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Hartz IV

Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren

28.12.2012 | 17:42 Uhr
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
Hartz-IV-Bezieher werden trotz einer Erhöhung der Regelsätze nach Gewerkschaftsangaben aufgrund der Inflation faktisch weniger Geld zum Leben haben als vor acht Jahren.Foto: dapd

Berlin.  Steigende Kosten für Lebensmittel und Strom - vom Hartz-IV-Satz bleibt vielen Menschen immer weniger zum Leben. Laut einer Berechnung von Gewerkschaften und Verbänden müssen Hartz-IV-Empfänger einen größeren Teil ihres Einkommens für die Grundversorgung ausgeben als noch vor acht Jahren.

Hartz-IV-Bezieher werden im kommenden Jahr trotz einer Erhöhung der Regelsätze nach Gewerkschaftsangaben aufgrund der Inflation faktisch weniger Geld zum Leben haben als vor acht Jahren. Seit der Einführung von Hartz IV im Januar 2005 seien die Verbraucherpreise um 14,5 Prozent gestiegen, die Regelsätze für alleinstehende Erwachsene aber lediglich um 10,7 Prozent, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag in Berlin mit. Er berief sich auf Berechnungen des unter anderem von Gewerkschaften getragenen Bündnisses für ein menschenwürdiges Existenzminimum.

Das Bündnis warf der Bundesregierung vor, die Armut im Land zu verschärfen. Bemerkbar mache sich die Preissteigerung in Deutschland besonders bei Gütern der Grundversorgung , für die Einkommensschwache große Teile ihres Einkommens ausgeben müssten, erklärte das Bündnis. Seit Januar 2005 seien die Preise für Lebensmittel um 20,7 Prozent gestiegen, die Strompreise sogar um 45,8 Prozent.

Von Hartz-IV-Regelsätzen leben etwa 7,8 Millionen Menschen

Ab 1. Januar wird der Hartz-IV-Regelsatz für Erwachsene um acht Euro auf 382 Euro angehoben. Der Satz für ein 13-jähriges Kind steigt um vier Euro auf 255 Euro. Für diese Altersstufe sei es die erste Erhöhung seit etwa dreieinhalb Jahren, kritisierte das Bündnis. Von den Regelsätzen müssen demnach etwa 7,8 Millionen Menschen leben. In dem Bündnis haben sich Erwerbslose, der DGB, Bauern Flüchtlings-, Wohlfahrts-, Sozial und Umweltverbände zusammengeschlossen. (afp)



Kommentare
31.12.2012
15:24
Ihr lebt doch noch. Warum also die ganze Beschwererei?
von melr | #54

ALG II soll das Minimum abdecken, und das scheint ja zu funktionieren. Solange noch genügend Kohle vorhanden ist, um sich den ganzen Tag im Internet über das eigene Los, die bösen Ämter und die unfähige Politik zu beschweren, scheint es ja noch nicht zu spät zu sein.

Strom für den Rechner, Kauf und Reparatur des Rechners, DSL-Gebühren - der Kühlschrank scheint trotz des Gejammers genügend gefüllt zu sein.

Das Leben ist hart und ungerecht, ja. Geld fällt nicht vom Himmel, und als jemand der sich nicht selber versorgen kann, darf man eben nicht allzu anspruchsvoll und wählerisch sein.

Die arbeitende Bevölkerung stöhnt auch immer mehr über die Belastungen, da wird es sicher erstmal keinen zusätzlichen Bonus für von der Stütze Lebende geben.

Ist aber auch ok. Selbst mit 100% mehr Regelleistung würde sich immer noch beschwert, genauso wie nahezu jeder Arbeitnehmer jammert, wie schlecht es ihm doch geht. Scheint eine menschliche Eigenart zu sein, eine Art biologischer Ansporn.

1 Antwort
Das stimmt durchaus, dass diese Diskrepanzerleben und die latente Frustration durch die Bewusstmachung ein biopsychologisches Grundprinzip ist.
von PressefreiheitistVerantwortung | #54-1

Nur ist der Ansporn kein Ansporn mehr, wenn nicht das Individuum Anstrengungen unternimmt, um ein Gleichgewicht wieder herzustellen, sondern von der Umweld - völlig a-biologisch - erwartet wird,dass sie sich permanent an die Situation des devianten Gesellschaftsmitglieds anpasst. Das erstere ist Piaget in Reinkultur - die tatsächliche Verhaltensweisen MANCHER (nicht aller!) Betroffenen der Versuch, die Grenzen der Gesllschaft bezüglich deren Eigenerhalt zu "sondieren". das zweite. Das wissen darum, dass eine humane Gesellschaft die Fürsorge für sozial Schwache beinhaltet, sollte indes nicht mit Altruismus verwechselt werden - es ist eine Form des Zweckegoismus, der ständig hinsichtlich seiner Investitionen und seines Profits untersucht wird. Das war jetzt im Kern Richard Dawkins, "The Selfish Gene".

30.12.2012
22:11
@52
von PressefreiheitistVerantwortung | #53

Wir können nicht wieder bei #1 anfangen, damit stellen wir Leute bloß, Haupteinträge und Antworten mit widersprüchlichen Angaben / Zahlen zu Beiträgen der selben Leute weiter oben. Bloßstellen ist nicht nett. Unsozial, unchristlich, unfair, urkomisch allerdings auch irgendwie.

