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Herbert Grönemeyer attackiert Opel-Chef - "Bochum darf nicht sterben"

23.05.2012 | 07:57 Uhr

Bochum.  Der Sänger Herbert Grönemeyer hat bei einem Konzert eindringlich vor einem möglichen Aus des Opel-Werks in seiner Heimatstadt Bochum gewarnt: "Das Opel-Werk Bochum darf nicht sterben." Er geißelte die Opel-Spitze für einen unwürdigen Umgang mit den Mitarbeitern.

In die Diskussion über eine mögliche Schließung des Opel-Standorts Bochum ab 2015 hat sich Herbert Grönemeyer mit kraftvoller Stimme zu Wort gemeldet. Der Sänger appellierte an den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM), das Werk in seiner Heimatstadt Bochum "nicht sterben zu lassen".

Opel sei "eine Traditionsfirma mit Wurzeln in Deutschland", sagte der Musiker am Rande seines Open-Air-"Heimspiels" in Bochum am Dienstagabend. "Wenn der Mutterkonzern GM aufhört, in Bochum Autos zu bauen, wirft das auch ein schlechtes Licht auf das Unternehmen, das einer der größten Autohersteller der Welt ist", sagte Grönemeyer.

Hintergrund der Standortspekulationen ist die Furcht vor einer Verlagerung der Zafira-Produktion ins Opel-Stammwerk nach Rüsselsheim. Diese würde vermutlich einer Schließung des Standorts Bochums bedeuten, wenn 2014 die Beschäftigungsgarantie ausläuft.

Grönemeyer: "So geht man nicht mit Menschen um"

Dabei geht es nach Ansicht des Sängers nicht nur um eine Standortentscheidung, die aus reinem unternehmerischem Kalkül getroffen werde. "Die Art und Weise trifft die Menschen ins Mark", sagte Grönemeyer, der mit dem Album "4630 Bochum" einen seiner größten Hits landete.

"So geht man nicht mit Menschen um. Die Leute fühlen sich in ihrer Kultur verletzt", sagte der Musiker. Grönemeyer wurde zwar in Göttingen geboren, ist aber in der Revierstadt aufgewachsen. Er kennt die Menschen und ihre Mentalität bestens und hat sie in seinen Liedern ("Currywurst", "Bochum") immer wieder besungen. "Das Ruhrgebiet fußt auf einer Kultur der Verlässlichkeit", sagte Grönemeyer.

Das habe seine Wurzeln in der Arbeiterkultur des Bergbaus: "Und dieses Gespür für Verlässlichkeit hat sich bis heute erhalten", ist der Musiker überzeugt. Umso größer sei daher die Verunsicherung, die derzeit in der Stadt zu spüren sei. "Opel war für uns immer der Herzschlag von Bochum", erinnert sich der Sänger. Für ihn persönlich symbolisiere das 1962 auf einem ehemaligen Zechengelände errichtete Werk den Wechsel "weg vom Bergbau hin zu neuen Perspektiven", berichtete der 56-Jährige. Die Ansiedlung von Opel sei für ihn und viele andere Bochumer "der nächste Schritt auf diesem Weg" gewesen.

Heimspiel für Herbert Grönemeyer

"Lasst Opel nicht sterben"

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Kommentare
24.05.2012
13:07
Herbert Grönemeyer attackiert Opel-Chef -
von Hoffi65 | #15

Man sollte sich einmal Gedanken machen, warum OPEL angeblich unrentabel arbeitet und die Mutter GM selber gut dasteht.
OPEL darf keien Autos außerhalb...
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1 Antwort
Herbert Grönemeyer attackiert Opel-Chef -
von darabu | #15-1

Der Auto- Massenmarkt ist im A.... , deshalb hat Opel keine Chance. Opel in China? Wie hoch soll er denn sein der chinesische Opel-Verkaufspreis, höher als hier+200%einfuhrsteuer=0 Kaufinteressenten. Rechnet mal nach Leute.
Im Premiumbereich spielt es keine Rolle wie teuer das Auto ist, aber im Opel-Massenmarkt sehr wohl. Die chin. Autohersteller verkaufen jedes Jahr Millionen Fahrzeuge, dazu kommen Koreaner und Inder. In dem Bereich hat Opel keine Chance zu teuer. Und wieviele Chhevis werden denn in China verkauft? Und wenn einer verkauft wird, dann wohl eher, weil der Chinese damit den Nimbus vergangener Tage mit einkauft. Aber OPEL? Vergeßt es.
Und Grölies Attacke ist nur "Bochum ich komm aus diiiiiiiiia" geschuldet.

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Herbert Grönemeyer attackiert Opel-Chef - "Bochum darf nicht sterben"
Herbert Grönemeyer attackiert Opel-Chef - "Bochum darf nicht sterben"
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2012-05-23 07:57
Herbert Grönemeyer, Opel
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