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Justizministerin klagt über Ausreden von Google und Co.

13.11.2012 | 17:45 Uhr
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).Foto: Matthias Graben/WAZFotoPool

Essen.   Auf dem IT-Gipfel in Essen wurde deutlich, dass Internet-Wirtschaft und Politik noch einen weiten Weg vor sich haben, um eine für beide Seiten zufrieden stellende Rechtssicherheit für Unternehmen und Nutzer zu schaffen.

In einem sind sich Internetunternehmen und Politik einig: „Wir brauchen für mehr Rechtssicherheit von Nutzern und Unternehmen unbedingt ein einheitliches Datenschutzrecht in Europa.“ Doch die Podiumsdiskussion im Rahmen des IT-Gipfels in Essen und ein anschließendes Interview mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Dienstag zeigten, dass darüber hinaus noch viel Klärungsbedarf besteht.

Zum Beispiel in Sachen Transparenz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs). Aus Sicht von Datenschützern sind sie zu lang, zu kompliziert formuliert und änderten sich zu oft, so das Nutzer oft mit ihren Voreinstellungen überfordert seien. Die Justizministerin fordert deswegen kurze und einfache Geschäftsbedingungen, damit die Verbraucher im Internet selbst entscheiden können, was mit ihren Daten geschieht und ob sie diese Facebook, Google und Co. zur Verfügung stellen wollen. Arnd Haller, Leiter der Rechtsabteilung von Google Deutschland sagte in Essen, dass sein Unternehmen gern die AGBs verständlicher formulieren würde, doch dann sei die Rechtssicherheit nicht mehr gegeben und Datenschützer wären alarmiert.

Video
Essen, 13.11.12: Industrie und IT-Branche sollen ihre Zusammenarbeit ausbauen, um international aufzuholen – das war eines der Themen auf dem siebten IT-Gipfel am Dienstag, an dem auch Wirtschaftsminister Rösler und Kanzlerin Merkel teilnahmen.

„Dass Unternehmen darauf verweisen, dass bei einfachen Formulierungen keine Rechtssicherheit gegeben sei, ist eine Ausrede“, sagte die Ministerin der WAZ Mediengruppe. Es sei ein Merkmal des Rechtswesens, komplizierte Themen verständlich aufzuschreiben. Das Verhalten der Unternehmen habe vielmehr damit zu tun, „dass sie nicht konkret sagen wollen, dass die Kundendaten an Dritte weitergegeben, verknüpft und zu einem Profil zusammengestellt werden“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Blockade im Innenministerium

Dies zeige, wie notwendig einheitliche Standards und ein rechtlicher Rahmen in Europa seien. Eine Selbstregulierung der Unternehmen sei nicht ausreichend.

IT-Gipfel
Die Leiden der jungen IT-Gründer

Wer in Deutschland ein Internet-Unternehmen gründen möchte, scheitert oft an bürokratischen Hürden. Zum Beispiel ist es nach wie vor schwierig, Fördergelder zu beantragen oder ausländische Fachkräfte zu beschäftigen. Das will die Bundesregierung nun ändern.

Derzeit versucht die Justizministerin, einen Weg zu finden, wie Verbraucher vor überzogene Mahngebühren geschützt werden können. Einige Anwälte verlangen für angebliches illegales Herunterladen von Musik oder Filmen aus dem Internet, zum Teil vierstellige Summen von älteren Menschen, die weder einen Computer haben oder sich gar nicht im Internet bewegen. „Deshalb habe ich in Übereinstimmung mit Verbraucherschutzministerin Aigner einen Gesetzentwurf erarbeitet, der das überzogene unseriöse Abmahnwesen stoppen soll, in dem wir unter anderem eine Streitwertregelung vorgenommen haben. So entstehen niedrigere Kosten. Allerdings wird dieser Entwurf aktuell im Innenministerium blockiert. Das ärgert mich sehr.“

Die Uneinigkeit mit Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ist ein weiteres Beispiel für die Streitpunkte innerhalb der Koalition von CDU/CSU und FDP. „Wir wollen etwas im System ändern, nicht das Abmahnen, aber die unseriösen Ausweitungen abschaffen. Leider wollen Teile der Union dieses Gesetz nicht, sondern Verschärfungen im Urheberstrafrecht schaffen. Deswegen darf man aber nicht ein Gesetz blockieren, das Verbraucher schützt“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger.

Gregor Boldt


Kommentare
15.11.2012
15:29
Justizministerin klagt über Ausreden von Google und Co.
von ExWalsumer | #2

Vielleicht könnte man auch einfach mal eune Bundeseinheitliche AGB-Tabelle erstellen auf der zu jedem Thema einfach nur der Umfang vom Unternehmen angekreuzt wird und der Benutzer kann dann sich von eienr Software anzeigen lassen wo sind kritische Punkte.
Zum Beispiel Geheimhaltung der Benutzerdaten: Wird nicht gespeichert, wird nur gespeichert, wird an 3. weitergegeben. Natürlich kann man die Punkte noch im Detail erläutern.

Der Vorteil ist einfach, das jede AGB gleich augebaut ist und man kann vorher festlegen bis zu welchem Grad man in wlche Punkt einverstanmden ist und wird vor Vertragsabschluss darauf hingewiesen, das es da Punkte gibt die einem nicht gefallen könnten.

13.11.2012
21:44
Justizministerin klagt über Ausreden von Google und Co.
von dooplex | #1

Wie wäre es wenn diese FDP Lobbyförderin sich mal den verschalmpten Themen
widmet ? Von Internet Sachen hat sie so wie so keine Ahnung.
Oder wollte sie nur mal eine Kaffeefahrt nach Essen machen ?

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #1-1

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