Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Tarifverhandlungen

Leise Töne bei der Lokführer-Gewerkschaft

11.07.2012 | 19:35 Uhr
Zuletzt gab es, wie hier in Dresden, im Februar 2011 Warnstreiks bei den Lokführern. Foto: dapd

Berlin.   Mit ihren Streiks haben die Lokführer die Republik vor Jahren lahmgelegt. Nun wird erneut mit der Bahn verhandelt. Die Signale stehen aber diesmal eher auf Einigung.

Das geforderte Angebot liegt zwar auf dem Tisch – aber von einer Lösung in der neuen Tarifrunde zwischen der Bahn und ihren Lokführern ist man noch meilenweit entfernt. Die Rhetorik der streikerfahrenen Lokführer ist jedoch milder als bei den Tarifauseinandersetzungen der vergangenen Jahre. Claus Weselsky, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), nannte die von der Bahn in einem Gesamtpaket unterbreiteten 5,5 Prozent mehr Lohn „unzureichend“. Das ist für den gern auf Krawall gebürsteten Lokführerchef fast schon Schmusekurs...

Der nordrhein-westfälische GDL-Chef Frank Schmidt erklärt, warum vorerst nicht mit einer Lösung zu rechnen ist: Es geht vor allem um die Laufzeit. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber ließ gestern ein Papier verbreiten, das einen Anstieg der Entgelte rückwirkend zum 1. Juli um zunächst 2,5 Prozent vorsieht. Zum 1. Oktober 2013 will die Bahn um weitere zwei Prozent draufsatteln. Zudem soll die betriebliche Altersvorsorge um ein Prozent aufgestockt werden. Das Gesamtpaket soll eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2014 haben. Die GDL fordert sieben Prozent mehr Lohn – allerdings bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. „Insofern“, so Schmidt, „ist das Angebot für uns nicht akzeptabel.“

Nächste Runde am 23. Juli

Lokführer-Streik, Teil IV

Bahn und Lokführer wollen sich am 23. Juli in Berlin erneut zusammensetzen. Bis dahin, so Schmidt, müssen Fahrgäste wohl nicht mit Warnstreiks rechnen. Sollte die Arbeitgeberseite bis dahin allerdings keinen verbesserten Vorschlag vorgelegt haben, „könnte es schon die ein oder andere Aktion geben“.

Michael Minholz

Kommentare
12.07.2012
08:42
Leise Töne bei der Lokführer-Gewerkschaft
von dutsche | #1

Die sogen. "Lokführer" die Triebfahrzeugführer heißen, fühlen sich jedes Jahr aufs neue überschätzt. Lasst die Kirche im Dorf. Es gibt noch wichtigere Eisenbahner als euch!

Funktionen
Aus dem Ressort
E-Plus, Base und Simyo sollen vom Markt verschwinden
Mobilfunkmarkt
Eine Neuausrichtung von Telefónica könnte das Aus für E-Plus, Base und Simyo bedeuten. Der Mobilfunk-Konzern will angeblich seine Marken neu ordnen.
Investor Advent vor dem Ausstieg bei Douglas
Handel
Verkauf oder Börsengang der Parfümeriesparte - diese beiden Optionen kommen in Betracht. Der Prozess soll in den kommenden Wochen starten.
Ex-Opelaner erstreitet Abfindung nach vielen Befristungen
Arbeitsgericht
Ein ehemaliger Opelaner hat vor dem Arbeitsgericht Bochum 6243 Euro Abfindung erstritten. Seine Verträge waren viermal befristet verlängert worden.
Mitarbeiter des KiK-Zentrallagers in Bönen streiken erneut
Tarifverträge
Ziel des Arbeitskampfes bei dem Bekleidungs-Unternehmen: Verdi will den Einzelhandelstarif für alle Beschäftigten der Logistik durchdrücken.
Deutsche Annington will Zentrale in Bochum neu bauen
Immobilienwirtschaft
Die Deutsche Annington bleibt offenbar in Bochum. Favorisierter Standort für den Neubau der Zentrale scheint eine Fläche an der Uni-Straße zu sein.
article
6871842
Leise Töne bei der Lokführer-Gewerkschaft
Leise Töne bei der Lokführer-Gewerkschaft
$description$
http://www.derwesten.de/wp/wirtschaft/leise-toene-bei-der-lokfuehrer-gewerkschaft-id6871842.html
2012-07-11 19:35
Lokführer,Bahn,GDL
Wirtschaft