40-jährige Arnsbergerin fliegt ins Katastrophengebiet
14.01.2010 | 18:42 Uhr 2010-01-14T18:42:00+0100
Hagen/Arnsberg. Die Hilfe für Haiti aus Nordrhein-Westfalen setzt sich in Gang. Mediziner und Bergungsexperten zahlreicher Organisationen sind unterwegs oder stecken in Reisevorbereitungen.
Unter den Helfern ist auch Nicole Feldmann aus Arnsberg. Die 40-Jährige fliegt heute von Frankfurt aus in die Dominikanische Republik. Die Bauzeichnerin gehört zur dreiköpfigen Mannschaft des Bundesverbandes Rettungshunde. „Ich fahre mit gemischten Gefühlen”, sagt die Mutter von zwei Kindern. Der Einsatz ist ehrenamtlich. Urlaub hat sie nicht beantragt, sie baut ihre Überstunden ab. „Der Chef hat schon gefragt, wann ich wieder komme.” Sie weiß es noch nicht.
Respekt vor der Reise
Angesichts des unvorstellbaren Ausmaßes der Katastrophe kann niemand die Dauer des Einsatzes vorhersagen. Auch Mark Rösenzur nicht. Der 42-jährige Feuerwehrmann vom Flughafen Weeze ist sich angesichts der verheerenden Folgen des Erdbebens sicher: „Es wird länger dauern. Ich habe Respekt vor der Reise.” Es ist mehr als ein mulmiges Gefühl, das viele überkommt, wenn sie an Haiti und die dramatischen Bilder verzweifelter Menschen denken.
Der Wettlauf mit der Zeit bei der Rettung von Menschenleben läuft. Die ersten 36 bis 48 Stunden sind bei der Rettung Überlebender entscheidend. So sind die Bonner Don Bosco Hilfswerke voller Sorge über das Leben der von ihnen betreuten Jungen und Mädchen. „200 Kinder und Jugendliche liegen unter den Trümmern der technischen Schule und des Straßenkinderzentrums”, sagt Sprecherin Annegret Spitz. „Mehr Einzelheiten wissen wir nicht.”
Trinkwasseraufbereitung
Die chaotischen Verhältnisse, keine funktionierende Kommunikation und Logistik, erschweren die Hilfe. Drehkreuz für die Einsatzkräfte und Hilfslieferungen ist die Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo. Die Straßen nach Haiti aber sind verstopft, endlose Wartezeiten an der Grenze verzögern den Transport von Personal und Hilfsgütern. Simone Pott, Pressesprecherin der Deutschen Welthungerhilfe, ist vor Ort: „Wir müssen Möglichkeiten finden, die Hilfe tatsächlich zu den betroffenen Menschen zu bringen.”
Das hofft das Technische Hilfswerk auch. Zehn Experten für Trinkwasser und Infrastruktur sind nach Haiti aufgebrochen. „Die Trinkwasseraufbereitungsanlagen können 6000 Liter in der Stunde produzieren”, sagt Sprecher Nicolas Hefner, „und damit bis zu 30 000 Menschen mit Wasser versorgen.”

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