatte ich stets sehr lange Pausen in denen echt niemand was von mir wissen wollte. Ein alter Klassenkolege kann nichts, hat nichts, ist aber ein drogenabhängiger, stets betrunkener Schlägertyp: Die Frauen rennen dem die Wohnung ein!! WARUM???

Aber wenn man nachfragt (so wie ich jetzt), dann heißt es IMMER Ja aber ich steh nicht auf Machos.... Nein, niemand steht auf die und niemand liest Bild-Zeitung.... Haha!


Also, WARUM??? Warum warst Du mit einem Mann zusammen, der anscheinend ein Alkohol- und Gewaltproblem hat?

06.02.2009
01:06
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von mutti8mal | #17

In den meisten Beziehungen sind Frauen den Männern schon von der Körperstatur weit unterlegen so das deine Theorie das Männer die sind die am meisten einstecken schon gar nicht haltbar ist.
P.S. Ich alleine schon hatte 4 Partnerschaften wovon ich in 3en Gewalt einstecken musste ( z.B. fliegende heiße Pfannen oder auch mal der Pc-Bildschirm ....)ich hab sicher nicht provoziert da ich im Bett lag und schon schlief als Mann besoffen heim kam gegen 23 Uhr und ihm einfiel das er doch gern noch ein Schnitzel wollte .Und seit der Trennung (vor 10 Monaten) immer noch vom Letzten psychisch terrorisiert werde.
Seit es hier immer mehr Arbeitslosigkeit und Finanzielle Abhängigkeit gibt häufen sich die Fälle der Gewalt im Allgemeinen. Es wird mehr Alkohol getrunken da viele mit der freien Zeit und ohne Zukunftsperspektive mit ihrem Leben nichts sinnvolles anzufangen wissen und mann ohne Finanzielle Rücklagen auch nichts auf die Beine stellen kann selbst mit Ideen .
So viele Ärzte gibt es gar nicht in Deutschland um den Geschlagenen zu helfen denn es werden Täglich mehr bei der Politik. Beim Arbeitslosengeld hatte noch jeder sein eigenes Geld aber seit Hartz4 sind sogar Unverheiratete dem anderen zum Unterhalt verpflichtet was zu großer Spannung in der Partnerschaft führt.

05.02.2009
22:30
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von Zuschauer | #16

Und wie viel häusliche Gewalt erleben die Männer? Alsob Frauen die Männer nicht terrorisieren und niemals zuschlagen oder mit Gegenständen werfen...
Die meisten Schläge von Männern sind mit Sicherheit als zurückschlagen einzustufen!

05.02.2009
11:51
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.02.2009
10:39
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.02.2009
10:22
Ärzte für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren
von bukowski | #13

SANDKASTEN...

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