Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Existenzgründer

Abzocke mit falschem Amtsbescheid

08.09.2011 | 23:00 Uhr

Olpe/Siegen. In Südwestfalen sind junge Unternehmer verstärkt in das Visier von Betrügern geraten. Für ihre Abzocke versuchen dubiose Absender gezielt die Unerfahrenheit von Existenzgründern auszunutzen, warnt die Industrie- und Handelskammer Siegen. Ihre Masche sind Zahlungsaufforderungen, die amtlichen Gebührenbescheiden täuschend ähneln.

Die vermeintliche Behördenpost flattere den Jungunternehmern kurz nach der Gewerbeanmeldung oder dem Eintrag ins Handelsregister ins Haus, berichtet die Kammer, die in ihrem Bezirk eine Häufung derartiger Fälle festgestellt hat. „Man muss schon genau hinsehen, um den Schwindel zu entdecken“, sagt IHK-Wettbewerbsexperte Günter Pfeifer. „Wer nicht aufpasst, hat den Absender schnell beauftragt, das Unternehmen gegen Zahlung eines stattlichen Beitrags in ein wertloses Register einzutragen.“ Gerade Gründer liefen Gefahr, Opfer solcher Machenschaften zu werden, weil sie am Anfang viel mit offiziellen Stellen zu tun hätten, die für ihre Leistungen Gebühren verlangten. Die IHK Siegen warnt speziell vor einem Anbieter, der im Internet eine sogenannte „Gewerbeauskunft Zentrale“ betreibt. Hier laufe der gutgläubige Empfänger Gefahr, sich durch das bloße Berichtigen und Vervollständigen seiner Daten und seine Unterschrift zur Zahlung von 956,40 Euro plus Umsatzsteuer zu verpflichten. Dabei steht die Zahlungspflicht „im Kleingedruckten auf der Rückseite“, berichtet die Kammer, der ein solches Schreiben vorliegt. Die Urheber sind für die IHK „alte Bekannte“, sagt Pfeifer. „Einige Namen tauchen immer wieder auf.“ Dennoch ist es schwer ihnen wirksam das Handwerk zu legen. „Es bereitet uns immer wieder Probleme, einen Betrug nachzuweisen, denn die Absender formulieren ihre ‘Zahlungsaufforderung’ in der Regel als ‘Angebot’ – das der Empfänger natürlich auch ablehnen kann“, berichtet Pfeifer. Deshalb sei es auch kaum möglich, die Namen der dubiosen Anbieter zu veröffentlichen. „Wir haben die Informationen aber im Haus“, sagt Pfeifer, der unter(0271) 3302-265 nähere Auskünfte erteilt.

Wer schon auf vorgetäuschte Bescheide hereingefallen ist, hat zwar noch die Möglichkeit, den Vertrag anzufechten. Aber, weiß Pfeifer: „In aller Regel ist das Geld verloren.“

Sven Nölting

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/5042388/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Jahreskonferenz
Bildgalerie
Jahreskonferenz...
Busunfall in Siegen
Bildgalerie
Unfall
Eggeabtrieb 2011
Bildgalerie
Fotostrecke
Liese am Rednerpult
Video
EU
Foto
Aus dem Ressort
Das Geheimnis der schwarzen Hand, Folge 14
Fortsetzungskrimi
Wendler und Schulthof fluchten und fühlten sich an der Nase herumgeführt. In zwölf Städten und Gemeinden hatten sie vergeblich gesucht, hatten historische Stätten und touristische Sehenswürdigkeiten kennen gelernt und manchen städtischen Werbeblock gehört. Aber eine Spur von der Schwarzen Hand?
Foto Text
Das Geheimnis der schwarzen Hand, Folge 13
Fortsetzungskrimi
Die Wälder wurden immer tiefer und dunkler. Keine Menschenseele war zu sehen. Würde der Täter endlich Ernst machen?
Foto