A 46-Gegner laden Befürworter an Runden Tisch ein
11.08.2011 | 18:36 Uhr 2011-08-11T18:36:00+0200
Menden/Arnsberg.Die Gegner des A 46-Lückenschlusses zwischen Hemer und Arnsberg rufen die Befürworter der Autobahn zu einem „Runden Tisch“ auf. Dort soll eine einvernehmliche Lösung der Verkehrsprobleme im Sauerland erzielt werden. Kleinteilig und schnell umsetzbar statt des Großprojektes Autobahn, lautet der Vorschlag.
Die Situation ist seit dreißig Jahren festgefahren. Die einen wollen die Autobahn von Hemer nach Arnsberg, weil sie Wirtschaft und Pendlern nützt. Die anderen lehnen sie ab, weil sie die Zerstörung wertvollen Naturraums und Belastung von Anliegern fürchten. Immer neue Trassenvarianten wurden geprüft und verworfen. Insbesondere für das Naturparadies Luerwald zwischen Menden und Arnsberg scheint es keine verträgliche Lösung zu geben und deshalb ist zuletzt immer wieder von einem Bau in zwei Teilabschnitten die Rede: der Fortsetzung der A 46 von Hemer bis Menden in einem ersten Schritt – und irgendwann später auch mal bis Arnsberg.
Fehlerhafte Abschnittsbildung
Doch Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik des Naturschutzverbandes BUND, ist sicher: „Auch dieses erste Teilstück wird keine Chance auf Verwirklichung haben.“ Neben planerischen Punkten führt er vor allem juristische Möglichkeiten an, den Bau zu verhindern. Stichwort: „Fehlerhafte Abschnittsbildung“. Mit einem Autobahnende in Menden würde ein Fortbau auch durch den Luerwald nach Arnsberg provoziert. Solch ein Zwangspunkt hätte vor keinem Gericht Bestand, meint der Verkehrsexperte.
Die Autobahn werde auch in den nächsten zwanzig bis dreißig Jahren nicht kommen, zeigte sich Stefan Neuhaus, Sprecher der „Giga“, der Gruppeninitiative gegen die A 46, überzeugt und rief deshalb gestern zu einem Runden Tisch auf, an dem sich Gegner, Befürworter, engagierte Bürger und Experten versammeln sollen. Eine Einigung auf Alternativen zur Autobahn könnte deutlich schneller umgesetzt werden. Dabei geben sich die Gegner durchaus verhandlungsbereit. „Klar ist, dass dabei auch Kompromisse gemacht werden müssen“, sagt BUND-Verkehrsexperte Dr. Reh.
Paketlösung mit kleinteiligen Maßnahmen
Einer könnte die Weiterführung der A 46 von Hemer bis Menden als zweispurige Straße auf der angedachten Trasse der A 46 sein. Damit wäre eine starke verkehrliche Entlastung von Hemer verbunden. „Das ist jetzt kein Vorschlag von uns“, schränkt Stefan Neuhaus zwar ein, und betont, dass man sich auch Varianten vorstellen könne. Doch: „Wir sind bereit an Alternativlösungen mitzuarbeiten.“ Bei der Alternative zur Autobahn schwebt den Gegnern eine Paketlösung aus vielen kleinteiligen Maßnahmen vor – innerstädtische Straßen in Menden beispielsweise und eine Ortsumgehung für Wickede, von Niederbarge bis zur Autobahnanschlussstelle Wickede.
Geld auch vom Bund?
Die Sorge, dass diese Maßnahmen nicht wie eine Autobahn vom Bund bezahlt würde, sondern von Land und Kommunen getragen werden müssten, versucht Verkehrspolitiker Dr. Reh zu zerstreuen. Das Bundesfernstraßengesetz sehe im Paragrafen 5a vor, dass auch solche Alternativen aus dem Etat des Bundesverkehrsministers finanziert werden könnten.
Das Angebot der A 46-Gegner fand zumindest in einer ersten Reaktion bei den Befürwortern keine offenen Ohren. „Im Moment sehen wir keinen Gesprächsbedarf“, sagte Hubertus Gössling, Sprecher der Unternehmerinitiative Pro A 46, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch seine Initiative hätte beispielsweise den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraßen geprüft, aber: „Es gibt keine Alternative zum Lückenschluss.“

18:01
Das Verfahren, seine missliebigen Gegner abzubürsten, ist immer gleich:
Wenn jemand versucht, seine heimatliche Umgebung zu schützen, ist er ein Kirchturmspolitiker.
Wenn jemand sich um ein Problem in der Ferne kümmert heißt es, er solle das Maul halten, weil ihn das Problem nichts angehe.
15:52
Nun, da sich unverkennbar die A46-Gegener aus regionalen Bereichen rekrutieren und sich ein Kirchturmsdenken herauskristalisiert, sollte man zur Entscheidungfindung auf die klassische basisdemoraktische Mittel zurückgreifen:
Die Volksentscheidung muss her, so schnell wie möglich. Soll doch nun endlich mal das Volk entscheiden, anstatt kleine interessenbeladene Grüppchen! (Übrigens, das Volk besteht nicht nur aus Mitgliedern des BUND u.ä. und einige Trassenanwohner oder andererseits Bosse von Speditionen und Industrielle!).
Mmmh, warum wohl hat die relativ kleine Gruppe A46-Gegner noch nie eine solche Entscheidungsform ins Spiel gebracht??
