20-Jähriger hat Elfjährige in Solingen vergewaltigt
19.03.2010 | 18:02 Uhr 2010-03-19T18:02:00+0100
Solingen. Ein 20-jähriger Mann hat gestanden, ein elfjähriges Mädchen in der Wohnung ihrer Eltern in Solingen vergewaltigt zu haben. Nachdem ihm das Mädchen die Tür geöffnet hatte, überwältigte er es. Der Rumäne gibt an, die Tat nicht geplant zu haben. Ihm drohen bis zu 15 jahre Haft.
Ein 20-jähriger Rumäne, der in Solingen Obdachlosenzeitungen an der Haustür verkaufte, hat gestanden, am vergangenen Dienstag zur Mittagszeit ein elfjähriges Mädchen in der Wohnung ihrer Eltern sexuell missbraucht zu haben. „Wir sind dem mutmaßlichen Täter auf die Spur gekommen”, so der ermittelnde Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert, „weil das Opfer nach der Tat eine sehr detaillierte Täterbeschreibung abgegeben hat.” Danach meldeten sich Zeugen, die auf eine Gruppe hausierender Rumänen hinwies.
Verschmutzte Kleidung
Da der Täter verschmutzte Kleidung am Tatort zurückgelassen hatte, konnte die Polize Mantrailer-Hunde einsetzen, die für ihren sensiblen Spürsinn bekannt sind. Die Spezialsuchhunde führten die Ermittler zuerst zu einer Bushaltestelle und etwas später zu einem Netto-Markt.
Dort verkauften bei Ankunft des Suchtrupps mehrere Rumänen Obdachosen-Zeitungen an die Passanten. Da die Beschreibung der 11-Jährigen auf einen der Zeitungsverkäufer passte, wurde dieser Mann vorübergehend festgenommen. "Nachdem er uns anfänglich Blödsinn erzählt hat," so Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert, "kam er schließlich zur Sache."
Rumänen geben vor, obdachlos zu sein
Der Festgenommene berichtete von der Gruppe Rumänen, die in ganz Nordrhein-Westfalen Geld verdienen, indem sie vorgeben, obdachlos zu sein.So das Mitleid erregt, verkaufen sie Obdachlosenzeitungen. Nach ihrem Verkaufs-Einsatz schliefen die Männer in einer Duisburger Wohnung. Und dorthin komme auch der Rumäne, so erzählte der Verhaftete, den die Polizei suche.
Die Folge: Freitagmorgen um 1.50 Uhr stürmten 15 Polizisten die fragliche Wohnung in Duisburg, in der sich fünf Rumänen aufhielten. Der Rumäne, auf den die Beschreibung des Mädchens passte, wurde verhaftet. Noch im Streifenwagen gestand der 20-Jährige die Tat. Auf der Polizeiwache wiederholte er sein Geständnis. Wolf-Tilman Baumert: "Dabei hat er uns Dinge erzählt, die nur der Täter wissen konnte." Darum sei die Staatsanwaltschaft sehr sicher, dass sie den richtigen Mann verhaftet habe.
Richter erließ Haftbefehl
Das sah der Haftrichter offenbar ebenso. Er erließ Haftbefehl gegen den 20-jährigen Rumänen, der keinen festen Wohnsitz hat. Der mutmaßliche Vergewaltiger gab an, er habe die Tat nicht geplant, sondern es sei "über ihn gekommen", als ihm das 11-jährige Mädchen am Dienstag um 12.55 Uhr die Wohnungstür in der Eifelstraße geöffnet habe.
Weitere Taten, so der Rumäne, habe er nicht begangen. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert: "Um diese Aussage zu überprüfen, werden wir natürlich auch DNA-Proben des Täters nehmen und sie mit unserer Datei abgleichen." Wenn der Rumäne nach dem Jugendstrafgesetz verurteilt wird, erwartet ihn eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren.Das Erwachsenenstrafrecht formuliert eine Bestrafungpalette von zwei bis 15 Jahren.
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NACHTRAG
Zu dem oben stehenden Artikel war zunächst bei erstmaliger Veröffentlichung auf derwesten.de eine Anwendung freigeschaltet, die es möglich gemacht hat, den Ort des Geschehens auf einer Karte darzustellen. Ein Nutzer unseres Internetportals hatte auf dieser Karte sodann den Tatort markiert, sodass dieser bei Aufruf des Artikels für jeden Betrachter ersichtlich war. Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserates sah darin eine Möglichkeit, das Opfer der beschriebenen Tat zu identifizieren, und sprach deshalb eine öffentliche Rüge aus. Die Veröffentlichung dieser Rüge erfolgt gem. Ziffer 16 Pressekodex.
