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Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon

17.02.2013 | 17:16 Uhr
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
An den Arbeitsbedingungen bei Amazon gibt es heftige Kritik.Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Essen.   Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Internet-Versandhändler Amazon gefordert. Zuletzt war der Versandriese wegen des Umgangs mit Leiharbeitern massiv in die Kritik geraten.

15 Prozent seines weltweiten Umsatzes erzielt der Versandhändler Amazon in Deutschland. Doch nachdem die ARD über Ausbeutung und Bespitzelung von Leiharbeitern berichtete, hadert die Amazon-Fangemeinde erstmals mit dem Internet-Riesen. Viele wütende Kunden kündigen im sozialen Netzwerk Facebook an, die Auflösung ihrer Konten zu beantragen. Auch die Politik reagiert.

Die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert“, die vergangenen Mittwoch ausgestrahlt wurde, hat es in sich. Kamerateams begleiteten Leiharbeiter in den Amazon-Logistikzentren Bad Hersfeld, Gaben und Koblenz während des Weihnachtsgeschäfts, als bis zu zwei Millionen Pakete täglich die sieben Großlager in Deutschland verließen. Darunter zwei in NRW: Werne und Rheinberg. Um die Päckchenflut zu bewältigen, soll Amazon 5000 Saisonarbeiter – unter anderem aus Spanien, Rumänien und Polen – unter unwürdigen Arbeitsbedingungen eingesetzt haben.

Saisonkräfte durchsucht

In dem Bericht heißt es, dass statt der versprochenen 9,68 Euro Stundenlohn tatsächlich nur 8,52 Euro gezahlt worden seien. Die Leiharbeitsfirma zog nach eigenen Angaben die Ausgaben für Kost und Logis ab. Doch die Betreuung fiel alles andere als üppig aus: Die Arbeiter wohnten eingepfercht in überfüllten Ferienpark-Bungalows und billigen Motels.

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Günstige Preise und kostenlose Lieferung verheißt der Internethändler Amazon seinen Kunden. Leidtragende sind vor allem ausländische Leiharbeiter. Wie eine Dokumentation am Mittwoch in der ARD aufdeckte, werden sie nicht nur zu Dumpinglöhnen angestellt, sondern auch rund um die Uhr überwacht.

In einer Erklärung bestätigt die Sicherheitsfirma, dass sie regelmäßig Taschen und Bungalows der Saisonkräfte durchsucht habe. „Beschädigungen oder Diebstähle von Hoteleigentum sind in der Vergangenheit häufiger vorgekommen“, heißt es in dem Schreiben. Kontakte zur rechtsradikalen Szene, von denen in der Dokumentation die Rede ist, weist das Unternehmen aber ausdrücklich zurück.

Amazon-Kunden löschen Konten

Amazon selbst betont, den Sicherheitsdienst nicht beauftragt zu haben und will das Verhalten der Firma überprüfen. Zum Vorwurf der schlechten Bezahlung erklärt der Online-Riese, dass Saisonkräfte bei einer 37,5-Stunden-Woche 1400 Euro brutto pro Monat erhielten. Das entspreche einem Stundenlohn von 9,33 Euro.

Amazon
Mitarbeiter empfinden Jobs bei Amazon als "entwürdigend"

Ständige Kontrolle der Arbeit, Abmahnung für zu häufige Toiletten-Gänge: „Das Schlimmste ist der fehlende Respekt“, hat eine Verdi-Sprecherin einmal über die Arbeitsbedingungen beim Internethändler Amazon gesagt. Ein Eindruck, den Ilka Meier aus Rheinberg bestätigen kann.

Während sich die Beteiligten zu rechtfertigen versuchen, stimmen die Amazon-Kunden mit den Füßen ab. Auf der Facebook-Seite des Onlinehändlers ist eine heftige Debatte entbrannt. „Ich werde meine Konsequenzen daraus ziehen und mein Konto löschen“, schreibt ein Kunde. „Amazon, da habt Ihr am falschen Ende gespart. Jetzt kommt es Euch richtig teuer“, postet ein anderer.

