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A 46: NRW plant den Ausbau in Teilen - Stopp für die Verbindung Menden-Arnsberg

22.09.2011 | 20:00 Uhr
A 46: NRW plant den Ausbau in Teilen - Stopp für die Verbindung Menden-Arnsberg

Hemer/Menden/Arnsberg.  NRW streicht die Pläne für den Bau neuer Bundes- und Landesstraßen drastisch zusammen. Die A46 von Hemer nach Menden bleibt im vordringlichen Bedarf. Dagegen wird der umstrittene Weiterbau von Menden nach Arnsberg nicht weiter geplant.

„Angesichts sinkender Mittel für den Neu- und Ausbau von Straßen konzentrieren wir uns auf die Dinge, die wir umsetzen können“, erläuterte Verkehrsminister Harry K.Voigtsberger (SPD). Danach werden 116 vordringliche Planungen für Landesstraßen auf 37 Projekte begrenzt. Bei den Bundesstraßen werden nur 96 der 174 Baumaßnahmen mit Vorrang weiter betrieben. CDU und FDP kritisierten den rot-grünen „Planungsstopp“, mit dem Ortsumgehungen und Lückenschlüsse auf den St. Nimmerleinstag verschoben würden. Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel (CDU) bemängelt die Teilung der „A46-Lücke“. Das bedeute für Menschen sowie für Natur und Umwelt erhebliche Belastungen.

Die A 46 in der Gemeinde Ense.

Schlankheitskur für den Straßenbau in NRW: Nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger sind die bisherigen Planungsprogramme für den Landesstraßenbau völlig überzeichnet.

Abgespeckte Liste

Selbst für die „abgespeckte“ Liste der Bundestraßen fallen noch 4,3 Milliarden Euro Baukosten an - der Bund gibt aber ab 2014 nur 132 Millionen Euro im Jahr. Für den Bau von Landesstraßen zahlt NRW in diesem Jahr 55 Millionen Euro - notwendig wären aber 265 Millionen Euro. „In NRW hat der Erhalt von Straßen Vorrang vor Neu- und Ausbau“, sagte Voigtsberger. Deshalb schichtet NRW zwölf Millionen Euro aus dem Neubauprogramm für Erhaltungsmaßnahmen um.

NRW-Verkehrsstaatssekretär Horst Becker (Grüne) will „hochproblematische Projekte nicht weiter betreiben“. Aus Sicht Voigtsbergers ist die Akzeptanz vor Ort „ganz wichtig“. Er hoffe, dass einvernehmliche Projekte nun schneller umgesetzt werden können. „Es gibt Projekte, die sich in Permanentblockade befinden.“ Dafür könne sich NRW weitere Planungskosten nicht leisten. FDP-Experte Christof Rasche sprach von einer „Horrorliste“ auf Kosten des Wirtschaftsstandorts NRW.

Grafik: Nossutta

Den Stopp der Planungen für das Teilstück der A 46 zwischen Menden und Arnsberg kritisiert Arnsbergs Bürgermeister Hans-Josef Vogel: „Halbe Lücke gibt es nicht. Es gibt auch keine halbe Schwangerschaft.“ Mit diesen Worten lehnt Bürgermeister Vogel das Vorhaben der Landesregierung ab, nur die halbe Lücke von Hemer bis Menden durch einen Autobahnbau zu schließen und den Verkehr dann in die Lücke von Menden nach Neheim zu schicken. Dies bedeute unakzeptable Belastungen für die Menschen in Menden, Holzen, Voßwinkel und im Bereich des Bahnhofs Neheim sowie für Natur und Umwelt.

Vogel weiter: „Es gibt einen vorgeschlagenen Korridor, in dem die Linie gefunden werden muss, die die Menschen am wenigsten belastet, die Natur und Umwelt am meisten schont und das Ruhrtal am wenigsten beeinträchtigt. Das dürfte doch möglich sein.“

Olpe

Der dreispurige Ausbau der L 512 zwischen Olpe und Attendorn steht seit Jahren auf dem Wunschzettel der IHK, die vor allem die Interessen der Attendorner und Finnentroper Industrie vertritt. Die im Zusammenhang mit dem Bau des Biggesees geplante Landstraße ist dem Verkehrsaufkommen im Schwerlastbereich einfach nicht mehr gewachsen. Billig dürfte der Ausbau nicht werden: Auf der einen Seite der Straße liegt der See, auf der anderen der Fels. Die Ortsumgehung Welschen-Ennest (B 517) ist in einem frühen Planungsstadium. Hier soll nach Abschluss einer Untersuchung zu Linienfeststellung die Priorität erneut entschieden werden.

nichts mehr gehört. „Zumindest besteht noch die Option“, sagt Bezirksausschussvorsitzender Gerd Stüttgen, „man muss aber dicke Bretter bohren“. Gleiches gilt für die Ortsumfahrung Stemel: Kaum einer rechnet wirklich mit ihr

Siegen

Der Stadtteil Kaan-Marienborn wird auf eine Umgehung (L 719) warten müssen; nach der Untersuchung zur Linienabstimmung soll das Projekt nur „nachrangig“ bearbeitet werden.

Nuttlar

In Nuttlar wird die L 776 um ein Teilstück ergänzt, über das Autofahrer aus dem Bereich Soest zum A 46-Zubringer gelangen können. Laut Landesbetrieb Straßenbau soll so vermieden werden, dass es zu einer zusätzlichen Belastung Nuttlars kommt.

