Moody's senkt Bonitätsausblick für Nordrhein-Westfalen
25.07.2012 | 08:47 Uhr 2012-07-25T08:47:06+0200
Washington. Nach Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden droht nun auch dem Euro-Rettungsfonds EFSF eine Abwertung seiner Bonität durch die US-Ratingagentur Moody's. Zudem senkte Moody's den Bonitätsausblick für Nordrhein-Westfalen.
Moody's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Rettungsschirms EFSF auf negativ gesenkt. Zur Begründung verwies die Ratingagentur am frühen Mittwochmorgen auf die Herabsetzung des Ausblicks für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg. Alle drei trügen erheblich zum Rettungsschirm bei, allein Deutschland schultere 29,1 Prozent. Bisher bewertete Moody's den Ausblick für den EFSF mit stabil.
Die Ratingagentur hatte den negativen Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg am Dienstag mit dem "Ausmaß der Ungewissheit über den Ausblick für den Euroraum" begründet. Die möglichen Auswirkungen plausibler Szenarien über Mitgliedstaaten rechtfertigten nicht mehr einen stabilen Ausblick. So wäre nach Moody's Einschätzung ein griechischer Austritt aus dem Euro "eine materielle Bedrohung für den Euro".
""Erster, deutlichen Warnschuss"
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bezeichnete die negative Bewertung durch Moody's als "ersten, deutlichen Warnschuss, den Europa nicht ignorieren kann". Er sehe diese Bewertung mit großer Sorge und mahnte, die deutsche und europäische Politik müssten daraus Konsequenzen ziehen: "Europa ist nicht geholfen, wenn Deutschland als größtes Zahlerland über seine Leistungsfähigkeit hinaus durch die Rettungsschirme belastet wird. Denn wenn der Notarzt selbst ein Fall für den Rettungssanitäter wird, wer soll dann noch helfen?", sagte Seehofer der "Passauer Neuen Presse".
Die Herabstufung weckte bei der Agentur auch Zweifel an der Kreditwürdigkeit mehrerer Bundesländer. Moody's senkte am späten Dienstagabend den Bonitätsausblick für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Die Agentur begründete dies mit den engen finanziellen Wechselbeziehungen zwischen Bund und Ländern sowie den hohen Schulden der Länder.
Aufforderung zur Gelassenheit

Erst die Bundesrepublik, nun auch Nordrhein-Westfalen: Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für NRW auf negativ gesenkt . Fürchten Sie um die Finanzkraft des Landes?
CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt mahnt angesichts der Negativbewertung Deutschlands zu Gelassenheit. "Deutschland besitzt nach wie vor die Top-Note für die Bonität, nämlich Aaa. Es gilt der Grundsatz, dass wir uns nicht von Ratingagenturen und Märkten unter Druck setzen lassen", sagte Hasselfeldt der Zeitungsgruppe "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" (Mittwochausgabe).
Ihr Parteikollege Alexander Dobrindt sieht in der skeptischeren Bewertung der deutschen Bonität hingegen ein "unübersehbares Warnsignal". "Deutschland darf durch die Euro-Rettungsaktionen nicht in den Strudel der Schuldenstaaten mitgerissen werden", sagte der CSU-Generalsekretär der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). "Wir müssen die oberste Priorität darauf richten, dass es zu keiner Überforderung Deutschlands kommt."
Bofinger sieht Deutschland als sicheren Hafen
Deutschland wird nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger auch in Zukunft ein sicherer Hafen für Kapitalanleger sein. "Die Bonität der Bundesrepublik Deutschland wird so hoch geschätzt wie noch nie seit ihrer Gründung. Mehr Vertrauen geht nicht", sagte Bofinger der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochausgabe). Die von Moody's festgestellten negativen Aussichten seien für ihn Schwarzmalerei. "Wenn Investoren dem deutschen Staat kein Geld mehr geben, wem sollen sie es denn dann geben? Kapital ist ja genug vorhanden", erläuterte der Ökonom. Dieses Kapital könne nicht nur in ebenfalls sichere, aber kleinere Länder wie Schweden oder Norwegen wandern. "Außer Deutschland bleiben da nur noch Japan, die USA oder Großbritannien. Nur sind die Staatsdefizite dort weitaus höher als bei uns." (dapd/afp)
17:32
Das gabs doch schon so ähnlich?
Wollt ihr die totale Rettung?
Ich frage Euch: Wollt Ihr die totale Euro-Rettung? Wollt Ihr sie wenn nötig totaler und radikaler, als wir sie uns heute überhaupt noch vorstellen können?
Ich frage Euch: Ist Euer Vertrauen zum Euro heute größer, gläubiger und unerschütterlicher denn je? Ist Eure Bereitschaft, ihm auf allen seinen Wegen zu folgen und alles zu tun, was nötig ist, um die Euro-Rettung zum siegreichen Ende zu führen, eine absolute und uneingeschränkte?
Ich frage Euch: Glaubt Ihr mit dem ESM und mit der EU an den endgültigen totalen Sieg des Euros? Ich frage Euch: Seid Ihr entschlossen, dem Euro in der Erkämpfung des Sieges durch dick und dünn und unter Aufnahme auch der schwersten persönlichen Belastungen zu folgen?
Ich frage Euch zuletzt: Wollt Ihr, dass, wie das ESM Programm es gebietet, gerade im Euro nur Pflichten für Deutschland vorherrschen und dass vor allem Deutschland die schweren Belastungen des Euros allein auf seine Schultern nimmt?
10:23
Moodys senkte ebenfalls den Ausblick von Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen-Anhalt von "stabil" auf negativ".
Schau an die CSU-CDU (ehemaligen bw MappusAG) sind auch dabei...
Tja..Das ist eben Gute csu-cdu Arbeit.lol
10:14
Mit Rent a Rüttgers und Röttgen wäre alles VIEL besser (für die lobbyisten)
09:16
Wenn die Herabstufung für ein Land gelten soll, dann wohl für das Pleite- und Schuldenland NRW. Nur, warum erst jetzt? Aber unsere hoch verehrte MPin Kraft dürfte das wohl egal sein, Schulden werden weiter gemacht und bezahlen wird den ganzen Kladderadatsch ehe der Steuerzahler. Schön das wir eine legale, vorrangige Überversorgung unserer Politkaste in Pensionsfragen haben!