2 Antworten
Einverstanden
von weihnachtsmann78 | #53-1

War auch nur eine rhetorische Frage.

schön!
von PressefreiheitistVerantwortung | #53-2

was rhetorische Fragen alles auslösen und anrichten können. Ich habe da auch noch ein Beispiel anzubieten: Lesen sie mal meine Postings zu "Heimkind berichtet" .

30.12.2012
19:07
Alles auf Anfang?
von weihnachtsmann78 | #52

Fangen wir wieder bei #1 an?

30.12.2012
18:45
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von lyx7 | #51

Ich kann meinen drei Vorgängern nur zustimmen.

30.12.2012
18:35
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von a_ha | #50

Ich auch.
Und nun?

30.12.2012
16:22
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von EduardM | #49

das gilt für Arbeitnehmer und Rentner ebenfalls und die sollten erst mehr Geld bekommen, bevor dann die, die nicht arbeiten versorgt werden.

3 Antworten
?
von AuroraBorealis | #49-1

WAS für eine widersprüchliche Äußerung "das gilt für Rentner ebenfalls und die sollten erst mehr Geld bekommen, bevor dann die, die nicht arbeiten versorgt werden."

Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von EduardM | #49-2

Das ist nicht widersprüchlich, schließlich haben sich die Rentner ihre Rente durch ihre frühere Berufstätigkeit erarbeitet.

Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von Catman55 | #49-3

Das ist ja der Krux an der ganzen Hartz IV Geschichte, dass alle in einen Topf geworfen werden, auch die, die jahrelang gearbeitet und eingezahlt haben. Es gibt da leider immer noch Zeitgenossen, die dass nicht auseinander halten können....

30.12.2012
14:43
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von Coko | #48

ähhhhh.....entschuldigung?!
ich habe seit jahren auch immer weniger in der börse und ich arbeite seit jahrzehnten!
und jetzt?Falls ich da irgendwen für verantwortlich machen kann, bitte ich um meldung!

1 Antwort
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von wimmel | #48-1

Klar können Sie, die Regierung, die seit Angis Amtsantritt, Staaten und in erster Linie Banken und Versicherungen rettet, mit Steuergeldern.
Ein Mindestlohn würde diese Abwärtsspirale (Inflation) aufhalten, aber da ist, in erster Linie die FDP und der Wirtschaftsflügel der Union vor.

30.12.2012
14:34
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von trickflyer | #47

bedankt euch bei den sozen.deren vorturner ist ja sein evtl. zu bekommendes salär ja jetzt schon zu wenig.oder wie läuft das jetzt mit absahner steinkrück?

30.12.2012
10:56
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von LilaLatzhose | #46

@37 das stimmt doch so gar nicht. Auch das Kindergeld bei der Beispielsfamilie müssen sie hinzurechnen (da sie die geminderten Regelsätze berücksichtigt haben).
Ansonsten ohne Berücksichtigung KG: 345 mal 2 plus plus 289 plus 255 sind 1234 Euro. Somit erstmal in Ihrem Beipsiel 1734 Euro. Hinzu kommen zig geldwerte Vorteile: keine Kosten in städt. Einrichtungen, VHS-Kurse; Möglichkeit, günstig bei der Tafel Lebensmittel zu erhalten; Eintrittsgelder, Sozialticket, etc.
Allein die Vergünstigungen dürften monatl nochmal 200-300 Euro ausmachen; somit über 2000 Euro...wo ist dann jetzt der Vorteil für den Arbeitnehmer?

30.12.2012
07:44
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von Shy_Eye | #45

Gerechte Entlohnung fängt bei 8 Euro Netto an!
Geld ist gewiss nicht alles im Leben, aber die Basis für ziemlich viele Dinge. Dass Deutschland die Löhne, vor allem in Niedriglohnsektor DERMAßEN drückt hat bereits die absolute Peinlichkeit und Dreistigkeit überschritten.

Wenn es nach mir ginge: Jedes Unternehmen müsste EINKÜNFTE offen legen, damit eine Neutrale Person entscheiden kann, ob die Löhne in dem jeweiligen Betrieb steigen dürfen.

Ganz ehrlich, die Idee mit den Leihfirmen ist die dreisteste, die es gibt.
Meine Idee wäre: Den Unternehmen die Möglichkeit zu geben Kurzzeitverträge, wie es sie nun mal auch in der Leihfirma gibt, in Anspruch zu nehmen!
Mit der einfachen aber triftigen Begründung, dass der Arbeitnehmer (Leiharbeiter) MEHR vom Geld hat, denn die Leihfirmen finanzieren sich durch die harte Arbeit des Leiharbeiters und das ist die Unverschämtheit schlecht hin!
Die Leihfirma bekommt vom Entleiher mindestens 12 Euro Brutto! (MINDESTENS)!!!

2 Antworten
Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von TVtotal | #45-1

Ach was..wie viele Stunden muss man Arbeiten bei 8 € um Miete und Essen für sich und seine Familie bezahlen zu können?
Und bitte mal eine Wirtschaftsform nennen in der Geld nicht alle ist...wenn man für 500 Gramm Brot 1,39 € (ca 2,70 DM) zahlen muss?
Die Entleihfirma bekommt Mindestens das 2,5 Fache dessen was sie dem Sklaven zahlt..in der Regel aber wohl nie unter 32 € pro Std...wenn der Sklave 7,50 € bekommt...weil der Gewinn soll doch stimmen oder meinste die Zahlen die Lohnnebenkosten aus ihrer Tasche?

Hartz-IV-Empfänger haben weniger Geld als vor acht Jahren
von TVtotal | #45-2

Geld nicht alles ist....

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