Die schlechten Arbeitsbedingungen in den Logistikzentren waren schon häufig Thema. Essverbot am Arbeitsplatz, Überwachung, Kritik an zu häufigen Toilettengängen. Die Leiharbeiter-Debatte scheint Amazon aber erstmals zu schaden. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert in der „Welt am Sonntag“ Aufklärung. „Der Verdacht wiegt schwer, deswegen müssen jetzt so schnell wie möglich alle Fakten auf den Tisch“, sagte sie und drohte der Leiharbeitsfirma, die Amazon einsetzt, mit Lizenzentzug.

Erster Betriebsrat gewählt

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will die Situation nutzen, um einen Tarifvertrag für die deutschen Amazon-Zentren durchzusetzen. „Wir stehen aktuell mit Amazon in Gesprächen und wollen Verhandlungen über einen Tarifvertrag beginnen“, sagte Heiner Reimann, zuständiger Verdi-Vertreter in Frankfurt.

Immerhin gibt es bei Augsburg nun den ersten Amazon-Betriebsrat, der mit einer Beteiligung von 60 Prozent gewählt wurde. „Das war mehr als überfällig und ist ein großer Schritt zu besseren Arbeitsbedingungen bei Amazon“, kommentierte Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck. In Rheinberg kamen im Januar rund 1500 Beschäftigte zusammen, um einen Wahlvorstand für die Betriebsratswahl zu bestimmen.

Frank Meßing



Kommentare
18.02.2013
17:50
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #90

Das einzige was hilft sind eindeutige Gesetze die Lohndumping verhindern, unter anderem also ein flächendeckender Mindestlohn und Gesetze die gleiches Geld für gleiche Arbeit durchsetzen.
Vor allem aber scharfe unangekündigte Kontrollen der Betriebe, ob diese Regeln und alle anderen arbeitsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Angekündigte Kontrollen sind lächerlich, da machen die Firmen vorher Klarschiff, so dass bei der Kontrolle dann alles in Ordnung ist. Danach ist alles wieder beim alten.
Dazu benötigt es aber viele staatliche Kontrolleure und die werden wieder aus Geldmangel nicht eingestellt.
Es sollte klar sein, dass jemand der am Existenzminimum nagt und kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, sich in den seltensten Fällen beschweren und seinen Job riskieren wird.

18.02.2013
17:49
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon Fortsetzung 2
von cgehrling | #89

Das alles soll natürlich nicht die Zustände bei Amazon verteidigen, ich finde es gut, dass die Verhältnisse angeprangert werden und hoffe es tut sich was. Der Stundenlohn der von Amazon gezahlt wird ist ja nicht das Problem, der ist üblich in diesem Bereich. In vielen Betrieben verdient man als Ungelernter weniger. Aber die Arbeitsbedingungen sind natürlich miserabel und werden zu Recht bemängelt.
Ich frage mich allerdings auch wie man herausfinden soll, wie es bei anderen Händlern (Onlineshops und klassischer Einzelhandel) mit den Arbeitsbedingungen aussieht. Es werden hier immer wieder andere Händler als Alternative angepriesen, seid ihr euch sicher dass es dort nicht genauso aussieht? Der Preis allein ist kein Indikator, in vielen Fällen werden die Arbeitsbedingungen die gleichen sein mit dem Unterschied, dass bei den anderen Händlern die Gewinnmarge größer ausfällt.
Das einzige was hilft sind eindeutige Gesetze die Lohndumping verhindern, unter anderem also ein flächendeckender Min

18.02.2013
17:47
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon (Fortsetzung 1000 Zeichen waren zu wenig)
von cgehrling | #88

