Weshalb sollte es den Ruhrgebietsmenschen interessieren, was 6982 Straßenkilometer weiter südöstlich jeden Tag so passiert, in Kabul, in Afghanistan? Weil auch den Menschen im Revier regierungsoffiziell erzählt wurde, ihre Sicherheit werde nun am Hindukusch verteidigt. Weil ihnen eine Version dieses Krieges nahegelegt wurde, die diesen Kampfeinsatz als Friedensmission erscheinen lassen sollte; Deutsche, politisch korrekt, als Friedensstifter, Brunnenbauer, eigentlich zivile Wiederaufbauhelfer.
Weil eine Art Schweigespirale über den Afghanistan-Einsatz gelegt wurde. Weil nicht bekannt werden sollte, was dort in Feindesland unter Feindfeuer deutschen Soldaten widerfährt. Weil verhindert werden sollte, dass eine offene, ehrliche Debatte stattfindet über deutsche Ziele und die Mittel dazu.
Monatelang hat unser Reporter David Schraven recherchiert. Heute stellen wir Ihnen, liebe Leser, die Originaldokumente zur Verfügung, in denen die Bundeswehr das Parlament über den Einsatz unterrichtete. Damit Sie sich Ihre eigene Meinung bilden können. (von Ulrich Reitz)
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