Kreuztal

Für die Südumgehung Kreuztals hat das Planfeststellungsverfahren bereits begonnen; nachdem über 400 Einwendungen von Bürgern vorgebracht wurden, wird das naturschutzfachliche Gutachten noch einmal aktualisiert. Das wird ein Jahr dauern. Danach soll neu entschieden werden, welche Priorität dieses erste Stück der B 508 n bekommt. Die anschließenden Ortsumgehungen führen in Richtung Wittgenstein. Sie waren Teil eines Bundesfernstraßenprojekts Kreuztal-Hattenbach, das die A-4-Lücke geschlossen hätte. Heute werden sie als „Route 57“ (nach den ersten Ziffern der Siegener Postleitzahl) beworben.

Schmallenberg

Eine Umgehung für den Ortsteil Bad Fredeburg ist bereits seit Mitte der 70er-Jahre Thema. Für die Entwicklung des Kurortes ist sie unabdingbar. Der Lkw-Verkehr soll aus der von Fachwerk geprägten Innenstadt verbannt werden. Die Umgehungsstraße war auch schon Bedingung, als Bad Fredeburg Mitte der 90er-Jahre die Bezeichnung „Kurort“ erhielt. Nun wird die derzeit laufende Planung noch beendet, danach soll erneut über die Priorität des Projektes entschieden werden.

Wilnsdorf

Die Ortsumgehung Wilnsdorf/Niederdielfen (L 893) wird vorrangig geplant.

Arnsberg / Menden

„Wir lassen uns den Verkehr nicht vor die Haustür kippen“, nimmt der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Kaiser, Stellung zu den Plänen, die A 46-Planung zu teilen. „Mit dem Ende der A 46 in Menden wird die Stadt Menden zusehends mehr belastet. Insbesondere aber wird der gesamte Verkehr dann ungeregelt durch das Bibertal durch Holzen zum Bahnhof Neheim-Hüsten gelangen und dort die Situation absolut unerträglich machen.“

Mendens CDU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Exler bewertet die Teilung des Lückenschlusses als „Sauerei“ und „Witz“. Gelassener sieht Mendens Bürgermeister Volker Fleige die Situation. Bis es tatsächlich ein Baurecht für das Teilstück gebe, werde so viel Zeit vergehen, dass weder er selbst noch Hemers Bürgermeister Michael Esken zu Lebzeiten die Autobahn je befahren würden.

Eskens selbst beurteilt die Lage so: „Es ist eine gute Nachricht für Hemer und eine schlechte für die Region. Der Lückenschluss bleibt die eigentliche politische Forderung. Heute sind wir in Sachen A 46 einen Schritt weiter.“

Eslohe

Die Esloher hoffen seit Jahrzehnten auf eine Ortsumgehung (L 541)und damit auf eine Entlastung der Ortsdurchfahrt. Die angekündigte nachrangige Planung ist gestern im Rathaus mit entsprechender Enttäuschung aufgenommen worden.

Bad Laasphe

Eine Ortsumgehung für die nächsten Jahrzehnte ist eher nicht in Sicht: Bad Laasphe ist im nachgeordneten Bedarf gelandet. Für die Ortsumgehungskette zwischen der Nachbarkommune Erndtebrück und dem Siegerland ist noch keine Entscheidung gefallen. Die von den Befürwortern aus Industrie und Gewerkschaften geforderte „Route 57“ als Verkehrsanbindung Wittgensteins steht auf dem Prüfstand: An der B 62 zwischen Hilchenbach-Grund und Altenteich und den Ortsumgehungen Lützel und Erndtebrück sowie der B 508 mit den Ortsumgehungen Ferndorf und Hilchenbach sollen die bisherigen Planungsstufen erst einmal zu Ende geführt werden.

Warstein

B 55 - seit über 30 Jahren hoffen die Bürger von Warstein, dass die Umgehungsstraße kommt, damit sie endlich vom Lastwagen-Verkehr der Steinindustrie befreit werden und der Ortskern verkehrsberuhigt wird.

A 46 Trassenplan

Brilon

Die Fortsetzung der Autobahn als dreispurige B 7n ist für Olsberg und Brilon von zentraler Bedeutung. Nicht nur wegen der Entlastung der Ortsdurchfahrten von Antfeld und Altenbüren. Zwischen diesen beiden Orten planen Olsberg und Brilon ein interkommunales Gewerbegebiet. Dieser weiter im vordringlichen Bedarf verbleibende Abschnitt ist rund 11 km lang. Langfristig soll die Straße bis zum Autobahnkreuz Bad Wünnenberg/Haaren (A 44/A 33) fortgesetzt werden.

Schwelm

(beri) An der Orts­umgehung B 483n scheiden sich in Schwelm die Geister: Die einen wollen sie, die anderen auf gar keinen Fall. Für die Kreisstadt des Ennepe-Ruhr-Kreises ist das Thema eine unendliche Geschichte, an deren Verwirklichung die Bürger langsam schon den Glauben verloren haben. Ein Straßenbau würde der City gut tun.

 

Rainer Kuhn

Kommentare
25.09.2011
05:20
A 46: NRW plant den Ausbau in Teilen - Stopp für die Verbindung Menden-Arnsberg
von Smartdriver | #1

NRW stoppt alles!
Wir haben in Datteln dringend benötigte Kohlekraftwerke die neu erstellt und auf dem neusten Stand nicht in Betrieb gehen...
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