Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Social Media

Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft

15.06.2012 | 21:54 Uhr
Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft
Anfang Juni 2011 hatte die Hamburger Schülerin Thessa, 16 Jahre alt, ihre Geburtstags-Einladung aus Versehen im Internet veröffentlicht, 1500 Gäste kamen, viele randalierten.Foto: Carina Maiwald (Grafik)

Essen.  16 Leichtverletzte, 3 Verhaftete und 41 Ingewahrsamnahmen - so endete vor einem Jahr die erste Facebook-Party auf NRW-Boden. Nach der Aktion schlug die Polizei immer wieder Alarm. Jetzt kommt Düsseldorfs Monsterparty. Doch was ist wirklich dran am Party-Phänomen? Ein Rückblick.

Das Phänomen Facebook-Party lässt sich rasch abhaken: Statt erwarteter Dauerkrawalle durch bei Facebook angekündigte Feiern verzeichnen Polizeibehörden in ganz NRW ein ruhiges Jahr. Seit am 15. Juni 2011 die erste Party auf NRW-Boden in Wuppertal eskalierte, gibt es keine besonderen Einsatzmaßnahmen, keine gesonderte Polizeirecherche und keine Statistik. So könnte man die Jahresbilanz schon enden lassen.

Im Grunde ist eine via Facebook angekündigte Party eben eine Veranstaltung wie jede andere. So schätzt es Pressesprecherin Cornelia Weigandt für das NRW-Innenministerium ein, die verschiedenen Polizeisprecher der Städte schließen sich dem an. Trotzdem gibt es ein NRW-"Erfolgsrezept" der Polizei und der Stadtverwaltungen: Verbotsankündigung und große Präsenz der Ordnungskräfte beim Partytermin, zur Abschreckung. So konnte Nachahmer gestoppt werden, die die erste deutsche Riesen-Facebook-Party der jungen Hamburgerin Thessa überbieten wollten. Oder doch nicht?

Mehr als 1500 Gäste kamen zur Geburtstagsparty von Thessa nach Hamburg. (Fotos: dapd)

Das Ziel: Thessas Party übertreffen

Versuche, mehr als 1500 Gäste wie bei der Geburtstagsparty der 16-jährigen Thessa aus Hamburg zu erreichen, gab es durchaus - erst im letzten Sommer in Wuppertal, Essen oder Aachen. Und nun flammt die Abifeier-Sommerphase wieder auf. Jüngst verbot die Stadt Essen eine für den 29. Juni angekündigte Facebook-Party auf der Brehminsel . Richtige Sorgen macht sich derzeit wohl aber die Stadt Düsseldorf. Für den 6. Juli wird auf Facebook eine "Monsterparty! Project Düsseldorf" an den Rheinwiesen beworben - zum Termin haben gut 14.000 Facebook-Nutzer zugesagt. Ganz so wie bei Thessa läuft die Partywelle in NRW aber nicht ab.

Thessa klickte falsch und schon hatte sie "ganz Facebook" zur Party eingeladen.

Denn die Hamburger Schülerin hatte im vergangenen Juni nur aus Versehen öffentlich eingeladen, eigentlich sollte es eine nette Feier mit Freunden werden. Am Ende machten sich aber hunderte Jugendliche einen Spaß daraus, einfach bei der Party aufzuschlagen - wie man sich auf diversen YouTube-Videos angucken kann.

Am Abend selber versperrten dann Polizisten mit Schäferhunden die Auffahrt zum Haus im Hamburger-Stadtteil Bramfeld. Zusätzlich hat Thessas Vater einen privaten Sicherheits- und Ordnungsdienst engagiert.

Am Ende drängelten sich dann laut Polizeiangaben zwischen 1200 bis 1400 Menschen rund um Thessas Vorgarten. Trotz der vielen Feiernden war es im Grunde ruhig. Auch wenn ein Aufschrei von Politik, Polizei und Medien nun vor dem neuen Partytrend warnte. Zur Eskalation kam es wenige Tage später bei der Wuppertaler "Ascheweg Night".

  1. Seite 1: Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft
    Seite 2: Bengalos brannten: Wuppertaler Party lief aus dem Ruder
    Seite 3: Polizeibilanz - Trend ist verpufft
    Seite 4: Nix los in Duisburg, Dortmund, Essen ...

