Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Tarifstreit

Keine Annäherung in Tarifverhandlungen für Krankenhausärzte

22.02.2013 | 17:26 Uhr
Keine Annäherung in Tarifverhandlungen für Krankenhausärzte
In den Tarifverhandlungen für die 50.000 Ärzte an städtischen Kliniken ist erneut keine Einigung erzielt worden.Foto: dapd

Düsseldorf.  In den Tarifverhandlungen für die gut 50.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern hat es am Freitag weiterhin keine Annäherung gegeben. Die Gespräche wurden auf den 4. und 5. März vertagt. Rund tausend Ärzte demonstrierten am Rande der Verhandlungen für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen.

In den Tarifverhandlungen für die 50.000 Ärzte an städtischen Kliniken ist auch in der vierten Runde keine Einigung erzielt worden. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) vertagten am Freitag in Düsseldorf ihre Verhandlungen auf den 4. und 5. März. Nach Angaben beider Seiten gab es keinerlei Annäherung.

Die Ärzte fordern sechs Prozent mehr Gehalt und eine Begrenzung der Arbeitszeit. Mit einem Warnstreik und einer zentralen Demonstration am Verhandlungsort wehrten sich mehrere hundert Ärzte außerdem gegen die geplante Kürzung eines Urlaubstags. Die kommunalen Arbeitgeber haben zwei Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum Januar angeboten. Beide Seiten warfen sich vor, sich an keinem Punkt bewegt zu haben. Patienten seien von den Auswirkungen des Warnstreiks kaum betroffen gewesen , sagte ein Sprecher des Marburger Bunds.

In Spitzenzeiten bis zu 96 Wochenstunden

Den Ärzten sind vor allem die Höchstarbeitszeiten ein Dorn im Auge. Die derzeitige wöchentliche Grenze von durchschnittlich 60 Stunden erreiche in Spitzenzeiten bis zu 96 Stunden, kritisierten sie. In Ärztekitteln forderten die Demonstranten auf ihren Transparenten "Leistung muss sich lohnen" und beklagten eine "Verarschung kommunaler Ärzte". Weitere Protestaktionen sind nach Angaben eines Sprechers vorerst nicht geplant.

Der VKA rechnete hingegen vor, dass eine Gehaltssteigerung um 6 Prozent und eine Verkürzung der Arbeitszeit in den über 500 kommunalen Kliniken zu Kostensteigerungen von 13 Prozent führen würden. Dies sei angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage "abwegig". Das Angebot des VKA führe hingegen zu einer Gehaltstabelle zwischen 3921 und 8170 Euro ohne Zuschläge. "Vokabeln wie "Dumping-Angebot" sind vor diesem Hintergrund absolut unpassend", unterstrich VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann in einer Mitteilung. (dpa)


Kommentare
23.02.2013
07:46
Keine Annäherung in Tarifverhandlungen für Krankenhausärzte
von Reflex | #2

Der Personalmangel im Krankenhaus macht nun einmal weder vor der Pflege noch den Ärzten halt. Fachpersonal ist Mangelware und daran sind die schlechten Arbeitsbedingungen und auch Vergütung schuld. Pflegepersonal und Ärzte wandern in attraktivere Berufssparten oder ins Ausland ab.

Aber das Pflegepersonal hat wenigstens den Vorteil durch das Schichtsystem spätestens nach 9 - 11 Stunden eine Ablösung kommt und nicht bis zu 24 h Stunden Dienst schieben muss bzw. einen Stunden basierendes Schichtplan der nur bestimmte Zeitkontingente im Monat vorsieht. Ärzte werden trotz 42 Stunden Tarifvertrags oft mehr oder weniger durch die Verwaltungen genötigt außer tariflich einzu stimmen mehr als 60 Stunden die Woche zu arbeiten. Und da wundert man sich das Krankenhäuser unattraktiv werden... von der Qualität von Medizin bei überarbeiteten Personal oder Personalmangel will ich jetzt gar nicht reden...

22.02.2013
23:35
Keine Annäherung in Tarifverhandlungen für Krankenhausärzte
von fogfog | #1

merkwürdig das es in krankenhäusern stationen gibt auf denen mehr ärzte als pfleger arbeiten.
wer da wohl die harte arbeit macht.???

Aus dem Ressort
Viele Paket- und Kurierdienste hebeln Arbeitsschutz aus
Arbeitsschutz
Das Geschäft der Versandhändler boomt - doch in Sachen Arbeitsschutz sieht es bei den meisten Paketdienstleistern in NRW schlecht aus. Bei Kontrollen der Landesregierung fielen 85 Prozent der kontrollierten Verteilzentren, Paket- und Kurierdienste negativ auf. Der Arbeitsminister ist alarmiert.
Bayern hat Nordrhein-Westfalen als "Bierland Nr. 1" abgelöst
Brauereien
NRW scheint den Platz an der Spitze der Brauerei-Standorte verloren zu haben: Im Juni stieg der Bierabsatz vor allem in Bayern — wohl auch dank der Fußball-WM. Damit stieg die Produktion in Süddeutschland erstmals knapp über die der heimischen Brauer.
"Stau war für ihn das Schlimmste", sagt Middelhoffs Fahrer
Middelhoff-Prozess
Im Untreue-Prozess um den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hat am Montag dessen langjähriger Chauffeur ausgesagt: "Stau war das Schlimmste für ihn." Middelhoff hatte mehrere Dutzend Male Privatjets und Hubschrauber für den Weg zur Arbeit genutzt - und über die Firma abgerechnet.
Commerzbank prüft weitere Einsparungen
Banken
Kaum ein Jahr nach der Ankündigung eines umfangreichen Stellenabbaus, plant die Commerzbank weitere Sparpläne. In einem Medienbericht von Montag ist von Auslagerungen im Bereich Finanzen die Rede, wozu auch die Buchhaltung gehört.
Pflegebranche in Essen steht vor Zukunftsproblemen
Soziales
Der sich seit Jahren abzeichnende Notstand in der Essener Altenhilfe verschärft sich weiter. Immer mehr Menschen benötigen im Alter Hilfe. Doch qualifiziertes Personal zu finden, ist nicht einfach. Die örtlichen Wohlfahrtsverbände wollen den Beruf nun attraktiver machen.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?