Schaut euch doch teure Markenprodukte an, in der Regel steht dort auch Made in China, Bangladesch, ..... drauf. Manchmal wird es auch verdeckt dadurch dass die Einzelteile in einem EU Land zusammengeschraubt werden, oder der in dritte Welt Ländern hergestellte Grundstoff weiterverarbeitet wird. Die Qualität von Produkten, lässt keine Rückschlüsse auf die Arbeitsbedingungen, der Leute zu, die diese hergestellt haben. In vielen Fällen bekommt, man das gleiche Zeug nur mit einem anderen Label drauf, zu einem höheren Preis und mit einer höheren Gewinnmarge für den Hersteller.
Die einzige Möglichkeit faire Arbeitsbedingungen zu unterstützen ist eigentlich:
1. Kleidung, Kaffee .... beim Fair Trade Laden zu kaufen und zu hoffen, dass es da mit rechten Dingen zu geht...
2. Lebensmittel direkt beim Bauern kaufen .....
3. Technik nur noch beim kleinen Fachgeschäft kaufen, wenn es noch eins in der Nähe gibt ....

Allerdings muss man dazu ein überdurchschnittliches Gehalt haben, Normalverdiener

6 Antworten
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #88-1

schaffen das nicht mehr.

Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von Volksentscheid | #88-2

Zu 3...hier gibts ein kleines, Familiengeführtes Elektronikfachgeschäft.Ladenschluss 18:30:-)Differenz des dort zuletzt gekauften TV..gerade mal 20 € (!)teurer.Allerdings inkl.Lieferung und einem gewohnten Top Service.Man muss nicht unbedingt ein überdurchschnittliches Gehalt verdienen,um den kleinen Fachhandel zu unterstützen...da reicht meistens Grips und/oder der Verzicht auf den ach so bequemen Mausklick zum Onlineshopping.

Oder halt mal 1 Monat länger sparen,in Läden mit Vernunft und Fairness investieren anstatt das Geld sofort in gierigen Raffläden ala Amazon zu versenken.

Und was faire Bedingungen angeht..ich gehe u.a. in kein Restaurant,in dem Branchenfremde Aushilfen beschäftigt werden.Zu den geforderten Preisen kann ich auch ausgebildete,festangestellte Restaurantfachräfte erwarten.

In der Kfz Werkstatt erwartet man für die hohen Stundensätze schl.auch einen ausgebildeten Mechatroniker und keinen jobbenden Jura Studenten.f 8,50/Std.






Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #88-3

Und woher soll der Kunde wissen was ein Mitarbeiter verdient , soll man jedesmal im Laden die Kassiererin nach ihrem Lohnzettel fragen. Das hat nichts mit Grips zu tun und erzählen kann einem ja jeder dass er seine Mitarbeiter gut behandelt und bezahlt.

Zur kompetenten Beratung im Fachgeschäft, das lässt sich nur nachprüfen wenn man selbst Ahnung von der Materie hat. Ich habe schon sehr oft Beratungsgespräche in Geschäften die IT-Technik verkaufen erlebt, was ahnungslosen Kunden da alles erzählt wurde, da drehte sich mir der Magen um. Hier wird von Grips geredet, wenn ich denn habe informiere ich mich selbst im Internet über ein Produkt, lese Forenbeiträge und weis was ich kaufe. Ich verlasse mich dabei nicht auf die Aussagen von Verkäufern, Werbeversprechen, oder sonstigen Informationen, die ich nicht vorher gründlich recherchiert habe. Soviel zu meinem Grips.

Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #88-4

Noch etwas, familiengeführte Fachgeschäfte mit guter Beratung finde ich gut, und wo bitte habe ich hier Amazon in Schutz genommen, ich habe allgemein die Lage des deutschen Arbeitsmarktes bemängelt und die Ausbeutung von Menschen in der dritten Welt, die durch einen Einkauf im Fachhandel wohl kaum gelöst wird.
Die kleinen familiengeführten Fachgeschäfte, wurden in der Regel von den Ketten überrollt, glücklich schätzt sich wer noch eins in der Nähe hat. Bitte Namen und Ort des Fachgeschäfts nennen, falls es in der Nähe ist, kann ich es mir mal anschauen (In der Nähe heißt Dortmund, Bochum oder Lünen weiter bin ich nicht bereit zu fahren).

Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #88-5

Ich befinde mich in der wunderbaren Lage das meiste vor Ort einkaufen zu können (nicht jeder wohnt in städtischen Ballungsräumen) und tue das auch, es sind nur spezielle Sachen die ich online einkaufe und die kaum ein Einzelhändler vor Ort anbietet, zu mindestens nicht ohne Bestellung, aber wo soll in diesem Fall für mich der Vorteil sein, wenn ich es auch direkt selbst bestellen kann ( es sei denn der Laden ist direkt um die Ecke, im nächsten Vorort oder so). In der Regel versuche ich diese Sachen, vor allem Elektronik bei Reichelt zu kaufen, ich gehe davon aus das die Mitarbeiter dort anständig behandelt werden, sicher wissen tue ich es nicht.

Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von Volksentscheid | #88-6

@cgehrling
bitte meine Anmerkungen nicht missverstehen..deinem Basiskommentar stimme ich zu 99% zu.Meine Bemerkungen galten allgemein jenen Experten,welche einfach zu bequem sind ihren Grips zu benutzen..Hauptsache schnell und billig,egal was es die anderen kostet.

Stimmt..ist weiss Gott nicht immer einfach nach sozialen Gesichtspunkten zu konsumieren.Und vieles,gerade aus Auslandsproduktion entzieht sich der Einflussmöglichkeit auf die Bedingungen.Aber wenn ein Sportschuh in Asien für 10 US $ hergestellt aber hier für 100 € vertickt wird, lasse ich ihn grundsätzlich im Regal.Da sagt schon der Verstand das an diesem Produkt zu viele Raffkes eindeutig zu viel verdienen..aussser der Arbeitnehmer in China.Und wer in D z.B. als Servicekraft in der Gastronomie oder im Handel selbst simple Basics nicht weiss,dürfte wohl kaum Gelernter sein?!Oder häufige Personalfluktuation,alles Anzeichen dafür,das in Betrieben etwas nicht stimmt.Das meinte ich primär mit Grips beim Einkauf.

18.02.2013
17:46
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #87

Man kann heutzutage nirgendwo mehr guten Gewissens einkaufen. Überall werden schlecht bezahlte Leiharbeiter eingesetzt. Im Gegensatz zu vielen Meinungen hier und bei Facebook, betrifft das nicht nur günstige Produkte, Discounter oder den Versandhandel.
Im klassischen Einzelhandel werden die Leute genauso ausgebeutet, vor allem die Leute, die im Lager arbeiten oder die Regale auffüllen. Das wird nämlich in der Regel von schlecht bezahlten Leiharbeitern gemacht. Aber es gibt auch zu genüge Verkäufer und Verkäuferinnen die ausgebeutet werden.
Beispiel: Rewe Check des NDR (Siehe Bericht ab Minute 38) http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/markt7207.html
(Wo war hier die Aufregung? Fehlanzeige)
Produktionsbedingungen:
Komisch das nur mit Minderwertigen oder mit billigen Produkten schlechte Arbeitsbedingungen verbunden werden. Teure Markenhersteller können das auch. Apples Produkte werden z.B. genauso wie die der anderen Hersteller bei Foxconn in China unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen

1 Antwort
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von cgehrling | #87-1

hergestellt. Scheinbar interressiert es keinen Kunden, wenn die Marke nur genug Prestige verspricht oder ein scheinbar gutes Image hat. Kaum jemand schaut hinter die Fassade.