1 | 2 | 3 | 4


Kommentare
18.06.2012
07:19
Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft
von mar.go | #2

Eien ganze Generation von Gelangweilten.
Junge Menschen, die sich auf der Straße nur mit dem Gesicht im Mobiltelefon bewegen und zu Hause nur vor dem Rechner sitzen um virtuelle "Freundschaften" zu schließen, treffen sich zu Tausenden um sich so richtig zu amüsieren.
Wahrscheinlich hat keiner von ihnen je die Erfahrung gemacht, wie es ist, mit einem kleinen Kreis echter Freunde zusammen zu sitzen und zu feiern.

1 Antwort
Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft
von Dr.Seltsam | #2-1

lol

Soll das ein Geek-Psychogramm für die Generation X sein?
Alles arme picklige, übergewichtige mit Bildschirmbräune und mangelnder Sozialkompetenz?

Ich glaube, Sie waren schon länger nicht mehr draußen.
Freitag und Samstag nachts sehe ich hunderte aus dieser Generation.
Und die feiern, wie sich das für junge Menschen gehört.
Ich glaube, dass die meisten jungen Leute einen sehr gesunden Umgang mit den neuen Medien haben.
In den 1980ern haben die Technikaffinen alleine vor Sinclair, Atari ST oder C64 gehockt.
Die Stubenhocker ohne Computer haben sich vom TV berieseln lassen.
Diese Generation ist um ein vielfaches kommunikativer, als meine Generation es war (Bj. 1973).

16.06.2012
13:05
Facebook-Partys in NRW - wie ein Phänomen verpufft
von emptee | #1

Mal gucken, ob die Dortmunder Polizei dann in 14 Tagen auch mal ne Facebook-Party kennenlernt... Mehr als 3400 haben jedenfalls schon zugesagt:

http://www.facebook.com/events/297335467017723/

Aus dem Ressort
Bochums Bürger können Stadt jetzt elektronisch Mängel melden
Bürger-Service
Mit einem elekronischen Kummerkasten, einem sogenannten Mängel-Melder, können Bochumer Bürger ab sofort per Internet an die Stadt wenden, um über Probleme aus ganz verschiedenen Bereichen in der Stadt zu berichten. Die Stadt sichert zu, dass den Anregungen auch nachgegangen wird.
Moerser "Spoocha"-App hilft Spendengelder zu erlaufen
Soziales
Laufen für den guten Zweck ist keine neue Idee. Aber mit „Spoocha“ (Sport organisiert Charity) hat der Sponsorenlauf eine neue Dimension gewonnen: Über das Internet können sich Interessierte anmelden und mit jedem Kilometer Geld erlaufen. Sogar Bundeswehrsoldaten im Ausland nehmen teil.
Twitter begeistert Börsianer mit großem Nutzerwachstum
Kurznachrichten
Seit dem Börsengang von Twitter im November stellen sich Anleger die Frage: Wächst der Kurznachrichtendienst schnell genug? Lange konnte es Twitter den Anlegern nicht recht machen. Die neuesten Zahlen aber verzückten die Börsianer.
Nach der Besetzung - Zukunft des Thyssen-Krupp-Hauses unklar
Hausbesetzer
Ohne Gewalt ging die Besetzung des ehemaligen Thyssen-Krupp-Gebäudes an der Frohnhauser Straße am Montagabend zu Ende. 16 Männer und Frauen hatten für mehr Freiräume für Kunst und Soziales demonstriert. Was das Unternehmen mit dem Haus plant, ist noch ungewiss
Facebook koppelt Messenger-Chat von der App ab
Facebook
Facebook will sich mit einer ganzen Familie von Apps im Alltag der Nutzer etablieren. Dafür werden einzelne Funktionen in eigene Anwendungen ausgelagert, um sie separat effektiver weiterentwickeln zu können. Jetzt kommen die Kurzmitteilungen an die Reihe.
Umfrage
Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

Neue Runde in der Affäre Schavan: Norbert Lammert sagt seine Rede an der Uni Düsseldorf ab. Ist das angemessen als Bundestagspräsident?

 
Fotos und Videos
Erinnerungen an 25 Jahre Game Boy
Bildgalerie
Spielkonsole
Merkel macht Selfies mit Schülern
Bildgalerie
Kanzlerin
Handys im Wandel der Zeit
Bildgalerie
Technik
Chaos Computer Club
Bildgalerie
30C3