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Creditreform

Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht

28.06.2012 | 16:18 Uhr
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
Die Solarbranche wurde bereits von einer Pleitewelle erfasst. Andere deutsche Unternehmen werden folgen, prognostiziert Creditreform. Foto: dapd

Düsseldorf.   Das Schlecker-Aus und der Niedergang der Solarindustrie waren nur der Anfang: Deutschland steht ein Jahr der Pleiten bevor. Damit rechnet die Auskunftei Creditreform. Verantwortlich seien die Schockwellen der Eurokrise. Rund 150.000 Arbeitsplätze sind demnach bedroht.

Der Konkurs der Drogeriemarktkette Schlecker und die Pleitewelle in der Solarindustrie könnten das Startsignal für eine generelle Zunahme der Firmenpleiten in Deutschland sein. „Wir werden wieder mehr Insolvenzen kriegen“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Michael Bretz, am Donnerstag in Düsseldorf. Die Schockwellen der Eurokrise hätten auch Deutschland erreicht. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet der Experte mit einem Anstieg der Firmenpleiten um bis zu sechs Prozent.

Statt 30.200 Unternehmen wie im Vorjahr dürften bis zu 32.000 Firmen den Gang zum Konkursrichter antreten, sagte Bretz. „Es geht ein Gespenst um in Europa - das Gespenst der Pleite.“ Er betonte aber auch, von den Höchstzahlen des Jahres 2003 sei Deutschland noch weit entfernt. Damals hatten nach dem Platzen der Internetblase fast 40.000 Unternehmen innerhalb eines Jahres Insolvenz anmelden müssen.

Im ersten Halbjahr 2012 nahm die Zahl der Firmenpleiten bereits leicht um 0,7 Prozent auf 15.090 zu. Die Zahl der durch Insolvenzen bedrohten Arbeitsplätze stieg allerdings nicht zuletzt wegen Schlecker deutlich stärker - um mehr als 36 Prozent auf rund 150.000. Die durch Firmenzusammenbrüche entstandenen Schäden nahmen sogar um mehr als 55 Prozent auf rund 16,2 Milliarden Euro zu.

Weniger Verbraucherinsolvenzen

Am größten war die Insolvenzgefahr für Unternehmen in Nordrhein-Westfallen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland zählte Creditreform im ersten Halbjahr 185 Firmenzusammenbrüche je 10.000 Unternehmen. Die Insolvenzquote an Rhein und Ruhr lag damit doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt und dreimal so hoch wie in Bayern und Hessen.

Besser verlief dagegen zuletzt die Entwicklung der Verbraucherinsolvenzen. Dank der positiven Arbeitsmarktentwicklung sank die Zahl der Privatpleiten in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 50.800.

Doch mache sich hier wohl auch die Tatsache bemerkbar, dass etliche Schuldner ihren Insolvenzantrag hinauszögerten, um von der erwarteten Novellierung des Privatinsolvenzrechts zu profitieren, betonte Bretz. Komme es hier zu den erwarteten Erleichterungen für die Schuldner, so sei bereits im nächsten Jahr wieder mit einem deutlichen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen um bis zu acht Prozent zu rechnen. (dapd)



Kommentare
28.06.2012
21:36
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von hutterp | #6


Das ist so genannte Jobwunder.

Ich lach mich tot.

Die schwachsinnigen Deutschen werden noch ihr blaues Wunder erleben.

28.06.2012
19:22
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von TVtotal | #5

Da wird das Arbeitsministerium die Bundesanstalt sicherlich anweisen Sonderteams für die schnelle Neuvermittlung einzurichten!
Komisch der Aufschwung schon wieder weg, nachdem seit der Jahrtausendwende die Realeinkommen der Normalos stetig gesunken sind....

28.06.2012
19:13
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von regievirginier | #4

2.Versuch: Habe heute vom vorläufigen Insolvenzverwalter die Kündigung und Freistellung zum 31.07.12 bekommen (kleines Unternehmen!, wie schon 1998) - da kräht kein Schwein nach ...

28.06.2012
19:10
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von regievirginier | #3

Habe heute vom vorläufigen Insolvenzverwerwalter die Kündigung und Freistellung zum 31.07.12 bekommen (kleines Unternehmen) - da kräht kein Schwein nach ...

28.06.2012
18:57
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von MalNachgedacht | #2

Die Umsatzzahlen im Binnenmarkt (und dort besonders im Einzelhandel) liegen doch jetzt schon laut EUROSTAT gleich auf mit den Krisenstaaten.

Mal schauen, wie lange es dauert, bis unseren Oberen die ganze Lohndrückerei um die Ohren fliegt.
Immer dran denken, "Autos kaufen keine Autos"!

28.06.2012
18:42
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von Plem | #1

Dies ist eine weitere Seite der Krise.

Die privaten Haushalte müssen mit sich selbst klarkommen - das war schon immer so. Um den Staat und die Banken kümmern sich diverse Rettungsschirme. Die Folgen der Krise für die Wirtschaft dagegen wurden in der Presse bisher eher stiefmütterlich behandelt. Ab und zu lassen uns Horrormeldungen über die steigende Arbeitslosigkeit in den Krisenländern aufhorchen. Aber das war es auch schon, zumal die Krise auf die deutsche Wirtschaft noch nicht durchgeschlagen ist.

Das scheint sich nun zu ändern. Ich prophezeie, daß wir in einem halben Jahr um die Einführung von Eurobonds betteln werden, um die Wirtschaftskraft daheim zu erhalten und steigende Arbeitslosigkeit zu verhindern.

1 Antwort
Rund 150.000 Arbeitsplätze durch neue Pleitewelle bedroht
von Plem | #1-1

Erläuterung dazu:

Die Teilnehmer an der Erwirtschaftung des BIP teilen sich in vier Sektoren auf:
1. Staat
2. Private Haushalte
3. Nicht-Finanzinstitutionen (z.B. Unternehmen)
4. Finanzinstitutionen (z.B. Banken)

Alle Sektoren sind hoch verschuldet, ganz besonders stark die Banken. Die Verschuldung aller Sektoren liegt in Deutschland bei etwa 10 Bio. Euro.

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