Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Wirtschaft

Strom/Gas: Vor dem Wechsel in Online-Tarif erst nachrechnen

13.06.2008 | 18:30 Uhr

Die Gaspreise explodieren; doch die Möglichkeiten, zu einem billigeren Versorger zu wechseln, sind mehr als begrenzt. Das räumen auch Verbraucherschützer ein. Sie setzen eher darauf, beim gleichen Versorger in einem billigeren Tarif zu wechseln. ...

Ob Kochen oder Heizen: Energie ist teuer. (ddp-Bild)

... Das neue Zauberwort heißt "Online-Tarif". Doch Vorsicht ist geboten. Erstmals bietet beispielsweise der Dortmunder Versorger DEW21, Tochter der Stadtwerke und von RWE, einen Online-Tarif an. Dafür benötigt man eine "aktive" Email-Adresse - die aber kann auch die eines Freundes oder Bekannten sein. Ein eigener Internetanschluss ist also nicht nötig, dafür muss der Kunde auf jeden Fall eine Einzugsermächtigung für die Rechnung geben. Den Zähler liest der Kunde selbst ab, die Rechnung steht dann kurz darauf im Internet.

Und was gibt es dafür? Einen speziellen Tarif mit eigenem Leistungs- (Monatspauschale) und Arbeitspreis (Kilowattstundenpreis). Ob der dann allerdings günstiger ist als der bisherige Tarif? Das muss jeder Wechselwillige selbst ausrechnen. Denn "online" Gas zu beziehen, zahlt sich nicht immer aus.

Im Falle der Dortmunder DEW21 sieht dies nach der allgemeinen Preiserhöhung zum 1. Juli bei einem speziellen Haushalt dann so aus: Beim Verbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom kommt der Online-Kunde gemessen an seinem alten Maxi-Tarif rund 4 Euro billiger weg - im Jahr. Immerhin wäre dies eine (wenn auch bescheidene) Ersparnis. Wechselt er dagegen für seine 14-kW-Gasheizung mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden vom bisherigen Spezial-Tarif ins Online-Angebot, würde er dies mit einer Verteuerung um 62 Euro bezahlen - ein schlechtes Geschäft.

Genauso gut ließen sich andere Beispiele bilden, die einen eindeutigen Vorteil des neuen Online-Tarifs ergäben. Was das obige Beispiel lehrt, ist schlicht: Vor einem Wechsel sollte man nicht nur die plakativen Tarife bestaunen, sondern auch das Kleingedruckte lesen und vor allem für seinen eigenen, ganz speziellen Fall nachrechnen.

Und noch eines: Neukunden hat auch DEW21 gerne. Sie sollten allerdings auch aus dem angestammten Versorgungsgebiet stammen. Für Kunden aus fremden Städten gilt das Online-Angebot nicht - siehe oben.

Von Peter Bauer


Kommentare
Aus dem Ressort
Facebook koppelt Messenger-Chat von der App ab
Facebook
Facebook will sich mit einer ganzen Familie von Apps im Alltag der Nutzer etablieren. Dafür werden einzelne Funktionen in eigene Anwendungen ausgelagert, um sie separat effektiver weiterentwickeln zu können. Jetzt kommen die Kurzmitteilungen an die Reihe.
Viele Paketdienste in NRW hebeln den Arbeitsschutz aus
Arbeitsschutz
Paket- und Kurierdienste an Rhein und Ruhr verstoßen oft eklatant und systematisch gegen den Arbeitsschutz und die Verkehrssicherheit. „Erschreckend und ernüchternd“ nannte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) die Resultate einer landesweiten Kontrollaktion.
Franz Völkl, Erfinder des modernen Rennskis, ist tot
Trauer
Der frühere Chef des gleichnamigen Konzerns hat mit dem legendären "Renntiger" den Ski-Sport revolutioniert. Der Unternehmer starb im Alter von 87 Jahren.
Bayern hat Nordrhein-Westfalen als "Bierland Nr. 1" abgelöst
Brauereien
NRW scheint den Platz an der Spitze der Brauerei-Standorte verloren zu haben: Im Juni stieg der Bierabsatz vor allem in Bayern — wohl auch dank der Fußball-WM. Damit stieg die Produktion in Süddeutschland erstmals knapp über die der heimischen Brauer.
"Stau war für ihn das Schlimmste", sagt Middelhoffs Fahrer
Middelhoff-Prozess
Im Untreue-Prozess um den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat am Montag dessen langjähriger Chauffeur ausgesagt: "Stau war das Schlimmste für ihn." Middelhoff hatte mehrere Dutzend Male Privatjets und Hubschrauber für den Weg zur Arbeit genutzt - und über die Firma abgerechnet.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?