Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Elektrokonzern

ICE-Flop verhagelt Siemens Start ins Geschäftsjahr

23.01.2013 | 09:47 Uhr
ICE-Flop verhagelt Siemens Start ins Geschäftsjahr
Probleme mit dem neuen ICE verhageln dem Technologiekonzern Siemens den Start ins neue Geschäftsjahr.Foto: Volker Hartmann/dapd

München.   Europas größter Elektrokonzern Siemens ist mit einem sehr durchwachsenen Ergebnis in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um zwölf Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen dank eines guten Auftragspolsters leicht zu.

Siemens präsentiert seinen Aktionären im Vorfeld der Hauptversammlung weitgehend stabile Quartalszahlen, bekommt aber auch die Flaute der Weltwirtschaft zu spüren. In den Monaten Oktober bis Dezember des Geschäftsjahres 2012/13 ging der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft binnen Jahresfrist lediglich um ein Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz legte dank hoher Nachfrage aus den Schwellenländern um zwei Prozent auf 18,1 Milliarden Euro zu. Das Volumen der Neubestellungen sank trotz der Sorgen um die Weltkonjunktur nur um drei Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Während das Geschäft mit Energie- und Medizintechnik floriert, kämpft das Industriesegment mit der Investitionsscheu seiner Kundschaft. Das jüngste Geschäftsgebiet Infrastruktur und Städte litt unter hausgemachten Problemen, vor allem der verspäteten Auslieferung der ICE-Züge an die Deutsche Bahn.

Erwartungen der Analysten übertroffen

Mit seinen Zahlen zum ersten Quartal übertraf Siemens die Erwartungen der Analysten leicht. Die Gewinne der Gemeinschaftstochter NSN glichen die Verluste aus dem Solargeschäft, das Siemens verkaufen will, weitgehend aus.

Meldung vom 22.11.12
Auslieferung von neuen ICE 3-Zügen verzögert sich weiter

Der Technologiekonzern Siemens muss erneut Probleme mit dem neuen ICE 3 beichten: Der Technologie-Konzern hatte der Bahn zugesagt, im Dezember acht von neun neuen Zügen übergeben, doch daraus wird nichts. Probleme mit der Zugsteuerung sind Schuld. Die Bahn ist "enttäuscht und verärgert".

An der Prognose für das Geschäftsjahr 2012/13 von einem Gewinn aus fortgeführtem Geschäft zwischen 4,5 bis fünf Milliarden Euro hält Vorstandschef Peter Löscher fest. Er räumte allerdings ein, dass sein Haus es schwer haben werde. „Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir von der Weltwirtschaft keinen Rückenwind, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen“, sagte Löscher.

Kosten jährlich um sechs Milliarden Euro drücken

Die von Investoren gefürchteten Sonderlasten summierten sich im abgelaufenen Vierteljahr auf 212 Millionen Euro, rund die Hälfte davon entfällt auf die Lieferverzögerungen der ICE-Züge. Die Kosten des laufenden Sparprogramms beliefen sich auf rund 50 Millionen Euro. Das dicke Ende kommt somit erst noch. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern mit Belastungen von einer Milliarde Euro durch die Sparanstrengungen. Siemens will mittelfristig seine jährlichen Kosten um sechs Milliarden Euro drücken. Das Management richte seine volle Aufmerksamkeit auf die Umsetzung des Programms, verkündete Löscher.

Die Leuchtmitteltochter Osram , die der Konzern mehrheitlich an seine Aktionäre weiterreichen will, musste einen Gewinnrückgang hinnehmen. Unter dem Strich verdiente das Traditionsunternehmen mit 79 Millionen Euro gut ein Viertel weniger als noch vor einem Jahr. Die Siemens-Eigner sollen im Verlauf des Mittwochs darüber abstimmen, ob sie die Osram-Aktien annehmen wollen. (dpa/rtr)



Kommentare
23.01.2013
13:51
ICE-Flop verhagelt Siemens Start ins Geschäftsjahr
von TVtotal | #1

Steht denn da noch made in Germany drauf, ist aber nur wenig von drin, und der Umsatzt der in den Schwellenländern geht doch alles auf pump wie gehabt, und wenn die Schulden nicht mehr bezahlt werden können zahlt halt der deutsche Steuerzahler damit die Arbeitsplätze bei den Zulieferern im Ausland erhalten bleiben!

Aus dem Ressort
Duisburg 2027 - So soll die Wirtschaft aufgestellt werden
Stadtplanung
Die Zukunft wird in der Gegenwart entwickelt. Mit "Duisburg 2027" wollen die Stadtplaner die Weichen für die Zukunft stellen. Wo sollen Menschen leben, wo arbeiten, wo sich erholen? In der nächsten Ratssitzung wollen sie sich grünes Licht dafür holen. Hier die Pläne für die Wirtschaft.
iPhone 6 treibt Apple zum nächsten Milliardengewinn
Apple
Die neuen iPhone-Modelle verkaufen sich rasend schnell. Das brachte dem Konzern den nächsten Milliardengewinn ein. Aber auch die Mac-Computer erzielten im schwächelnden PC-Geschäft überraschend Rekordverkäufe. Für das Weihnachtsquartal rechnet der Konzern weiterhin mit einem starken Geschäft.
Laubbläser nerven und können kleine Tiere töten
Laubbläser
Laubbläser sind nicht nur laut, sie wirbeln Feinstaub auf und können Natur und Umwelt gefährden. In Graz sind die Geräte jetzt mit Rücksicht auf die Ohren und die Umwelt verboten worden. Naturschützer machen besonders Kombi-Geräte Sorgen, die kleine Tiere wie Igel und Mäuse häckseln können.
Harte Fronten – Tarifverhandlungen bei Karstadt gehen weiter
Handel
Die Karstadt-Tarifgespräche nach der Übernahme durch den Investor René Benko gehen am Dienstag in Göttingen in die zweite Runde.
Theaterpassage wird für Gastro-Kette Okinii umgebaut
Restaurant
Ein japanisches Szene-Lokal der Restaurant-Kette Okinii zieht ins Einkaufszentrum am Hirschlandplatz. Es soll der Theaterpassage den erhofften Besucher-Zuwachs bringen. Ein weiterer Mieter mit langer Tradition verlässt dagegen die Passage, in der auch ein Vapiano-Restaurant untergebracht ist.
Umfrage
Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?