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Belecker Laienspiel e.V.

Wenn der „Holzwurm“ an Schiffsplanken schraubt

20.05.2012 | 23:00 Uhr
Wenn der „Holzwurm“ an Schiffsplanken schraubt
Bühnenbauer beim Laienspiel e.V. Belecke für neues Stück "Peter Pan": Horst Merker, Schwiegervater von Regisseur Heiner Maas.

Belecke. Laut dröhnt der Akku-Bohrer über die Bühne. Hektik liegt in der Luft. Heiner Maas, Vorsitzender des Belecker Laienspiel e.V. und Regisseur beim neuen Familienstück „Peter Pan“, gibt Anweisungen: Hier soll ein Tuch zum Felsen werden, da müssen die Planken des Steges noch mit Laminat verkleidet werden. „Unsere Bühnenbauer haben ganz schön geschimpft, als ich ihnen meine Vorstellungen unterbreitet habe. Aber da müssen sie durch – und wenn alles geklappt hat, sind sie ganz schön zufrieden.“

Die beiden „Holzwürmer“, von denen Maas spricht, sind Thomas Stark und Horst Merker, der 74-jährige Schwiegervater des Regisseurs und gelernter Zimmerer. Seit 2005 ist er für das Bühnenbild bei den Familienstücken verantwortlich. „Da war ich schon Rentner und hatte keine Ausrede mehr“, schmunzelt Horst Merker. „Ich habe immer gesagt: Ich baue für die Kinder – die Erwachsenen müssen für ihre Stücke selbst bauen.“ Schließlich stehen seine Enkel mit auf der Bühne und da arbeitet man gerne mit.

Mit Spaß und Elan ist Horst Merker bei der Sache, hat vor einigen Wochen bereits mit seinen Mitstreitern Heiner Maas und Thomas Stark im Keller der Theateraula mit den ersten Arbeiten am Bühnenbild begonnen.

Das verlangt den Bühnenbauern in diesem Jahr einiges ab. Schließlich gibt es vier verschiedene Bühnenbilder, die nicht nur schnell gewechselt werden, sondern auch hinter der Bühne verstaut werden müssen. „Die Bühne ist nicht hoch genug, um die Kulissen einfach nach oben verschwinden zu lassen. Deshalb müssen die einzelnen Bilder gut verstaut oder umgebaut werden können.“ Die Betten im Schlafzimmer der Darling-Kinder können beispielsweise bis auf zehn Zentimeter Breite zusammengeklappt werden.

Neben dem Schlafzimmer mit einem großen Fenster, durch das Peter Pan hereinfliegen wird, gibt es die Lagune der Meerjungfrauen mit Felsen, Büschen und großer Palme sowie Nimmerland, das Zuhause der verlorenen Kinder, und als vier-tes Bild das große Segelschiff Jolly Roger. Sechs Mal wird die Bühne bei „Peter Pan“ umgebaut.

„Horst hat ein fünf Meter langes Gerüst gebaut, dass stabiler ist, als es der Bühnenmeister gefordert hat“, so Maas stolz. Ein großes Teil, das man bei kommenden Aufführungen wieder verwenden möchte. Eine Ausnahme: „Normalerweise wird das, was ich in 50 Stunden Arbeit aufgebaut habe, in zwei Stunden wieder zerlegt und ist dann weg – das ist schon schade“, bedauert Merker, der für das Geländer des Steges sogar eine Fichte im Garten gefällt hat. „Das war mal ein Weihnachtsbaum.“

Wenn sich der Vorhang hebt und er die glänzenden Kinderaugen sieht, die seine Bühnenbilder bestaunen, entschädigt das für manche Arbeitsstunde. Und außerdem: „Die geben einem hier immer gut zu essen und zu trinken – das ist doch ein guter Lohn.“

Tanja Frohne



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