18.02.2013
12:55
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von Danzel | #86

natürlich sind die sachen bei amazon billiger.

ihr habt das system von amazon aber schon verstanden oder? da bieten andere unternehmen waren an. neu oder gebraucht. natürlich hat auch amzon waren im angebot (in der regel aber nicht die günstigsten) die waren lagern bei amazon in einer stückzahl x und werden dann versendet so macht amazon seinen umsatz. und jeder betrieb setzt auf die billig löhne. warum wandern viele firmen z.b. nokia in den osten? weil da die landschaft so schön ist??

und was erreicht ihr mit einem boykott? genau die festangestellten mitarbeiter müssen im extremfall gehen. aber da hier eh wieder nur große wörter geschwungen werden (hunde die bellen...) ist da keine gefahr.

dann geht in euren einzelhandel. ich selber bin dort oft genug, nur gibts einige segmente, wo ich lieber online kaufe und nein es geht nicht um schweinkram etc, sondern einfach um die bessere auswahl und lieferung.

1 Antwort
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von Volksentscheid | #86-1

Nö..hängt sicherlich auch vom Gegenstand ab aber in den von mir bevorzugten Rubriken schneidet Amazon vom Preis her mehr als mies ab.Das erhalte ich in jedem Fachhandel preiswerter.Amazon machts nur bequemer..mehr nicht.

Warum viele Firmen abwandern?Weil sie mit kurzfristigem denken anscheinend gern längerfristig auf die ****** fallen?Siehe Nokia und Rumänien.Können/konnten sich Rum.Arbeitnehmer eigentlich die Produkte selbst leisten?Solche traurigen Helden der Wirtschaft können ja umziehen und Gewinne maximieren so oft sie möchten,die Erde ist nur dummerweise eine Kugel.Und ja..jeder von uns kann Unternehmen empfindlich treffen.Am Image!Da sind sie am verwundbarsten und schon ist die geplante Gewinnmaximierung wie eine Blase geplatzt..herrlich.

18.02.2013
12:52
...ach ja, und die "schlechten Arbeitsbedingungen"...
von sancho85 | #85

...die hier immer wieder aufgeführt werden:
"Essverbot am Arbeitsplatz" - dürfte in fast jeder Firma gelten (Büros ohne Kundenkontakt und Küche/Imbiss mal aussen vor) oder wer hat schonmal dem Bankangestellten oder dem Arzt erstmal "Guten Hunger" gewünscht bevor er bedient wurde?!
"Taschenkontrollen" - macht jede größere Firma bzw. überall dort, wo gerne schonmal kleinere aber teurere Gegenstände verschwinden. Klar kann man darauf bestehen, dass die Polizei und Betriebsrat zugegen sind, aber meist macht man sich die Mühe dann doch nicht.
"Zwang den Handlauf zu benutzen" - klare Sache ist in den Unfallverhütungsvorschriften geregelt und muss von Unternehmer durchgesetzt werden.
"Kontrolle der Arbeit (Inhalt der Pakete)" - nennt man QM/QS und ist eigentlich selbstverständlich, der Inhalt und die verpackung muss einwandfrei sein, sonst gibts Rückläufer/Transportschäden und das sind Extrakosten die zu vermeiden sind.

Hauptsache die Medien finden was um Meinung zu machen...

18.02.2013
12:27
@ nutzt doch den Fachhandel
von sancho85 | #84

Seien wir doch mal ehrlich, wie sieht denn die Alternative aus?
Der Gag von den verschwindenden/ewig beschäftigten Mitarbeitern wenn man mal eine Frage hat, ist ja altbekannt...genauso der Satz "ist nicht meine Abteilung". Dazu kommt noch "oh da kenn ich mich gerade nicht so aus, da müssten Sie mal im Internet genauer recherchieren" und alternativ bei Fragen zu anderer Ware/Größen etc "nur das was im Regal ist"...meist gepaart mit einem unglaublich freundlichen Ton.

Die Geschäfte, wo wirklich kompetente, freundliche und motivierte Mitarbeiter rumrennen, die kann man doch in jeder Stadt an einer Hand abzählen, der Rest stellt die Ware in den Laden und der Kunde soll sich gefälligst selbst helfen...und wenn ich dann dafür noch fahren muss, suchen muss und die Sachen auch noch selber schleppen darf, dann bestell ich doch lieber im Netz.
Da hab ich die Möglichkeit zu vergleichen, Rezensionen und Testberichte zu lesen und alles kommt zügig und meist kostenlos zu mir nach Hause

18.02.2013
12:12
was noch auffällt ...
von Okling | #83

Mehrfachzimmer im Motel, Taschenkontrollen, Zimmerkontrollen - das wäre unter normalen deutschen Bedingungen sicher inakzeptabel.

