Warstein im Schäfer-Heinrich-Fieber
07.12.2008 | 20:43 Uhr 2008-12-07T20:43:00+0100
Warstein. Es hatte sich herumgesprochen, dass Bauer Heinrich am zweiten Advent nach Warstein kommt. Proppevoll war der Platz vor der Bühne des Märchenmarktes am Sonntagabend, als der Schäfer aus Völlinghausen auftauchte.
Vorher hatte er der Verwandtschaft in Warstein einen Besuch abgestattet. Bürgermeister Manfred Gödde hatte zu Kaffee und Kuchen in sein Privathaus eingeladen — und knapp 50 Gäste — Verwandte und Bekannte — kamen.
Darunter auch viele Kinder. Ganz aufgeregt stürmten sie bei jedem Klingeln an die Tür und sangen laut das Schäferlied. Schließlich wollten sie Bauer Heinrich, oder besser Onkel Heinrich kennenlernen. Ist doch dessen Mutter Johanna die Cousine von Manfred Göddes Schwiegermutter Adelheid Albers. Die wusste auch einige Geschichten aus dem Nähkästchen über das „Heinzchen” aus Völlinghausen zu berichten. Hausdame Elisabeth Risse hatte für den Bauer extra eine Buttermilchtorte in Form eines Schafes gebacken.
Als der Schäfer endlich eintrudelte, war die Aufregung im Hause Gödde groß. Jeder wollte Guten Tag sagen. Auch Bürgermeister-Sohn Benjamin stellte sich brav der Großtante vor: „Ich bin Benni, ich bin der Liebste.” Ob der großen Verwandtschafts-Schar blieb kaum Zeit zum Essen.
Im Wohnzimmer gab es ein kleines Privatkonzert, der Schäfer sang in der guten Stube sein Lied. Etwas zur Ruhe kamen der Single und seine Mutter beim Besuch der Heimatstube im Keller, wo sie die alten Schätzchen bestaunten.
Großer Trubel herrschte dann auf dem Marktplatz. Das jedoch scheint dem Bauer, der kürzlich seinen 42. Geburtstag feierte wenig. Ganz gelassen ließ er sich von den Hunderten ein Geburtsstagsständchen bringen. Und revanchierte sich ausgiebig mit zwei Versionen seines Schäferliedes.