Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Arbeitsmarkt

Immer mehr Mütter sind erwerbstätig

23.01.2013 | 09:24 Uhr
Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
Die Zahl der berufstätigen Mütter in Deutschland ist seit 2006 um etwa sechs Prozent gestiegen.Foto: dpa

Berlin.   Die Bundesregierung will Migranten stärker in den Arbeitsmarkt integrieren. Das geht aus dem Fortschrittsbericht 2012 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung hervor, den das Kabinett diesen Mittwoch beschließen will. Zahlen zeigen laut Medienberichten zudem, immer mehr Mütter sind erwerbstätig.

Immer mehr Mütter in Deutschland sind berufstätig. Seit 2006 hat sich die Erwerbstätigenquote von Müttern mit minderjährigen Kindern um rund sechs Prozentpunkte von 64,1 auf 70,2 Prozent erhöht, wie aus dem neuen Fachkräftebericht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hervorgeht, berichten die "Ruhr Nachrichten" am Mittwoch. Damit sei die Zahl der berufstätigen Mütter um 60.000 auf 5,6 Millionen gestiegen, heißt es in dem Bericht, der an diesem Mittwoch im Kabinett beraten wird.

"Nicht nur die Anzahl der erwerbstätigen Mütter, auch ihr Arbeitsvolumen nahm zwischen 2010 und 2011 um rund 5,2 Millionen auf 142,2 Millionen Stunden zu", zitiert das Blatt weiter. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Müttern sei um etwas mehr als eine halbe Stunde auf 25,6 Stunden gestiegen.

Die Bundesregierung zieht laut Bericht eine positive Bilanz ihrer Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Die Erwerbsbeteiligung steige, insbesondere die von Frauen und Älteren. Zudem sei die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss von 2006 bis 2010 von 7,9 auf 6,2 Prozent gesunken. "Es besteht aber weiter Handlungsbedarf", heißt es in dem Bericht. 45,6 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 20 und 64 Jahren hätten im Jahr 2011 lediglich in Teilzeit gearbeitet.

Meldung vom 27.12.12
SPD will 30-Stunden-Woche für junge Eltern

Die SPD will mit der Idee einer 30-Stunden Woche für junge Eltern in den Wahlkampf für die Bundestagswahl 2013 ziehen. Das erklärte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles. Eltern soll damit mehr Zeit für ihre Kinder gegeben werden. Finanzielle Einbußen werden dabei vom Staat übernommen.

Jede zweite Mutter mit ausländischen Wurzeln ohne Job

Wie die Zeitung "Rheinische Post" ergänzend berichtet, sieht das Arbeitsministerium dem Bericht zufolge "besonderen Handlungsbedarf" bei Müttern mit ausländischen Wurzeln. Demnach hat nur jede zweite Mutter mit Migrationshintergrund einen Job. Bei den Müttern ohne diesen Hintergrund seien es dagegen 72 Prozent. Die Bundesregierung will nun gezielt Förderprojekte auflegen, die den Müttern beim Einstieg in den Job helfen sollen.

Die Arbeitslosigkeit von Ausländern war dem Bericht zufolge Ende vergangenen Jahres doppelt so hoch wie bei den Deutschen. Über 70 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Ausländer hätten keinen anerkannten Berufsabschluss.

Bei der Integration bestünden "erhebliche Defizite". Während 2011 rund 76 Prozent aller möglichen Erwerbstätigen einem geregelten Job nachgingen, waren es bei den Migranten nur 68 Prozent. Eine stärkere Beteiligung der Migranten am Arbeitsleben sei "volkswirtschaftlich geboten". Jede zehnte Person zwischen 15 und 64 Jahren in Deutschland habe inzwischen einen ausländischen Pass. "Die Bemühungen um eine verbesserte Integration von (arbeitslosen) Migranten in den Arbeitsmarkt müssen verstärkt werden", bilanziert das Arbeitsministerium. (dapd)



Kommentare
23.01.2013
17:33
Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
von Pucky2 | #3

Traurig, dass dies auch noch als Erfolg gefeiert wird. Das da eine Generation von Schlüsselkindern aufwächst, scheint ja keinen mehr zu stören.

Naja, in dieser Gesellschaft ist man als Mensch ja nur noch anerkannt, wenn man bis zum Umfallen seine Arbeitskraft ausbeuten lässt.

Dass eine Frau sich auch als Mutter oder ein Mann sich als Vater von mehreren Kindern verwirklichen kann, dass sie oder er auch mit Kindern ein erfülltes Leben führt, dass ist den Emanzen, die hier im Land Meinungsmacherinnen sind, vollkommen fremd.
Dieses Land wird keine Zukunft haben, wenn man Müttern und Vätern weiterhin dass Gefühl gibt, asozial zu sein, nur weil sie mehr als ein oder zwei Kinder haben wollen. Nur weil sie bereit sind im Beruf auch mal zurückzustehen, damit sie für ihre Familie da sind.
Es darf gesellschaftlich kein Markel sein, wenn man sich um seine Kinder ganz und gar kümmern will, auch wenn man dafür Unterstützung vom Staat beanspruchen muss. Es sollte eher andersherum ein Markel sein.

23.01.2013
12:54
Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
von Elfentraum | #2

Schade dass diese Studie nicht aufzeigt, ob die Mütter arbeiten WOLLEN oder arbeiten MÜSSEN.

3 Antworten
Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
von KritischeBuergerin | #2-1

Bitte nicht wieder die "Ich wär so gern Heimchen" Nummer. Gut ausgebildete Frauen wollen in der Regel, auch wenn das nicht ins Weltbild aller passt.

Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
von Ergonomy | #2-2

von KritischeBuergerin | #2-1
Und nicht gut ausgebildete Frauen?

Immer mehr Mütter sind erwerbstätig
von KritischeBuergerin | #2-3

Keine Ahnung, ich kenne keine persönlich und kann da nicht aus der Erfahrung berichten. Je nach Job wäre es für mich nur nachvollziehbar, wenn Frau mal ein paar Jahre drauf verzichten wollen würde.

23.01.2013
10:28
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Container-Pläne in Dortmund sorgen für Ärger
Hafen
Wenn Wirtschaftsförderung auf Wutbürger trifft: Dortmund baut im Hafen ein Container-Terminal, das eine Job-Maschine sein soll. Es sorgt aber auch für viel Ärger – sogar bei den Grünen, die eigentlich für den Container-Verkehr sind.
Ein Sauerländer soll an die Spitze der IHK NRW
WIRTSCHAFT
Der Olsberger Unternehmer Ralf Kersting gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Amt. Gewählt wird am 4. November.
Telefonanschlüsse vertauscht - Telekom verursacht Kabelsalat
Telefonnetz
Panne bei der Telekom: In Dinslaken wurden bei der Installation von neuen Verteilerkästen einige Anschlusskabel falsch verbunden. Die Folge: Einige Telefonleitungen sind tot, Kunden telefonieren mit der Nummer des Nachbarn und surfen eventuell auch auf dessen Kosten im Internet.
Sauerländer Ralf Kersting soll Chef der IHK NRW werden
Wirtschaft
Die 16 Industrie- und Handelskammern aus Nordrhein-Westfalen in Bochum wählen am 4. November einen neuen Präsidenten ihres Landesverbandes. Ein Sauerländer hat wohl gute Chancen auf diese Position: Ralf Kersting, Präsident der IHK Hellweg-Sauerland in Arnsberg, soll zu den Favoriten gehören.
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?