Bei den als Sozialschmarotzer, Kriminelle und die Gegend zumüllend verschrieenen Rumänen in den Abbruchhäusern verlangen die Kommentatoren regelmäßig härtere Maßnahmen.

Da wird verlangt, die sich als Schwarzarbeiter oder Scheinselbständige verdingenden Rumänen raus zu werfen. Die Polizei solle die Müllproblematik mit harten Kontrollen und Strafen unter Kontrolle bringen. Diese Leute werden als der letzte Dreck tituliert.

Aber wehe, es geht um das geheiligte Weinachtsshoppen. Da muss dann die Luxusversorgung statt finden, damit man sich auch nicht schlecht fühlt.

Was glaubt ihr denn, was werden da für Arbeitskräfte aus Rumänien und Polen herangeschafft, um für ein paar Wochen vor Weihnachten bei Amazon als billige Aushilfskräfte für den deutschen Luxusshopper eingesetzt zu werden? Arbeitslose, mehrsprachige Akademiker auf Ferientour?

1 Antwort
Kunden-Zorn gegen den Internetversender Amazon
von Volksentscheid | #83-1

Arbeitslose,mehrsprachige EU Akademiker denken halt mit und machen zu Recht um
Billiglohnland D einen grossen,Arbeitstechnischen Bogen:-)

Fachkräfte aus dem Ausland..wo bleibt ihr?D wartet..

Wir sind schon da...in GB,NL,DK,FIN,S..überall dort,wo Fachkräfte auch dementspr.entlohnt werden

18.02.2013
12:08
Es geht um Schwarzarbeit bei Subunternehmen von Amazon, um Amazon Beauftragte die Privatunterkünfte durchsuchen
von meigustu | #82

und natürlich ist der Lohn auch nicht gerade prickelnd.

Amazon hat damit natürlich nichts zu tun.

Amazon erwartet selbstverständlich, dass ihre Subunternehmen auch Sachzuwendungen ordentlich versteuern, die Menschenwürde der Mitarbeiter achten, und feste Arbeitszeiten anbieten die mit den Fahrtzeiten der Busse korrespondieren die die Subunternehmer zu den Unterkünften schicken die die Subunternehmer an ihre Beschäftigten untervermieten.

Die Mitarbeiterfürsorge treibt Amazon zur Auslagerung. Subunternehmer kennen sich besser mit den deutschen Gesetzen aus, und machen deshalb alles richtig.

18.02.2013
12:00
@ PitterMesser | #62-1
von Okling | #81

Natürlich ist das nicht ok, wenn da eine Verleihfirma Kasse macht, indem sie unter rüden Methoden ausländische Kurzzeitarbeitnehmer an Amazon vermietet.

Letztlich ist Amazon in keiner anderen Situation als wir Käufer selber. Die haben ein Produkt erworben, in diesem Falle die Arbeitskraft von Leiharbeitern. Und sind quasi von der Verleihfirma betrogen worden.

Der wütende Mob, der Amazon nun direkt dafür verantwortlich macht, und die Presse, die anscheinend ebenfalls nicht in der Lage ist, da adäquat zu unterscheiden, prügelt jetzt auf den Falschen ein.

Wenn wir als Verbraucher im Restaurant Essen bestellen, werden wir doch auch nicht dafür verantwortlich gemacht, wenn der Küchenchef evtl. Küchenhilfen unter miesen Bedingungen beschäftigt.

Für 20 Mark die Stunde habe ich als Student noch Steine im regen geschleppt, oder bei Thyssen über Weihnachten bei 45° geholfen, die jährliche Säuberung der Hochöfen durchzuführen.

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