Na ja, kann sich ja jeder denken: Auch in BW scheuen Grüne und Sozis den Volksentscheid zu Stuttgart 21 wie der Teufel das Weihwasser....
21:44
@#15:
Ich glaube kaum, dass Sie Ihren Garten im Ernstfall freiwillig und ganz kostenlos für irgendein Teil des A46-Bauwerkes hergeben würden! ;-)
Aber wieder zur Sachfrage:
Niemand weiß, wie viele Gegner und Befürworter es in der A46-Frage gibt.
Dazu gab es noch keine förmliche Abstimmung oder auch nur eine repräsentative Befragung.
Die Meinung der Leute hängt auch sehr stark davon ab, ob sie wissen, woher die Trasse geht und dann natürlich davon, wie sehr (nah) man selbst mit seinem Wohnsitz und/oder seinem (Lieblings-)Naherholungsgebiet dran liegt.
Meine häufigste Erfahrung beim Befragen der Leute ist:
Viele sind als Autofahrer erstmal dafür. Sobald sie aber hören und sich dann in natura ansehen, woher die Straße laufen soll, sind sie völlig schockiert, wie man solch eine Planung ernst meinen kann.
Viele Leuten glauben nämlich, dass die A46 irgendwo weit weg in unwichtiger und unempfindlicher Landschaft liegen wird.
Auch nicht wenige denken bei Tunnellösung, dass so ziemlich die ganze Neubaustrecke unterirdisch verlaufen soll. Es sind aber nur wenige und vergleichsweise kurze Abschnitte. Eine Variante für Menden untertunnelt gerade mal das Hönnetal mit Fluss, Schienen, Gewerbegebiet und Straßen, während die wirklich schützenswerten Landschaften voll oberirdisch zerfetzt werden.
20:26
@ 14:
Wenn man mal mit Mendenern spricht, dann widerlegt sich die These, dass die Mendener gegen den Lückenschluß sind. Die Mendener sind mehrheitlich dafür. Hier ist es wie in der Politik: Die kleinsten Gruppen machen den größten Wind und wenn man dahinter guckt, besteht das nur aus Gerede und heißer Luft. Die Autobahngegner sollten mal hinnehmen, dass die Mehrheit für diesen Lückenschluß plädiert.
Komisch auch, dass 90% des Verkehrs auf der B7 in Hemer weiterrollt nach Menden und weiter.
Das zu der These Ziel- und Quellverkehr.
Daher bleibe ich dabei: Ich stelle meinen Garten für einen Autobahnbrückenpfeiler (sogar kostenlos) zur Verfügung.
18:53
@11 und 13
Offenbar ist das immer noch nicht deutlich genug gesagt und geschrieben worden: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen A46 und den innerstädtischen Verkehrspoblemen in Hemer und Menden. Die Staus sind hausgemacht und werden zu über 90 % von Quell- und Zielverkehr verursacht, also solchen Bewegungen, die aus den Städten kommen oder in den Städten enden.
Dass die A46 eine Entlastung herbeiführt, ist eine wissentlich von der Betonriege verbreitete Lüge, die allen wissenschaftlichen Erhebungen widerspricht.
15:36
Da kloppen sich die Gegner und die Befürworter der A46 über Jahrzehnte hinweg, die Politik tatenlos, nichts passiert und die Leidtragenden werden weiterhin die vom Durchgangsverkehr gequälten Bewohner der Städte/Dörfer entlang der B7 sein. Wirklich toll.....
12:34
Ich würde jederzeit meinen Garten für einen Autobahnpfeiler zur Verfügung stellen, wenn da mal endlich angefangen würde zu bauen.
10:07
Die Gegner der A 46 haben es zu verantworten, dass stinkender und lärmender Schwerlastverkehr die Bürger in Hemer und Menden seit Jahrzehnten belasten.
Ich gebe mal einen Hinweis, fahren die mal nach Iserlohn, wenn die A 46 aus welchen Gründen auch immer kurz gesperrt ist, da sind sämtliche Straßen über die der Verkehr umgeleitet wird verstopft.
Ganau wie an jedem Freitag die Straßen in Hemer und Menden.
Ich will nicht abstreiten, dass es Gründe gegen den Weiterbau gibt. Aber nach meiner persönlichen Abwägung ist meine Meinung, der Weiterbau hat überwiegend Vorteile.
Deshalb bin ich Pro A46.
08:28
@ #9
Ein wenig Nachdenken und die Lösung wird klar:
Autobahnen ziehen Verkehre an und produzieren neue Verkehre.
Zudem ist die Autobahn deutlich breiter als eine zweispurige Straße mit den entsprechenden Folgen für die Natur. Das kann nicht im Sinne der Natur sein.
Wenn versucht wird, einen Kompromiss zu finden, dann müssen sich alle bewegen. Scheinbar sind die Pro A46 - Leute hierzu nicht bereit. Sowas lässt tief blicken.
01:28
Also wenn ich das richtig lese, sind die Gegnerdes Weiterbaus aus Umwelt und Naturschutzgründen gegen eine 4spurige Autobahn auf einer bestimmten Trasse. Aber man ist damit einverstanden, wenn der gleiche Verkehr über die gleiche Trasse fließt, unter der Bedingung das diese Trasse 2spurig ist und eben nicht Autobahn heißt.
Frage ich mich, was sind denn das für Argumente???