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Schulpolitik

Lehrer fordern Reformstopp

13.08.2008 | 18:24 Uhr
Lehrer fordern Reformstopp

Mehrere Lehrerverbände in NRW fordern von der Landesregierung einen sofortigen Reformstopp in der Schulpolitik – für zwei Jahre.

Mit ihrem „ungebremsten Reformaktionismus” hätten CDU und FDP die Schulen an den Rand des Machbaren und die Lehrkräfte an die Grenze körperlicher und psychischer Belastung geführt. „Wir haben das Gefühl, dass sich das Schulministerium inzwischen von den eigenen Reformgeistern verfolgt und überfordert fühlt”, sagte Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes und zugleich Sprecher der „Lehrerverbände NRW”, zu denen auch die Organisationen der Pädagogen an den Berufskollegs und Wirtschaftsschulen gehören.

„Unmut, Ärger, Zorn” – so beschreibt Sibernagel die Stimmung an den Schulen. Vielen neuen Projekten wie etwa den Kopfnoten oder der Reform der Lehrerausbildung mangele es zudem „an Solidität und Seriösität”. Die Ganztagsoffensive für Gymnasien sei im Grundsatz richtig, aber auch dabei würden die Schulen fatalerweise „schon wieder unter enormen Zeitdruck gesetzt”. Die Landesregierung müsse Schulen mehr Zeit zur Einführung von Neuerungen geben, Fehler korrigieren und Lehrer spürbar entlasten. Die Gewerkschaft Bildung und Erziehung (GEW) NRW ist gegen einen Reformstopp. „Bei der Stimmungslage können wir uns gar keinen Stillstand erlauben”, sagte der Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber der WAZ. „Wir brauchen nur endlich die richtigen Reformen.”

Die Landesregierung habe zwar für weniger Stundenausfall gesorgt, zur Qualitätsverbesserung des Unterrichts – „dem Schlüssel zu einem erfolgreichen Bildungssystem” – aber noch nichts getan. Meyer-Lauber: „Da muss man gemeinsam mit den Betroffenen Konzepte erarbeiten – und darf nicht immer nur kommandieren.” Trotz der massiven Kritik will das Schulministerium, so ein Sprecher, den 2006 eingeschlagenen Weg der Reformen wie geplant fortsetzen.

Kommentar: Der Frust sitzt zu tief

Christoph Meinerz



Kommentare
14.08.2008
13:58
Lehrer fordern Reformstopp
von Andreas | #3

Die Schulministerin muss weg! So einfach!!!

14.08.2008
11:21
Lehrer fordern Reformstopp
von cpk | #2

Als Fördervereinsvorsitzender einer Grundschule und Vater dreier Kinder, bekomme ich seit rund 10 Jahren fast hautnah mit, mit wieviel Bürokratismus sich das Lehrpersonal herumschlagen muß. Fast alle paar Monate wird eine neue Sau durchs Dorf gejagt.
Dabei sollen die Kinder nicht verwaltet sondern es soll ihnen etwas beigebracht werden. Durch die engen Lehrpläne wird der Abstand zur Realität immer größer.

14.08.2008
05:47
Lehrer fordern Reformstopp
von Stöfi | #1

Lehrer fordern Reformstopp? Ja, was denken die sich denn? Was soll denn die gute Frau Sommer 2 Jahre lang machen?

Und was soll Ihr Nachfolger im Amt nach der nächsten Wahl aufräumen, wenn Frau Sommer nichts mehr hat anstellen dürfen?

Das wäre doch auch für den Nachfolger eine Enttäuschung. Der müßte sich dann selbst allerhand eigene Aktivitäten ausdenken. Und dann ginge der ganze Ärger wieder von vorne los.

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